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Die Zecken-Saison beginnt wieder

Bis Ende Juli ist in Salzburgs Apotheken der Impfstoff vergünstigt. EPA/Pleul
Bis Ende Juli ist in Salzburgs Apotheken der Impfstoff vergünstigt.

Im Frühling verbringen viele Menschen ihre Freizeit wieder aktiv im Grünen, ob bei Wanderungen, Ausflügen, beim Sport oder beim Garteln. Mit den wärmeren Tagen kommen aber auch die Zecken und damit besteht die Gefahr einer Ansteckung mit der gefährlichen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, kurz FSME.

"Daher ist es ratsam, sich rechtzeitig mit einer Impfung davor zu schützen", appellierten Gesundheitsreferent Lh-Stv. Christian Stöckl und Landessanitätsdirektorin Heidelinde Neumann an das Gesundheitsbewusstsein der Salzburgerinnen und Salzburger.

FSME wird durch Viren übertragen und greift das Zentralnervensystem (ZNS) an. Die Folgen können schwerwiegend sein: Grippeartige Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Kopfweh und im schlimmsten Fall eine Entzündung der Gehirnhaut und des Gehirns sowie des Rückenmarks. Für zwei Prozent der Erkrankten verläuft die Krankheit tödlich. "Nur die Impfung schützt", so Gesundheitsreferent Stöckl, der auf die FSME-Impfaktion 2014 der Apotheken verweist, die heuer bis 31. Juli läuft.

Sieben FSME-Erkrankungen in Salzburg

2013 hat es österreichweit 98 FSME-Erkrankte gegeben. Davon waren jeweils zwei Erkrankte in Wien, Niederösterreich, im Burgenland und in Vorarlberg, sieben Erkrankte in Salzburg, neun in Kärnten, 16 in der Steiermark, 26 in Tirol und 32 in Oberösterreich. 16 der 98 FSME-Fälle betrafen Personen, die unter 16 Jahre alt waren.

Die ARGE Gesundheit hat eine FSME-Verbreitungskarte, die so genannte "Zeckenkarte", die auf der nachträglichen Erfassung von bereits aufgetretenen, diagnostizierten FSME-Krankheitsfällen beruht, erstellt. Darüber hinaus sind weitere Informationen zum Zeckenschutz im Internet unter www.zecken.at zu finden.

Jährliche Zeckenschutz-Impfaktion

Die Apotheken bzw. die hausapothekenführenden Ärzte bieten im Aktionszeitraum bis 31. Juli den Impfstoff vergünstigt an. Im Aktionszeitraum kostet der Impfstoff 33,50 Euro für Erwachsene, 28,90 Euro für Kinder. Der Zuschuss der jeweiligen Versicherungsanstalt wird in Abzug gebracht und der Restbetrag ist in der Apotheke zu bezahlen.

Beim Arzt ist das entsprechende Impfhonorar zu entrichten. Dieses kann dann zur Rückerstattung von fünf Euro bei der jeweiligen Sozialversicherung eingereicht werden.

Die jährliche Zeckenschutz-Impfaktion ist eine Initiative der Österreichischen Apotheker- und der Ärztekammer, der Pharmaindustrie, des Großhandels und der ARGE Pharmazeutika, die den Impfstoff den Konsumenten vergünstigt zur Verfügung stellen. Die Zeckenschutz-Kampagne 2014 wird darüber hinaus auch von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) unterstützt.

Zecken: Abwicklung der Schutzimpfung

Die Erstimpfung ist in der kalten Jahreszeit zu empfehlen, die zweite Impfung innerhalb von ein bis drei Monaten, die dritte Teilimpfung innerhalb von fünf bis zwölf Monaten. "Die erste Auffrischungsimpfung nach drei Jahren, die weiteren Auffrischungsimpfungen dann alle fünf Jahre. Ab dem 60. Lebensjahr wird eine Auffrischung alle drei Jahre empfohlen", erklärt Landessanitätsdirektorin Neumann.

Empfohlen wird die Impfung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. In stark verseuchten Gebieten ist es durchaus sinnvoll, Kinder ab dem siebten Lebensmonat zu impfen. Personen über 50 Jahre seien stärker gefährdet, da die Krankheit in diesem Alter oftmals sehr kritisch sein kann, so Neumann.

FSME-Impfaktion in den Schulen

Das Land Salzburg unterstützt auch 2014 wiederum die FSME-Impfaktion an Schulen für alle Schülerinnen und Schüler, die an mehrtägigen Schulveranstaltungen in Endemiegebieten teilnehmen oder deren Schule in einem Endemiegebiet gelegen ist. Die Impfungen werden von den Amtsärztinnen und Amtsärzten des Landes an den Schulen durchgeführt. Als Unkostenbeitrag ist ein Betrag von 14 Euro pro Impfung zu entrichten. Von den jeweiligen Krankenversicherungsträgern werden nach durchgeführter Impfung unterschiedliche Kostenbeiträge rückerstattet.

Kleidung schützt bis zu gewissem Grad

Hauptsächlich leben Zecken im Gras oder auf Sträuchern und werden von Menschen, aber auch Haustieren abgestreift. Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Nach längerem Aufenthalt im "Grünen" ist das Kontrollieren auf möglichen Zeckenbefall ratsam. Auch durch geeignete Kleidung kann man sich bis zu einem gewissen Grad vor einem Zeckenstich schützen. Empfohlen werden lange Ärmeln und lange Hosen sowie möglichst helle Kleidung, um eventuelle Zecken leichter erkennen zu können.

Möglichst rasche Entfernung der Zecke

"Wenn es zu einem Zeckenstich kommt, sollte die Zecke ohne zusätzliche Maßnahmen, nur durch direkten Zug, am besten mit einer im Fachhandel erhältlichen Zeckenpinzette entfernt werden. Je früher dies geschieht, desto unwahrscheinlicher ist eine Infektion mit dem FSME-Virus, aber auch mit Borrelien", so Neumann.

Borrelien sind Bakterien, die ebenso schwerwiegende Erkrankungen des zentralen Nervensystems aber auch des Herzmuskels verursachen können. Gegen Borrelien gibt es derzeit in Europa noch keine Impfung. Bei Auftreten der sogenannten "Wanderröte", einem roten, sich vergrößernden Fleck, sollte auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Gegen die Erkrankung durch Borrelien gibt es eine wirksame Therapie mit Antibiotika. Bei einer FSME-Erkrankung können jedoch nur die Krankheitssymptome, nicht jedoch die Krankheit selbst behandelt werden. Daher ist die Impfung der einzig mögliche Schutz vor einer FSME.

(Quelle: S24)

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