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Heilungsprozess

So verläuft eine Covid-19-Erkrankung

Experte klärt über Immunität gegen Coronavirus auf

Täglich gibt es neue Zahlen zu Erkrankten und Todesfällen aufgrund des neuartigen Coronavirus. Doch ein großer Teil der Covid-19-Infektionen verläuft harmlos. Wir haben uns angesehen, wie eine Heilung verläuft und, ob die Infizierten danach immun gegen das Virus sind.

Als "moderat" stuft das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das aktuelle Risiko einer Infektion mit dem neuen Coronavirus europaweit ein (Stand: 1. März). Die Zahl der mit Coronavirus-Infizierten in Österreich ist seit Samstag von zehn auf 16 angestiegen (Stand 2. März, 10.00 Uhr).

  • Salzburg: 2
  • Wien: 9
  • Niederösterreich: 2
  • Steiermark: 1
  • Tirol 2

Weltweit gibt es laut Daten der Weltgesundheitsbehörde (WHO) 87.137 bestätigte Fälle in 59 Ländern. Insgesamt seien bis 1. März 2.977 Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben, am 2. März sind es bereits mehr als 3.000.

 

45.110 Menschen von Coronavirus genesen

Auch eine Karte der John Hopkins Universität in den USA zeichnet die Infektionen und Todesfälle nach. Die Karte hat mehrere Quellen, unter anderem die WHO, DXY – eine Plattform der medizinischen Community in China – sowie weiteren Gesundheitsministerien weltweit, heißt es in einem Blogbeitrag der Universität. Die Entwicklung des Coronavirus wird in Echtzeit dargestellt und könne sich von anderen Quellen unterscheiden, schreiben die Autoren.

Hier ist die Rede von 89.073 bestätigten Fällen und 3.048 Todesfällen. Zudem zeigt die Karte auch jene Fälle an, in denen Covid-19-Erkrankte wieder gesund wurden. Insgesamt sind das 45.110 Menschen auf der ganzen Welt – mehr als die Hälfte der Infizierten. In der untenstehenden Karte haben wir die Zahl der genesenen Menschen pro Land für euch eingezeichnet (Daten: John Hopkins Universität).

80 Prozent der Fälle verlaufen mild

Laut einer Studie des Chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle und -vorbeugung verläuft die Krankheit in 80 Prozent der Fälle mild. 13,8 Prozent der Infektionen nehmen einen ernsten Verlauf, 4,7 Prozent sind lebensgefährlich. Dafür wurden 72.314 Infektionen ausgewertet.

Das stimmt mit der Einschätzung der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) überein. In den meisten Fällen werde das Immunsystem des Körpers mit der Krankheit fertig, heißt es auf Anfrage von SALZBURG24. 80 bis 85 Prozent aller Fälle weltweit würden mild verlaufen. Derzeit geht man davon aus, dass Covid-19 weniger gefährlich ist, als etwa MERS (Middle East Respiratory Syndrome) und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome). Die Sterblichkeitsrate liegt hier bei 30 bzw. zehn Prozent. Aktuelle Erhebungen gehen in China derzeit von einer Todesrate von 1,4 Prozent aus.

Coronavirus, Tipps Land Salzburg

Burgmann: "Großteils wie grippaler Infekt"

Heinz Burgmann, Leiter der klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin an der MedUni Wien, erklärt im Gespräch mit SALZBURG24: „Ein Großteil der Erkrankungen verläuft mit Kopfschmerzen, Husten, Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung, Anm.) oder auch Fieber. Es verläuft wie ein klassischer grippaler Infekt.“ Behandelt wird das mit unterstützenden Therapien, der Test auf das Virus bringt schon nach vier Stunden ein Ergebnis.

„Dann gibt es ein paar Infektionen, die schwerer verlaufen. Wo es zu Kurzatmigkeit kommt oder auch Lungenentzündungen auftreten.“ Das sei aber der geringste Teil, etwa fünf bis sechs Prozent brauchen eine intensivmedizinische Behandlung. Einige wenige davon müssen beatmet werden. „Das ist ähnlich wie bei der Grippe: Der Großteil der Infektionen verläuft mild und wir haben ein paar Patienten, wo die Erkrankung sehr dramatisch verlaufen kann.“

Die Symptome treten etwa nach vier Tagen auf. Es gäbe aber auch Infektionen, die ohne Symptome ablaufen – also noch milder. „Das ist insofern ein Problem, weil die natürlich auch das Virus weitergeben können. Es ist nicht wie bei SARS, dass die Leute erst infektiös werden, wenn sie schon schwer krank sind“, erklärt der Experte.

Ablauf bei Coronavirus-Verdacht APA

Immunität: Einmal Covid-19 und nie wieder?

Ist man nach überstandener Krankheit immun gegen das neue Virus? Burgmann weist hier daraufhin, dass es dazu aktuell noch nicht viele Erkenntnisse gäbe. „Über den langfristigen Immunverlauf weiß man noch nichts.“ Es sei aber davon auszugehen, dass sich eine Immunität aufbaut. Für wirklich schwer Erkrankte seien diese Antikörper eine zusätzliche Therapiemöglichkeit. Eine mehrfache Ansteckung beobachte man auch bei anderen Infektionskrankheiten immer wieder. „Der Großteil wird einmal die Infektion haben und sich nicht laufend neu infizieren. Dann gibt es jene, die sich gar nicht infizieren, weil sie den passenden Rezeptor gar nicht haben. Und auf der anderen Seite gibt es jene, die sich mehrfach infizieren“, erläutert Burgmann. Nach jetzigem Stand seien Mehrfachinfektionen aber „selten und nicht die Regel.“

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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