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Haslauer negativ getestet

Über 100 Betroffene in Salzburger Corona-Cluster

ÖVP und SPÖ liefern sich verbales Gefecht

Bis Samstagabend (Stand: 17.30 Uhr) ist die Zahl der Erkrankten im Corona-Cluster in der Stadt Salzburg auf zwölf Personen gestiegen. Auslöser dürfte eine Veranstaltung mit 40 Personen in der Mozartstadt gewesen sein. Da auch zwei Mitarbeiter der Landesregierung betroffen sind, entbrannte heute ein hitziges Politgefecht zwischen SPÖ und ÖVP.

Salzburg

Die erste Erkrankung trat am Mittwoch zutage, welche die Recherchen der Behörden auslöste. Mehr als 100 Personen wurden im Rahmen des Contact-Tracings ausgeforscht, 22 Menschen wurden bis jetzt allein von den Stadtbehörden in die Quarantäne geschickt. Neun stufte man als weniger stark betroffen in Kontakt-Kategorie II ein. Medienberichten zufolge soll es sich bei der besagten Veranstaltung um den Rotary Club gehandelt haben.

Haslauer und Stöckl negativ getestet

Die Testungen und weitere Erhebungen liefen noch weiter. Die Infektionen waren in der Stadt Salzburg, dem Tennengau, Pongau und Flachgau entdeckt worden. Auch Menschen ohne Symptome werden getestet. Bei den drei seit Freitag dazu gekommenen Covid-19-Infizierten handelt es sich um den Angestellten einer privaten Firma und zwei Selbständige, so die Landeshauptstadt in einer Pressemitteilung.

Am späten Nachmittag informierte das Land in einer Aussendung darüber, dass sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (beide ÖVP) bereits einem Test unterzogen. Beide Ergebnisse waren negativ. Die Landesregierung habe alle Termine bis zum Vorliegen der restlichen Testergebnisse abgesagt.

Auch Uniklinik-Mitarbeiter infiziert 

Zwei ärztliche Mitarbeiter des Salzburger Uniklinikums waren ebenfalls bei der Veranstaltung dabei. Es gebe bis dato keine Hinweise, dass derzeit gültige Bestimmungen dort nicht eingehalten wurden. Eine Person wurde positiv getestet und befindet sich in Heim-Quarantäne. Die zweite Person ist negativ getestet worden, so die Landeskliniken in einer Aussendung. 

Politgefecht zwischen ÖVP und SPÖ 

Am Freitag wurde auch bekannt, dass bis jetzt sowohl im Büro von Landesrätin Maria Hutter (ÖVP) als auch im Amt der Landesregierung jeweils ein Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden war (wir haben berichtet). Alle Kontaktpersonen von Hutters Büro-Mitarbeiter wurden negativ getestet.

Am Samstag entbrannte ein Gefecht zwischen SPÖ und ÖVP, das man sich über Presseaussendungen lieferte. Der scheidende SPÖ-Partei- und Klubvorsitzende Walter Steidl warf der Landesregierung vor, deren Umgang mit dem neuen Cluster sei "unprofessionell und gefährlich". Man habe zu spät über die Erkrankungen informiert. Steidl hinterfragte auch, warum man nur den Landesamtsdirektor getestet habe, nicht aber Landeshauptmann Haslauer, welcher Mitglied der Risikogruppe sei. Der SPÖ-Chef betonte, als Reaktion seine eigene Abschiedsfeier am kommenden Mittwoch im Landtag abzusagen, um niemanden zu gefährden. 

"Verzweiflung über politische Bedeutungslosigkeit"

ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Mayer konterte die Vorwürfe Steidls als "Verzweiflung über die aktuelle politische Bedeutungslosigkeit". Es seien umgehend Corona-Tests angeordnet worden, auch bei Personen, die keine Symptome gezeigt hätten. Nach Vorliegen der Testergebnisse habe man wiederum deren Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt, von welchen man auch vorsorglich einen Abstrich nehme. Auch alle weiteren Regierungsmitglieder sollen bis Montag getestet werden. Über die beiden Erkrankten habe man am Mittwoch berichtet und am Freitag, als die Lage bekannt war.

Landesweit gibt es aktuell elf Erkrankungen am neuartigen Coronavirus.

(Quelle: APA)

Stadt Salzburg meldet weitere Coronavirus-Fälle

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(SYMBOLBILD)

Das Coronavirus hat die Salzburger Landesregierung erreicht: Im Büro von Landesrätin Maria Hutter (ÖVP) sowie im Amt der Landesregierung ist jeweils ein Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden. Alle Kontaktpersonen müssen nun zum Test, vorsorglich werden am kommenden Montag auch alle Regierungsmitglieder und deren Mitarbeiter getestet, teilte das Land am Freitagnachmittag mit. Bis Freitagabend ist die Zahl der aktuellen Infektionsfälle in der Stadt Salzburg indes auf elf gestiegen.

Beide Infizierte in der Landesregierung sind erkrankt, einer von ihnen wurde im Krankenhaus stationär aufgenommen, sagte Landes-Sprecher Franz Wieser am späten Nachmittag.  

Corona-Tests am Montag 

Alle Menschen, die mit den beiden Mitarbeitern der Landesregierung engeren Kontakt hatten, also etwa über eine längere Zeit an einem gemeinsamen Besprechungstisch saßen, werden oder wurden noch heute getestet, die Ergebnisse sollten am morgigen Samstag vorliegen.

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Problematisch sei die Situation auch deshalb, weil sich sämtliche Regierungsbüros im selben Haus befinden (mit Ausnahme des Büros von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), Anm.), sagte Wieser. Um alles zur Eindämmung zu tun, würden nun vorsorglich alle Regierungsbüros durchgetestet. 

Salzburger Covid-19-Cluster 

Die beiden Covid-Fälle gehören zu einem neuen Cluster, das sich Mitte dieser Woche in der Stadt Salzburg gebildet hat. Am Mittwoch war eine Person positiv getestet worden, nachdem die Mozartstadt schon mehrere Wochen in der Statistik als Corona-frei aufgeschienen war. Inzwischen sind in diesem Umfeld bereits elf Infizierte bestätigt. 

Dieser Corona-Cluster ist laut Bezirksverwaltungsbehörde für alle derzeit in der Stadt Salzburg bekannt gewordenen Krankheitsfälle der Auslöser. Er nahm seinen Anfang bei einer Veranstaltung mit rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Stadt und Land am letzten Montag (15. Juni, Anm.). Medienberichten zufolge soll es sich dabei um den Rotary Club gehandelt haben.

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