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Unterschiedliche Arten

Warum Lawine nicht gleich Lawine ist

Staublawine LMZ/Christian Dick
Hier geht gerade eine Staublawine im Hagengebirge ab.

Naturgewaltig und unberechenbar – im Alpenraum gehören Lawinen zu jenen Ereignissen, die jederzeit eintreten können. Die aktuelle Wetterlage sorgt im Bundesland Salzburg derzeit für große Lawinengefahr. Dabei ist Lawine nicht gleich Lawine. Wir klären euch über die unterschiedlichen Arten auf.

„Fast im ganzen Land Salzburg herrscht heute große Lawinengefahr, entlang und nördlich der Tauern gilt Warnstufe 4. Im Verlauf des Tages wird die spontane Lawinenaktivität zunehmen. Wir haben eine heikle Triebschneesituation und vor allem das Gleitschneethema rückt jetzt in den Vordergrund. Hier sind auch größere Abgänge möglich. Eine heikle Situation für die Wintersportler, auch aufgrund sehr schlechter Sicht. Wir raten, auf Fahrten im freien Gelände unbedingt zu verzichten“, charakterisiert Norbert Altenhofer, Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes, die aktuelle Situation.

Schneebrett

Schneebretter unterscheiden sich durch den Anriss, der in etwa quer zum Hang verläuft, von Lockerschneelawinen. Schneeschichten rutschen dabei auf einer Gleitschicht in die Tiefe. Der Begriff beschreibt, dass eine ganze Schneemasse „wie ein Brett“ auf einmal losfährt. Sie müssen nicht groß sein, um gefährlich zu werden. Sie erreichen schnell eine hohe Geschwindigkeit. Während des Verlaufs kann sich ein Schneebrett zu einer Staublawine umwandeln. Bei stärkeren Hangneigungen sind Schneebretter selten. Hier kommt es eher zu einer Staublawine. Man unterscheidet zwischen trockenen und nassen Schneebrettlawinen. Sie sind die klassische Gefahrenquelle für Skitourengeher und Freerider.

Staublawine

Staublawinen entstehen, wenn eine große Schneemasse einen steilen Hang hinabstürzt und dabei weiteren Schnee aufnimmt. Bei großer Fallhöhe und genügend Menge vermischt sich der Schnee mit Luft und es entwickelt sich eine Staubwolke. Staublawinen können bis zu 300km/h schnell werden und große Schäden anrichten.

Lockerschneelawine

Lockerschneelawinen breiten sich vom Auslösepunkt meist birnenförmig nach unten aus, indem der abrutschende Schnee – wie in einer Kettenreaktion - immer mehr Schnee mitreißt. Lockerschneelawinen lösen sich oft spontan. Sie gehen oft während oder kurz nach einem Schneefall oder bei starker Erwärmung ab. Vor allem bei nassem Schnee können sie in anhaltend steilem Gelände beachtliche Größen erreichen.

Nassschneelawine

Nassschneelawinen reißen häufig spontan los und lösen sich vor allem bei Regen oder nach einer tageszeitlichen Erwärmung. Der Hauptauslöser ist flüssiges Wasser in der Schneedecke, das Bindungen an Schichtgrenzen markant schwächt. Sie entstehen vielfach im Frühling.

Gleitschneelawine

Gleitschneelawinen haben wie Schneebrettlawinen einen breiten, linienförmigen Anriss, doch rutscht hier die gesamte Schneedecke ab. Das ist auf glattem Untergrund wie Gras oder Felsplatten möglich. Je steiler der Hang, desto eher gleitet der Schnee ab. Abgänge sind zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.

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