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Dürre in Afrika: Satellitenbild aus Salzburg zählt Flüchtlinge

Millionen Menschen sind am Horn von Afrika infolge der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren vom Tod bedroht. In Kenia befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt. Mit Hilfe eines Satellitenbildes kann das Zentrum für Geoinformatik an der Universität Salzburg die Flüchtlinge zählen und einer Hilfsorganisation damit helfen.

Die Flüchtlinge müssen in Dadaab in Kenia bis zu 40 Tage auf die Registrierung warten, dadurch siedeln sie sich unkoordiniert in den Randbereichen des Lagers an. Dadaab besteht aus den überfüllten Camps Ifo, Hagadera und Dagahaley. Im Rahmen eines bestehenden Kooperationsabkommen beauftragte MSF das Zentrum für Geoinformatik in Salzburg, anhand eines aktuellen hochauflösenden Satellitenbildes einzelne Behausungen des Flüchtlingslagers Dagahaley zu extrahieren.

130.000 Personen auf acht Quadratmeter

Damit sollen Informationen über die räumliche Verteilung der Bevölkerung in einem der drei Flüchtlingslager in Dadaab gewonnen werden, in dem schätzungsweise 130.000 Personen auf acht Quadratkilometer leben.

Ünterstützung für Hilfsorganisationen

"Unsere Informationsprodukte unterstützen Hilforganisationen gezielt bei der Einsatzplanung und der Nothilfekoordinierung im größten Flüchtlingslager der Welt. Bei dem unfassbaren Ausmaß der Katastrophe ein kleiner, aber dennoch nicht unbedeutender Baustein zur humanitären Hilfeleistung", so Forschungs-Koordinator Stefan Lang vom Zentrum für Geoinformatik.

Mit Hilfe von automatisierter Bildanalysemethoden wurden Zelte und Hütten, die sich vorwiegend in den neuen Bereichen des Camps befinden, voneinander unterschieden. Ebenso wurden Wellblechhütten, die in dem bereits bestehenden Teil des Camps überwiegen, ermittelt. Aus den über 23.000 Einzelbehausungen wurde eine Dichtekarte berechnet, die einen schnellen Überblick erlaubt, in welchen Teilen des Lagers sich besonders viele Flüchtlinge aufhalten.

Das Bild sei eine Momentaufnahme, so Lang. Sollte der Flüchtlingsstrom noch weiter stark zunehmen, besteht die Möglichkeit nach einer Woche eine neues Update zu erstellen.

Bedarf nach Wasser steigt ständig

Ein weiteres Problem ist der steigende Wasserbedarf, der durch die erhöhte Anzahl an Flüchtlingen kaum gedeckt werden kann. Um die benötigten und lebenswichtigen Wassermengen zu gewährleisten wurde auch eine Karte mit potenziellen Bohrlochstandorten erstellt, sagte Lang. Basierend auf mittelauflösenden Satellitenbilddaten und Höheninformationen wurden lineare Geländestrukturen extrahiert, an deren Kreuzungspunkte man möglicherweise auf Grundwasser treffen kann. Um geeignete Standorte für konkrete Bohrungen auszuwählen, können nun weitere Untersuchungen räumlich eingegrenzt werden. (APA)

(Quelle: S24)

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