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Schuld an steigenden Zahlen?

Salzburger Floriani weisen Corona-Vorwürfe zurück

Kommandant Leprich: "Enttäuschung unter Mitgliedern groß"

14_Mattsee_Brand (14).jpg BFKDO Flachgau/Dominik Repaski
Die Salzburger Feuerwehren haben sich strenge Corona-Regeln auferlegt. (SYMBOLBILD)

Mit einer Aussage über steigende Corona-Infektionszahlen, die unter anderem auf Feste der Freiwilligen Feuerwehren in Österreich zurückzuführen seien, sorgte Ulrich Herzog, Leiter der Corona-Kommission, für Verstimmung unter den heimischen Floriani. Dem widerspricht Michael Leprich, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg, vehement. In einem Video meldete er sich am Sonntag zu Wort, uns hat er die Situation genau dargelegt.

"Unter den Mitgliedern war die Enttäuschung sehr groß, weil wir ja alle sehr darauf erpicht sind, die Maßnahmen einzuhalten", gibt Michael Leprich im Gespräch mit SALZBURG24 an. Vier für 2020 geplante Veranstaltungen seien mit Beginn der Corona-Krise sofort abgesagt worden. "Wir haben gewusst, das macht keinen Sinn. Dass wir dann aber dennoch alle in einen Topf geschmissen werden, das haben wir nicht gut gefunden", erklärt der Feuerwehr-Kommandant den Grund für die Video-Botschaft.

Ein Versuch ein paar Dinge klarzustellen...

UNSERE FEUERWEHR UND DIE GESTIEGENEN INFEKTIONSZAHLEN?

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Stadt Salzburg am Sonntag, 13. September 2020

Rückendeckung vom Landesfeuerwehrkommandanten

Rückendeckung erhält Leprich von Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker: "Die Aussagen unterschreibe ich zu 100 Prozent. Wir haben seitens des Bundesfeuerwehrverbandes versucht zu eruieren, wie Herr Herzog zu dieser Aussage kommt. Es gibt keine Grundlage für die Behauptung, dass irgendwelche Cluster auf Feuerwehr-Veranstaltungen zurückzuführen wären", teilt er gegenüber S24 mit.

Leprich zu Anschuldigungen: "Das ist bitter"

Die Rückmeldungen auf sein Video seien allesamt positiv gewesen, gibt Leprich weiter an. Es sei wichtig gewesen, die Dinge anzusprechen: "Natürlich ist es so, dass das Rote Kreuz wirklich den Löwenanteil bei der Bewältigung dieser Krise überhat. Aber man darf eben nicht vergessen, dass auch wir unsere Einsatzbereitschaft aufrechterhalten. Und dann wird man auch noch mit solchen Anschuldigungen konfrontiert, das ist bitter."

Günter Trinker, Landesfeuerwehrkommandant LFV Salzburg/Hollaus
Mit 95 Prozent der Stimmen wurde Günter Trinker am 29. April 2019 zum Landesfeuerwehrkommandanten gewählt.

Strenge Corona-Maßnahmen in Salzburg

In Salzburg seien schon zu Beginn äußerst strenge Corona-Maßnahmen umgesetzt worden. So wurde noch im März der Betrieb an der Landesfeuerwehrschule für mehrere Monate ausgesetzt, die einzelnen Feuerwehren wurden zudem angewiesen darauf zu achten, dass sich die Mitglieder in den einzelnen Zügen und Gruppen nicht vermischten. So bleibe die Einsatzbereitschaft im Falle einer Corona-Infektion und der damit verbundenen Quarantäne immer noch aufrecht erhalten. "Unsere Maßnahmen in Salzburg sind jedenfalls um einiges strenger als vorgeschrieben", so Trinker.

Keine Feuerwehr-Events seit Lockdown

Im Land Salzburg fanden seit März zudem keine Jubiläumsfeste, Großveranstaltungen oder Bewerbe statt. "Auf Ortsebene gab es vielleicht die ein oder andere Versammlung oder Floriani-Feier mit Sicherheitsmaßnahmen, das mag schon sein", so Trinker. Meetings würden allerdings überwiegend online oder mit entsprechenden Vorkehrungen abgehalten werden.

 

Finanzielle Einbußen durch fehlende Feste?

Dass Feuerwehr-Veranstaltungen nicht stattfinden können, bringt aber auch finanzielle Einbußen für die Floriani mit sich. Allerdings sei dies zu vernachlässigen, wie Trinker weiter angibt: "Kleinere Investitionen bleiben vielleicht auf der Strecke, nicht aber Großprojekte wie Fahrzeuge oder Häuser." Für die Feuerwehren verantwortlich sind die Gemeinden, somit ist es auch die Aufgabe dieser, für die entsprechende Ausrüstung der Floriani zu sorgen.

Feuerwehr-Feste wichtig für Zusammenhalt

In der Stadt Salzburg war für heuer das 25-jährige Jubiläum der Wiedergründung der Lieferinger Feuerwehr geplant gewesen. Dieses wurde aber abgesagt. Leprich verweist hier auch auf den sozialen Charakter der Feuerwehr-Feste: "Bei diesen Veranstaltungen in den Stadtteilen kommen viele Menschen zusammen. Da will ich gar nicht den finanziellen Aspekt in den Vordergrund stellen." Geplant gewesen wäre in Liefering eine Jubiläumsfeier mit über 1.000 Besuchern.

(Quelle: SALZBURG24)

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