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Studie

So steht es um die Zukunft des Wintersportlandes Salzburg

Symbolbild Wintersport Skifahren APA/Barbara Gindl
Skigebiete wird es trotz Klimawandels auch in Zukunft geben (Symbolbild).

Eine Studie liefert erstmals Fakten über die langfristige Entwicklung der Schneedecken in Salzburg und die Rahmenbedingungen für die Beschneiung angesichts des Klimawandels. Vor allem niedrig gelegene Skigebiete stehen in Zukunft vor größeren Herausforderungen. „Mir ist wichtig, dass wir uns vorausschauend mit erwartbaren Entwicklungen beschäftigen, um frühzeitig reagieren zu können und dabei die richtigen Schritte setzen“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Dienstag bei der Präsentation in St. Johann (Pongau).

Winterreifenpflicht, Lawinenwarndienste und Skigebiete wird es auch in Zukunft geben. „Dennoch hinterlässt der Klimawandel seine Spuren im Schnee“, so Landeshauptmann-Stellvertreter und Klimareferent Heinrich Schellhorn (Grüne) und betont: „Laut den Studienergebnissen werden niedrig gelegene Skigebiete in Zukunft vor größeren Herausforderungen stehen. Der Salzburger Wintertourismus ist gefordert, diese Entwicklungen mit Weitblick in seine langfristigen Planungen aufzunehmen.“

Verknüpfung von Klima- und Schneedeckenmodell

Es handelt sich bei der neuen Studie um eine Verknüpfung von Klima- und Schneedeckenmodell, die es bisher noch nicht gab und wissenschaftlich auf dem neuesten Stand ist. Sie enthält detailliierte und klare Aussagen, heruntergebrochen auf unterschiedliche Pistenabschnitte und die Fragestellungen eines Skigebietes. Auftraggeber waren das Land über seine Klima- und Energiestrategie Salzburg 2050 gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und Unternehmen der Seilbahnwirtschaft.

Veränderungen unter 1800 Metern Seehöhe

„Es gibt für jedes Skigebiet einen Höhenbereich, wo sich der Winter der Zukunft - bis 2050 - vom Winter der Gegenwart noch nicht unterscheiden wird. Bei den meisten Skigebieten beginnt dieser Höhenbereich bei rund 1800 Metern. Aber auch darunter gibt es weiterhin einen Winter. Wobei die möglichen technischen Beschneiungsstunden aufgrund des Temperaturanstiegs weniger werden, aber bis 2050 für die meisten Skigebiete in vielen Jahren noch ausreichen werden“, so die Kernaussage von Bernhard Niedermoser, Leiter der ZAMG-Regionalstelle Salzburg und Oberösterreich.

Höherer Energie- und Wasserbedarf

Für Energie- und Klimareferent Schellhorn bedeutet dies auch, dass „wir uns die Energiefrage stellen müssen. Denn die Studienergebnisse prognostizieren, dass manche Regionen künftig mehr beschneien müssen und das in kürzerer Zeit. Das hat einen höheren Energie- und Wasserbedarf zur Folge. Hier ist zu erwarten, dass sich einige Skigebiete dann mit der Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes beschäftigen müssen.“

Zukunft der Skigebiete bis 2050

Der Betrieb der heimischen Skigebiete ist bis 2050 weiterhin möglich, so die zentrale Botschaft der Studie. Und zwar in 1800 bis 2000 Metern ohne markante Änderung. In Lagen unter 1300 Metern wird der technische Aufwand hingegen deutlich zunehmen. Schneehöhe und Skisaisonlänge nehmen je nach Höhe unterschiedlich stark ab: In 1800 bis 2000 Metern Seehöhe verkürzt sich die Saisonlänge (inklusive Kunstschnee) bis 2050 im Mittel leicht um zwei Prozent, in 1400 bis 1600 Metern um fünf Prozent und in 900 bis 1000 Metern um rund 15 Prozent. Die Stunden, in denen eine technische Beschneiung vor Weihnachten möglich ist, werden sich in allen Höhenlagen signifikant reduzieren und zwar um 35 bis 45 Prozent.

Weniger Naturschnee in tiefen Lagen

Was den Naturschnee betrifft, so wird sich in den höheren Lagen (1800 bis 2000 Meter) wenig ändern, prognostizieren die Studienautoren. Der Winter bleibt dort im Wesentlichen in der „jetzigen“ Form bis 2030 erhalten und wird danach etwas abnehmen. In mittleren Lagen (1200 bis 1400 Meter) wird tendenziell die Naturschneesaison kürzer. 2050 sollten um 30 Skitage weniger möglich sein als heute. In Höhen bis zu 1000 Metern wird es spürbar „weniger“ Winter und weniger Naturschnee geben.

Daten und Fakten

  • In 1800 bis 2000 Metern Seehöhe: Der Winter bleibt im Wesentlichen in der „jetzigen“ Form bis 2030 erhalten, danach leichte Abnahme; Skisaisonlänge im Jahr 2050 inklusive technischer Beschneiung: 150 bis 175 Tage;
  • In 1200 bis 1400 Metern Seehöhe: Abnahme der Naturschneemenge in „Wellen“, stärker ab 2030; Dauer der Skisaison im Jahr 2050 um 30 Tage kürzer als heute;
  • In 1000 Metern Seehöhe: Der Winter nimmt in „Wellen“ und ab 2030/2040 spürbar ab, nur wenig Naturschnee im Tal und bis 1000 Meter im Jahr 2050; Skisaisonlänge inklusive technischer Bescheinung im Jahr 2050: im Mittel bei 100 Tagen mit Ausreißern nach unten auf 60 bis 70 Tage.  
(Quelle: SALZBURG24)

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