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Infektionsgefahr

Engpass bei Atemmasken in Salzburger Apotheken

Schützen sie überhaupt vor Corona und Influenza?

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In Salzburger Apotheken werden derzeit vermehrt Atemschutzmasken gekauft. (SYMBOLBILD)

Nach den ersten Coronavirus-Fällen in Europa steigt auch in den Salzburger Apotheken die Nachfrage nach Atemmasken. Sind sind als Schutz nötig bzw. überhaupt ratsam? Wir haben uns erkundigt.

„Tag für Tag wird vermehrt angefragt“, berichtet Kornelia Seiwald, Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer, am Donnerstag auf SALZBURG24-Anfrage. Inzwischen komme es sogar zu vorübergehenden Lieferengpässen, wie sie schildert. „Gestern konnten wir beispielsweise keine Masken anbieten, da der pharmazeutische Großhandel nicht liefern konnte.“

 

Unterschiede beim Atemschutz

Seiwald arbeitet in der Stadtapotheke Hallein (Tennengau). Die Masken werden dort für 50 Cent pro Stück verkauft. Nach den Lieferschwierigkeiten seien aber wieder rund 150 Stück lagernd.

Grundsätzlich gebe es bei Atemschutzmasken drei Klassifikationsstufen, abhängig von der Dichte des Gewebes. „Das Gesundheitsministerium empfiehlt Masken der Stufe FFP2 und FFP3. Masken mit eingebautem Filter sind nicht nötig“, erklärt die Apothekerin.

Höhere Infektionsraten durch Masken?

Die Mundschutzmasken sieht man bei der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) äußerst kritisch. Dort wurde eine eigene Coronavirus-Hotline eingerichtet. Alle Infos dazu findet ihr HIER.

Zur Vorbeugung vor Virus-Infektionen sei die Wirksamkeit der Masken sehr eingeschränkt, heißt es dort auf S24-Anfrage. Einerseits gebe es zu viele Öffnungen, andererseits würden die Masken die Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden, nicht abfangen. Franz Allerberger, Leiter der Abteilung Öffentliche Gesundheit bei der AGES, macht indes darauf aufmerksam, dass es durch das Tragen von Masken auch zu höheren Infektionsraten kommen könne: „Die Leute greifen dann unwillkürlich zum Mund, um die Maske neu zu positionieren.“ So würden Erreger in die Nähe des Mundes und der Nase gelangen. Diese gelten bei Tröpfcheninfektionen als Eintrittspforte.

Ratsam für immungeschwächte Menschen

Sinnvoll könnten sie hingegen bei bereits Erkrankten – unabhängig ob Coronavirus oder Influenza – sein. Da sie das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Spritzer“ von Niesen oder Husten verringern. Laut Seiwald ist eine Schutzmaske auch für bereits immungeschwächte Menschen ratsam. Diese könnten sich so, gerade bei größeren Menschenansammlungen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, vor Viren und Bakterien schützen.

Generell sei zum Schutz Handhygiene – also regelmäßiges Waschen und Desinfizieren – das Um und Auf, betont die Apothekerin. Grundsätzlich grenzt sich die Prävention vor dem Coronavirus nicht wirklich von der Grippe ab. „Die Möglichkeiten, dieser Infektion vorzubeugen, unterscheiden sich nicht von den generellen Empfehlungen, die wir bei anderen viralen Infektionen aussprechen“, führt Allerberger weiter aus.

  • Wascht eure Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife.
  • Bedeckt Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch (nicht mit den Händen) beim Husten oder Niesen.
  • Vermeidet direkten Kontakt zu kranken Menschen.

Coronavirus: Keine bestätigten Fälle in Österreich

Wie gefährlich der Coronavirus-Erreger tatsächlich ist, ist noch nicht genau abzusehen. Die Sterblichkeitsrate sei zwar etwas höher als bei normaler Grippe, allerdings wird die Mensch-zu-Mensch-Übertragung bei der neuartigen Lungenkrankheit als geringer eingeschätzt. Weltweit wurden bislang 7.711 Fälle (Stand: Donnerstag) bestätigt, neun davon in Europa – jeweils vier in Deutschland und Frankreich, ein Fall in Finnland. In Österreich gitb es bislang keine bestätigen Fälle.

Krankheitsbilder: Coronavirus, Grippe, Influenza, APA

Deutlicher Anstieg bei Influenza in Österreich

Im Vergleich dazu zeigt die Kurve bei der Influenza in Österreich deutlich nach oben: Vergangene Woche dürften nach Schätzungen pro 100.000 Einwohner knapp 1.100 Neuerkrankungen (Influenza und grippale Infekte) dazugekommen sein. Die Entwicklung ist bisher ganz ähnlich jener in den vergangenen Jahren, wie das Diagnostische Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ) am Dienstag mitteilte.

Worauf alle Experten in den vergangenen Tagen hingewiesen haben: Ohne einen "Reisehintergrund" nach China - besonders in die Region von Wuhan - ist bei Auftreten grippeähnlicher Symptome etc. in Europa nicht von einem Coronavirus-Verdacht auszugehen. Es sei regelmäßig die Influenza oder ein banaler grippeähnlicher Infekt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 13.05.2021 um 03:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/coronavirus-und-influenza-sind-atemschutzmasken-sinnvoll-82748125

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