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Betriebe in Startlöchern

Das ist Salzburgs Tourismus-Strategie

Land setzt auf deutsche und heimische Urlauber

Trotz Corona schauen die Salzburger Touristiker der Wiederöffnung von Hotellerie und Gastronomie mit Optimismus entgegen. "Die Gäste sitzen auf ihren Koffern“, hieß es bei einem Pressetermin am Montag in Salzburg.

"Die Inzidenzzahlen gehen in die richtige Richtung. Seit Deutschland die Aufhebung der Beschränkungen der Reisefreiheit verkündet hat, sind die Buchungsanfragen in den Betrieben stark gestiegen", sagte Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburger Land Tourimus GmbH (SLTG), am Montag bei einem Pressegespräch zum bevorstehenden Sommertourismus.

Deutsche stehen auf Salzburg

Viele Betriebe hätten die vergangenen Monate genützt und in Umbauten und Modernisierungen investiert. Nun stehen alle in den Startlöchern und freuten sich nach dem langen Lockdown auf die Wiedereröffnung. Bauernberger verwies auf Umfragen, die den Optimismus stützen: Laut Deutscher Reiseanalyse ist jeder dritte Deutsche an einem Urlaub in Österreich und Salzburg interessiert.

Heimischer Sommerurlaub

In Österreich wollen 45 Prozent der Befragten heuer einen Sommerurlaub machen. Von diesen planen 58 Prozent ihren Urlaub im Inland. Um diese Potenziale auszuschöpfen, investiert die SLTG unter dem Kampagnenmotto "Dafür leben wir" vier Millionen Euro in die Bewerbung des Sommers.

 

"Die Pandemie hat bewirkt, dass man nicht mehr in Flugmeilen denkt, sondern in Nähe", sieht auch der für Tourismus zuständige Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) gute Chancen für den heimischen Sommertourismus. Der vergangene Sommer sei besser gelaufen als erwartet, man habe in den Sommermonaten 70 Prozent der Nächtigungen von 2019 erreicht. In Salzburg kommen mittlerweile im Sommer 38 Prozent der Gäste aus Deutschland und 25 Prozent aus Österreich.

Sicherheit mit Corona-Tests

Trotz aller Euphorie dürfe man nicht aus den Augen verlieren, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei, warnte Haslauer. Deshalb sei das umfangreiche Testangebot wichtig, um Einheimischen und Gästen Sicherheit zu geben. Salzburg baue eine Kapazität von 750.000 Tests pro Woche auf. Haslauer appellierte daran, dass die Selbsttests vor Ort beim Besuch in der Gastronomie oder beim Friseur nur die Ausnahme sein sollten. Besser wäre ein Wohnzimmertest, der über QR-Code ins System gemeldet werde. Das sei aus Rücksicht auf andere Gäste angenehmer, außerdem gelten diese Selbsttests nur für den jeweiligen Eintritt.

Mehr Bahnreisende sind Ziel

Intensivieren will man in Salzburg die Anreise der Gäste mit der Bahn, deshalb wurde die bestehende Kooperation mit ÖBB und Deutscher Bahn (DB) intensiviert. Vor der Pandemie kam jeder zehnte Gast aus Deutschland mit dem Zug. Ein Wert, der noch ausbaufähig sei, waren sich Bauernberger und Matthias Feil, Leiter Angebotsmanagement und Fernverkehr der DB, einig. Deshalb werden gemeinsam Pakete für die Gäste geschnürt, damit nicht nur die Anreise, sondern auch die Mobilität am Urlaubsort gesichert ist.

(Quelle: APA)

Lokalbetreiber befürchten verhaltenen Gastro-Start

Öffnung Gastronomie APA/BARBARA GINDL

In Salzburg freuen sich Wirte und Hoteliers, mit Mittwoch wieder aufsperren zu können. Betriebswirtschaftlich dürften die ersten Wochen allerdings schwierig werden, zeigte ein APA-Rundruf bei einem halben Dutzend Betrieben.

Die Unternehmer fürchten, dass die Vielzahl an Beschränkungen nach einem ersten Hoch Gäste eher abschrecken als anlocken könnte. Die Branche hofft darum auf eine baldige Lockerung der Regeln. Gute Aussichten gibt es für die Ferienhotellerie am Land.

raschhofer Facebook/Screenshot
Salzburgs Wirte dürfen ab Mittwoch wieder für Gäste öffnen.

Salzburger Wirte machen Lust auf Gasthaus-Besuch

Am Mittwoch öffnet die Gastronomie endlich wieder für Gäste. Einige Salzburger Wirte waren kreativ und locken mit lustigen Videos auf Social Media.

Vier-Personen-Regeln als Herausforderung

"Wir sind schon relativ voll, aber nicht bis zum Anschlag. Aber bei uns reservieren die Leute recht kurzfristig", sagte Alexander Weitlaner vom Hammerwirt in Oberalm unweit von Salzburg. "Wir haben viele große Tische im Lokal. Wenn das Wetter nicht mitspielt und die Gäste nicht draußen sitzen können, wird uns die Vier-Personen-Regel vor Herausforderungen stellen."

Der Gastronom und sein Geschäftspartner haben den Hammerwirt nach dem ersten Lockdown neu übernommen. "Wir waren vom ersten Tag bis zum neuerlichen Zusperren immer gut besucht. Ich bin aber ein wenig skeptisch, dass das wieder so ist. Es wird ein bisschen ruhiger werden, weil viele finanziell nicht mehr so dastehen wie vor der Pandemie." Man habe ein paar Test-Kits besorgt, falls wirklich wer darauf vergessen haben sollte. "Aber Werbung machen wir nicht. Wir sind ein kleiner, familiärer Betrieb. Wenn da wer eine Viertelstunde beim Test zuschaut, fehlt er im operativen Geschäft."

