Jetzt Live
Startseite Salzburg
Prozess in Salzburg

Haft für fünf Drogenhändler

85 Kilo Cannabis und Kokain verkauft

Landesgericht Salzburg APA/Barbara Gindl
Die Angeklagten wurden in Salzburg zu Haftstrafen wegen Drogenhandels verurteilt. (SYMBOLBILD)

Fünf Männer sind wegen Handels von insgesamt rund 85 Kilogramm Drogen am Mittwoch von einem Schöffensenat in Salzburg zu unbedingten Haftstrafen von 2,5 bis vier Jahren verurteilt worden. Sie sollen als Mitglieder einer Drogenbande große Mengen an Suchtgift, das von November 2018 bis Jänner 2019 in einem Lkw von Slowenien nach Salzburg geschmuggelt wurde, gewinnbringend weiterverkauft haben.

Die Angeklagten, die sich derzeit in Untersuchungshaft befinden, zeigten sich bei dem Prozess am Landesgericht Salzburg großteils geständig. Es handelte sich um zwei Serben, einen Österreicher und zwei Slowenen im Alter von 26 bis 50 Jahren. Der Straßenverkaufswert der Drogen – rund 82 Kilo Cannabis und 2,5 Kilo Kokain – beträgt über 500.000 Euro. Aus Angst vor Repressalien gegenüber ihnen selbst und ihren Familien machten die Beschuldigten keine Angaben zu den Hintermännern.

Im Jänner aufgedeckt

Der Drogenhandel im großen Stil wurde von Polizisten in der Stadt Salzburg aufgedeckt. Ermittler stellten am 21. Jänner 2019 in einer Wohnung im Stadtteil Itzling mehr als 30 Kilogramm Cannabiskraut sicher. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Bei den Männern wurden zudem zwei Kilo Kokain und 29.000 Euro Bargeld gefunden.

Wohnung in Itzling als Drogenversteck

Um die Drogen zu bunkern, sollen der geständige Erstangeklagte, ein 50-jähriger Serbe (Verteidiger: Rechtsanwalt Johann Bauer), und der Drittangeklagte, ein 48-jähriger Serbe (Verteidiger: Rechtsanwalt Kurt Jelinek), die Wohnung angemietet und seit November 2018 als Drogenversteck genutzt haben. Bei seiner polizeilichen Einvernahme erzählte der Erstangeklagte, von November bis Jänner insgesamt 82 Kilogramm Cannabiskraut und 280 Gramm Kokain in drei Lieferungen erhalten zu haben. Allerdings sei die zweite Lieferung wegen der schlechten Qualität des Cannabiskrauts retourniert worden.

Der Verteidiger des 50-Jährigen erklärte, die Anklage fuße auf den Angaben seines Mandanten. "Er hält für die Hintermänner den Kopf hin, wird vorgeschoben und ausgenützt." Der Erstangeklagte habe allerdings den Fünftangeklagten, einen 36-jährigen Slowenen, zu Unrecht belastet. Dafür entschuldigte sich heute der ehemalige Geschäftsmann, der in Konkurs geschlittert ist und eigenen Angaben zufolge 210.000 Euro Schulden hat.

Abnehmer ebenfalls vor Salzburger Gericht

Als einer der Hauptabnehmer der beiden Serben gilt den Ermittlungen zufolge ein 27-jähriger beschäftigungsloser Österreicher. Der Zweitangeklagte (Verteidiger: Rechtsanwalt Franz Essl) soll rund elf Kilo Drogen erhalten haben, zeigte sich aber im Prozess nur zu vier Kilo Marihuana geständig. Er hatte, als die Ermittler bereits in der "Bunkerwohnung" waren, an der Türe geklopft, weil er von der Anwesenheit der Beamten nichts ahnte. Bei ihm wurden 27.000 Euro sichergestellt. Heute sagte der Angeklagte, er habe das Geld von einem Afghanen bekommen, seinen Namen kenne er nicht.

Angeklagte großteils geständig

Fast zeitgleich mit ihm traf damals in der Wohnung der viertangeklagte 26-jährige Slowene ein (Verteidiger: Leopold Hirsch). Er hatte zwei gepresste, zwei Kilogramm schwere Platten Kokain bei sich. Dazu zeigte sich der Arbeitslose geständig. Für die Übergabe des Kokains hätte er 1.000 Euro erhalten sollen, schilderte er. Den Vorwurf, er habe das Eintreiben der Drogengelder kontrolliert, bestritt er allerdings.

Der drittangeklagte 48-jährige Serbe bekannte sich schuldig. "Es tut mir leid, was passiert ist. Ich möchte nichts mehr dazu sagen", erklärte der arbeitslose Witwer. "Er nimmt seine Verteidigungsrechte wahr", ergänzte Verteidiger Jelinek. Was den fünfangeklagten 36-jährigen Slowenen betrifft, dem gewerbsmäßiger Drogenhandel angelastet wurde, so verwies sein Verteidiger Leopold Hirsch auf die Angaben des Erstangeklagten, wonach er den Slowenen falsch belastet habe. "Er hat mit der Sache nichts zu tun", betonte Hirsch. Der Serbe habe den Slowenen vorgeschoben, vermutlich aus Angst vor den Hintermännern.

Haftstrafen für Drogenhandel

Der erstangeklagte 50-jährige Slowene erhielt eine bereits rechtskräftige Haftstrafe von zwei Jahren, der zweitangeklagte 27-jährige Österreicher eine nicht rechtskräftige Haftstrafe von drei Jahren, der drittangeklagte 48-jährige Serbe eine bereits rechtskräftige zweieinhalbjährige Haftstrafe, der viertangeklagte 26-jährige Slowene eine nicht rechtskräftige Haftstrafe von drei Jahren und der fünftangeklagte 36-jährige Slowene eine nicht rechtskräftige Haftstrafe von vier Jahren.

(Quelle: APA)

Whatsapp

Aufgerufen am 12.11.2019 um 09:04 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/drogenhandel-fuenf-maenner-bei-prozess-in-salzburg-verurteilt-77782309

Kommentare

Mehr zum Thema