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"Schnell zurück zum Alltag"

Das ist das Finanzpaket für Hochwasseropfer

Kurz und Haslauer fixieren Hilfsleistungen

Nur 48 Stunden traf der Starkregen das Bundesland Salzburg, die Schäden gehen in die Millionen, es wird Monate dauern alles zu beseitigen. „Gemeinsam werden wir allen beim Wiederaufbau helfen", sagten Bundeskanzler Sebastian Kurz, Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrat Josef Schwaiger (alle ÖVP) heute bei einer Pressekonferenz in Salzburg.

Jetzt geht es darum, Existenzen zu sichern und die Infrastruktur wieder zu errichten. Alle können sich sicher sein, dass schnell geholfen wird. Wir wollen Mut machen, dass wir das gemeinsam schaffen. Und wir werden teilweise Investitionen in Schutzbauten vorziehen“, versichern Kurz, Haslauer und Schwaiger.

Sieben Millionen Euro Schäden

Denn der Landeshauptmann bezifferte heute die Schäden Privater mit rund sieben Millionen Euro - "vor allem im Bereich Hallein und im Oberpinzgau, wo doch einige Häuser in Uttendorf und Niedernsill betroffen waren."

Man sei aber noch dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Unklar sei auch, welche Schäden an Straßen, Wegen, im Gewerbegebiet von Mittersill, auf landwirtschaftlichen Flächen und an der Pinzgauer Lokalbahn entstanden seien. "Das wird eine Menge Geld kosten. Nach der Schadenserhebung wird es weitere Unterstützungsgespräche mit dem Bund geben."

Die nötige Unterstützung durch den Katastrophenfonds wird auf fünf Millionen Euro geschätzt. Der Bundesanteil des Katastrophenfonds von 60 Prozent wird bevorschusst, um noch schneller helfen zu können. Für vorgezogene Wildbach-Schutzverbauungen sind 33,5 Millionen Euro reserviert. Welchen Schaden das Hochwasser vom Wochenende gesamt angerichtet hat, kann noch nicht beziffert werden, Begehungen und Erhebungen dauern noch an.

Kurz: „Katastrophenhilfe und Wiederaufbaupaket“

 „Die Bilder aus Salzburg und den anderen betroffenen Regionen Österreichs haben uns einmal mehr vor Augen geführt, wie schnell ein Naturereignis das Leben verändern kann. Mit dem bewährten Katastrophenfonds stehen für die Bürgerinnen und Bürger die notwendigen Finanzmittel bereit. Der Katastrophenfonds des Bundes ist mit 450 Millionen Euro gefüllt. An den finanziellen Mitteln wird es nicht scheitern. Zusätzlich werden wir für Schutzbauten Finanzierungen vorziehen, um rascher für noch mehr Sicherheit zu sorgen“, sagt Bundeskanzler Kurz.

„Möglichst schnelle Rückkehr zum Alltagsleben“

„Mit dieser Finanzierungs-Initiative wollen wir Mut machen. Es ist wichtig, klar zu zeigen, dass es weitergehen wird. Die Menschen brauchen uns jetzt, und mit diesem Investitionspaket ist der Wiederaufbau gesichert. Mir sind zwei Dinge ganz wichtig: Die bewährte Hilfe über den Katastrophenfonds ist aufgestellt und es wird jedem schnell geholfen. Dann geht es in weiterer Folge darum, die zerstörte Infrastruktur aufzubauen und so das alltägliche Leben wieder reibungslos zu ermöglichen“, betont Landeshauptmann Haslauer.

750 Millionen seit 2002 für Schutzbauten

„Mehr als 750 Millionen Euro haben wir seit 2002 in den Hochwasserschutz investiert. Am Wochenende haben wir gesehen, dass er wirkt und wir auf dem richtigen Weg sind. Doch: Es steht noch eine Reihe von Projekten an. Die nächsten großen sind in Bad Hofgastein, Oberndorf und Seekirchen“, so Landesrat Josef Schwaiger. „Der Dauersiedlungsraum, die Hauptwohnsitze konnten beim jüngsten Hochwasser fast zur Gänze geschützt werden. Das ist ein Ergebnis von 750 Millionen Euro, die wir seit 2002 investiert haben“, betont Landesrat Josef Schwaiger und verdeutlicht: „In Mittersill waren wir am Wochenende 1,20 Meter über dem Hochwasser des Jahres 2005. Hätten wir diesen Hochwasserschutz nicht gemacht, hätte diese Region keine Zukunft. Hier noch mehr im Hochwasserschutz zu machen, stößt an technische Grenzen“, so Schwaiger und vergleicht zusätzlich: „1.000 beschädigte Objekte waren es beim Hochwasser 2005 im Oberpinzgau, diesmal sind es 50. Ein Beleg, dass Schutzbauten wirken, aber hundertprozentige Sicherheit kann es nie geben.“

Seit 2005 jährlich 30 bis 50 Mio. Euro investiert

Das Hochwasser 2005, bei dem vor allem Mittersill stark vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde, war der Katalysator für einen kontinuierlichen Ausbau des Hochwasserschutzes im Land Salzburg. „Seit 2005 investieren wir jährlich etwa 40 bis 50 Millionen Euro für Wildbach- und Lawinenverbauung und den Hochwasserschutzbau, drei Viertel der Kosten kommen vom Bund. Wir achten besonders darauf, alle Maßnahmen gut abgestimmt mit den Gemeinden und Interessenten abzustimmen. Weil das ist das Wichtigste - dass die Menschen mittun“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Ohne Schutz wäre Schaden um ein Vielfaches höher

Der gesamte Hochwasserschutz für den Oberpinzgau westlich von Zell am See ist abgeschlossen, auch in Hallein, im Ennspongau, im Saalachtal wurde enorm viel investiert. In Kürze ist der Hochwasserschutz im Zeller Becken mit Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro komplett abgeschlossen. Ein einziges 100-jährliches Hochwasser würde in Zell am See und Bruck an der Glocknerstraße einen geschätzten Schaden von 70 Millionen Euro verursachen. Im Flachgau wird heuer der Schutz am Pladenbach (St. Georgen) fertiggestellt, ebenso im Pinzgau an der Saalach bei St. Martin. In Vorbereitung sind Projekte an der Lammer in Abtenau, an der Gasteiner Ache in Bad Hofgastein und an der Saalach in Wals-Siezenheim. Kleinere Projekte gibt es in Seekirchen und Straßwalchen, Vorhaben an der Saalach in Saalfelden-Uttenhofen und Unken sowie an der Großarler Ache sind in Planung.

33,5 Millionen für Ausbau der Wildbachverbauung

Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) sorgt außerdem für mehr Sicherheit in den Zubringergräben. Hier betragen die eingesetzten Summen bis zum Dreifachen des Hochwasserschutzes. Zwischen 2002 und 2020 wurden knapp 500 Millionen Euro eingesetzt. Das größte Projekt Österreichs mit 58 Millionen Euro in Salzburg wird seit 2019 im Glemmtal umgesetzt und schützt künftig mindestens 700 Gebäude und zehn Kilometer Verkehrswege. Innerhalb der kommenden fünf Jahre können Projekte mit zusätzlichen 33,5 Millionen Euro von Bund (60 Prozent) und Land (40 Prozent) vorgezogen und damit rascher umgesetzt werden. Dies betrifft den Schmittenbach in Zell am See, die Köstendorfer Wildbäche, Rußbach, die Tamsweger Wildbäche, Schutzwaldmaßnahmen in Fusch, auf der Gasteiner Sonnseite und das Wildtal in St. Martin bei Lofer. 

(Quelle: SALZBURG24)

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