 

"Sind ein Restaurant, kein Lazarett"

Auch andere Wirte haben keine Freude mit den einmal gültigen Schnelltests im Lokal. "Wir sind ein Restaurant, kein Lazarett", sagte Karl Obauer, der mit seinem Bruder Rudi in Werfen eines der besten Restaurants Österreichs führt. "Wir bieten diese Möglichkeit zwar an, aber uns ist es lieber, wenn jeder sein eigenes Testergebnis mitbringt." Es sei ein gutes Gefühl, endlich wieder aufsperren zu können. "Die Kunden sind erpicht, wieder essen gehen zu können." Auch das angeschlossene Hotel sei gut gebucht. "Wir vermieten unsere Zimmer zu 95 Prozent über den Tisch", erklärte Obauer.

Hoffen auf Touristen

Die ersten Tage hätten vor allem Stammgäste reserviert, berichtete Silvia Löcker vom Johanneskeller in der Stadt Salzburg. "Aber wir können wahrscheinlich erst in zwei Wochen sagen, ob die Leute dann noch immer so heiß aufs vorher testen sind. Danach halten wir beides für möglich: Ansturm oder tote Hose." Betriebswirtschaftlich lohnen werde sich das Öffnen wohl erst, wenn die Grenzen nach Österreich wieder offen sind. "Wir haben viele Stammkunden, aber wir brauchen auch die Touristen." Zum Start sei man gut aufgestellt - Ad-hoc-Tests bietet man aber keine an. "Das stiftet nur Chaos. Wir können es uns nicht leisten, dafür jemanden abzustellen."

Sternbräu hofft auf rasche Lockerungen

Im Sternbräu - eine Braugaststätte mit mehreren Lokalen und 700 Sitzplätzen innen und fast 800 im Freien - hofft Wirt Harald Kratzer auf eine rasche Lockerung der Beschränkungen. "Die Auflagen sind hoch: Reintesten, Kontrolle, Registrierung per App oder mit Zetteln, Maske." Besonders "happig" sei der geltende Mindestabstand, der sich gegenüber dem Vorsommer von einem auf zwei Meter verdoppelt habe. "In unseren Stuben ist das fast nicht einhaltbar. Wir verlieren damit die Hälfte der Sitzplätze." Er gehe davon aus - "mit ein wenig Jonglieren" - rund 60 Prozent der Plätze besetzen zu können. "Aber selbst wenn wir überrannt werden, fehlen uns noch immer 40 Prozent. Hauptsache aber, wir sperren endlich auf."

Schnitzel, SB APA/GÜNTER R. ARTINGER

Lokale sperren am Mittwoch wieder auf

Land auf Land ab freuen sich Gäste, wieder ein Lokal besuchen zu können und Wirte bereiten sich auf die heiß ersehnte Öffnung unter Auflagen ab Mittwoch vor.

Kurzfristig spiele wohl auch das Wetter - und das schaut diese Woche nicht gut aus - eine Rolle. Langfristig hänge es von den Touristen vor allem aus Deutschland ab. Und: "Es steht und fällt mit der Testung. Die Frage ist, tun sich das die Leute länger an. Bei den Friseuren war das Geschäft nach einem ersten Schwung auch eher mau." Wichtig sei auch, dass der Grüne Pass möglichst schnell und fehlerfrei funktioniere.

Ferienhotellerie erwartet guten Sommer

"In der Ferienhotellerie ist ein guter Sommer zu erwarten, vor allem wenn Grenzöffnungen weiter voranschreiten", erklärte Georg Imlauer, Hotelier und Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer Salzburg. Für die Stadthotellerie prognostizierte er hingegen eine schwierige Saison. "In Teilbereichen, etwa im Zusammenhang mit dem Festspieltourismus, schaut es nicht so schlecht aus. Sonst ist die Buchungslage noch sehr verhalten." Imlauer rechnet in der Stadt Salzburg im Mai und Juni mit einer Auslastung von unter 30 Prozent.

Schwarze Null nicht mehr zu schaffen

"Wir bräuchten über das Jahr gesehen eine Auslastung von 50 Prozent für eine betriebswirtschaftliche schwarze Null. Das schaffen wir nicht mehr. Wir hoffen auf weitere Entschädigungen für den Rest des Jahres, vor allem aber auf eine Verlängerung der Kurzarbeit", sagte der Kammerfunktionär. Die Stadthotellerie werde nicht vor 2022 zu alter Stärke zurückehren. "Dazu braucht es die Überseemärkte." Zugleich dürfte sich das Reiseverhalten durch die Pandemie nachhaltig verändern. "Kongresse oder Incentiv-Reisen werden wohl kleiner werden und verstärkt digital stattfinden. Und vielleicht findet auch nicht mehr jede Flugreise wie vorher statt."

Imlauer hofft, dass die Beschränkungen bereits mit 1. Juli herunter gefahren werden, wenn dann mehr Leute geimpft seien. "Wir sehen das jetzt als eine kurze vorübergehende Übergangszeit." Ängste von Beherbergungsbetrieben, nicht ausreichend Eintrittstest-Kits zu bekommen, zerstreute er. "Die Tests sollen heute und am Dienstag in den Impfstraßen kostenlos abgeholt werden können."

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