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Defis retten Leben in Salzburg

Geräte in 23 Gemeinden zugänglich

Erste Hilfe Rotes Kreuz Rotes Kreuz Salzburg
In Erste-Hilfe-Kursen soll die Hemmung vor Defibrillatoren genommen werden.

Bei einem Herzstillstand entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Wie gut die Überlebenschancen sind, hängt davon ab, ob in den ersten Minuten fachgerecht Erste Hilfe geleistet wird. Heutzutage sind Defibrillatoren (kurz: Defis) zum Standard geworden – rund 600 Geräte in Betrieben und Gemeinden sind in der Salzburger Rot-Kreuz-Leitstelle gemeldet.

Es ist wohl für jeden die ultimative Horror-Vorstellung: Hilflos und sich nicht rührend liegt ein Mensch am Boden. Was tun?

Jede Sekunde zählt, gerade bei einem Herzstillstand. Die Statistik zeigt: Wenn in den ersten drei Minuten mit der Herzdruckmassage und der Defibrillation geholfen wird, liegt die Überlebenschance bei fast 75 Prozent.

Defis in Betrieben und Ämtern

In vielen Betrieben sind sie längst Standard im Arbeitsschutz, doch auch Orte in Salzburg ziehen nach. "Es ist zu beobachten, dass immer mehr Gemeinden öffentliche Defis anbieten wollen", sagt Christian Patterer, Leiter der Ausbildungsakademie beim Roten Kreuz Salzburg. Die Hilfsorganisation hat bislang insgesamt 23 Gemeinden mit einem oder mehreren Geräten ausgestattet.

"Wir bekommen Rückmeldung von etwa 25 Einsätzen aller rund 600 Gerätejährlich“, erklärt Patterer im S24-Gespräch. Konkrete Zahlen zu Lebensrettungen dank der Defis gibt es nicht, "weil wir den weiteren klinischen Verlauf nicht kennen." Solche Geräte sind flächendeckend über alle Gaue verteilt, zuletzt schaffte sich die Gemeinde Eugendorf (Flachgau) welche an.

Defibrillatoren in Salzburger Gemeinden

In den Gemeindeämtern der Landeshauptstadt, sowie in den Flachgauer Orten Bergheim, Obertrum, Straßwalchen, Seekirchen, Faistenau, Koppl, Ebenau, Mattsee und Eugendorf gibt es frei zugängliche Defis. Im Tennengau haben die Gemeinden St. Koloman und Bad Vigaun eigene Geräte und im Lungau sind es Göriach, St. Michael, Zederhaus und Tamsweg. Weiters sind öffentliche Defis in Goldegg, Kleinarl, Bischofshofen, St. Johann und Bad Hofgastein (alle Pongau) sowie in Rauris und Krimml im Pinzgau.

Einfach und gefahrlos benutzen

Bei einem Notfall gilt generell sofort den Notruf zu wählen. "Die Leitstelle zeigt dann, wo der nächste Defi ist. Man kann also jemanden schicken, das Gerät zu holen", appelliert Patterer. Der Defi ist selbsterklärend und "kann völlig gefahrlos benutzt werden. Sobald Lebenszeichen zu erkennen sind, lässt das Gerät auch keine Schockabgabe zu." Heuer wurde eines erfolgreich an der Autobahnraststätte Walserberg eingesetzt. "Danach kam der Patient mit Vitalfunktionen ins Krankenhaus", berichtet Ausbilder Patterer, der weiß, dass die Hemmschwelle, das Gerät im Ernstfall einzusetzen, oft noch groß ist.

Erste Hilfe rund um die Uhr

In Erste-Hilfe-Kursen soll diese Angst genommen werden. "Die Teilnehmer lernen die Anwendung und üben sie in der Praxis", schildert Patterer und ergänzt, "so fühlt man sich im Ernstfall sicher und traut sich die Anwendung zu. Man kann nichts falsch machen." Zudem gibt das Gerät genaue Anweisung, was zu tun ist – alles ist selbsterklärend.

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Das Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit der Defis sei in den letzten Jahren stark gestiegen. 1.800 Euro kostet ein Gerät samt Schulung und Wartung. Das Rote Kreuz Salzburg verkauft 40 bis 50 davon jährlich – "Tendenz steigend", so Patterer. Ziel ist es, dass Defis jederzeit verfügbar sind, also auf öffentlichen Plätzen und in Gebäuden, sowie in Einkaufszentren, Betrieben und auch Öffis.

 

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