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Eröffnung im Europark

Zwei Salzburgerinnen wollen die Welt retten

„Plastik ist nicht das Problem, sondern wir“

Festes Shampoo, Zahnbürsten aus Holz, Reiniger-Tabs zum selbst auflösen. All das findet man bei Damn Plastic in der Münzgasse in der Stadt Salzburg – und in Kürze auch im Europark. Die Mission scheint klar: Plastik um jeden Preis vermeiden. Dass das aber nicht unbedingt nötig ist, erklärt uns Geschäftsführerin Victoria Neuhofer bei unserem Besuch im Shop.

„Das Plastik ist nicht das Problem, sondern unser Umgang damit“, betont Neuhofer. Plastik sei ein „geniales“ Material. Günstig, leicht und robust. „Zum Problem wird es erst, wenn es sich zersetzt und so in die Umwelt gelangt.“

Aufräumen mit jedem Einkauf 

Passiv-grün lautet das Motto von Damn Plastic. Dahinter steht Folgendes: Es soll Konsumentinnen und Konsumenten so leicht wie möglich gemacht werden, auf die Umwelt zu achten. So werden zum Beispiel pro verkauftem Produkt zwischen zwei und fünf Euro an Clean-Up-Organisationen gespendet. „Unsere Kunden leisten ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit, indem sie bei uns einkaufen. Um den Rest kümmern wir uns.“

 

„Ich habe überall nur noch Plastik gesehen"

Mit Umweltschutz hatte ihre Idee anfangs aber nicht so viel zu tun. „Ich hatte jahrelang chronische Schmerzen im Bein, kein Arzt konnte mir sagen was los ist. Als letzten Ausweg habe ich mein Blut auf alles Mögliche testen lassen.“ Eine Ursache für die Schmerzen wurde nicht gefunden, aber dafür mehr als 10.000 unterschiedliche Arten von Mikroplastik. „Von da an war ich regelrecht paranoid. Ich habe überall nur noch Plastik gesehen. Da wusste ich, dagegen will ich was tun.“

Von der Partynacht zur Geschäftsidee

Auch beim Feiern war das Problem für die 32-Jährige allgegenwärtig. Ihrer Freundin und jetziger Geschäftspartnerin Stephanie Sinko ging es ähnlich. Gemeinsam kam ihnen die Idee einen Vertrieb für nachhaltige Gastro- und Eventausstattung zu starten. „Wir wollten einfach, dass man ordentlich feiern kann, ohne überall Müll zu hinterlassen“, so Neuhofer. Den Schritt zum eigenen Shop hat die 32-Jährige aber alleine gewagt. Als sie damit Fuß gefasst hat, hat sie Stephanie kurzerhand die Hälfte des Unternehmens geschenkt.

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Salzburgerinnen bei „2 Minuten 2 Millionen"

Einigen dürfte das Duo bereits bekannt vorkommen: Vor kurzem waren die beiden bei der Show "2 Minuten 2 Millionen" zu Gast und haben den Investoren ihre Vision der Weltrettung vorgestellt. Bei denen kam das gut an: Der Zuschlag ging an Hotelier Bernd Hinteregger, der 100.000 Euro für Anteile in Höhe von 10 Prozent geboten hat. Dazu ist es aber letztendlich gar nicht gekommen, wie uns die Geschäftsführerin erzählt. „Wir wollten einfach keine Anteile von unserem Traum für Geld an jemanden abgeben.“

Neueröffnung im Europark

Auch ohne Investment scheint die Vision der Beiden ein Erfolg zu sein. Seit Start im Jahr 2018 haben sie vier Stores eröffnet. Den Anfang machte der Shop in der Salzburger Münzgasse, außerdem haben sie einen Shop in Linz sowie zwei weitere in Wien. Für Samstag ist außerdem die Eröffnung eines weiteren Geschäftes im Europark geplant. Dafür machen die beiden Unternehmerinnen aktuell im Salzburger Shopping-Center die Nächte durch und verleihen dem Shop den letzten Schliff. "Ich bin echt froh, wenn dieser Schritt geschafft ist. Auch wenn uns dann in Wien nochmal das selbe erwartet," freut sich die junge Unternehmerin. Somit kommen die beiden der Mission Weltrettung wieder einen Schritt näher.

(Quelle: SALZBURG24)

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