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Tretroller im Trend

Warum es zu Unfällen mit E-Scootern kommt

Erhöhte Sturzgefahr beim Abbiegen

symb_E-Scooter APA/HANS KLAUS TECHT
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle steigt jährlich an. (SYMBOLBILD)

Während auf Salzburgs Straßen mit dem Auto häufig wenig weitergeht, weichen gerade in der warmen Jahreszeit viele auf alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad – oder jüngst E-Scooter aus. Die Roller bergen jedoch mitunter hohes Unfallrisiko. Warum dem so ist und wie man die Gefahr minimieren kann – wir haben nachgefragt.

Der E-Scooter liegt aktuell voll im Trend und erobert die Städte Österreichs. Für Renate Eschenlohr vom ARBÖ Salzburg liegen die Vorteile auf der Hand, wie sie gegenüber SALZBURG24 erklärt: "E-Scooter sind praktikabel, man benötigt keine Fahrpläne und man ist schneller als zu Fuß. Für viele ist diese Art der Fortbewegung auch im beruflichen Umfeld beliebt, da man leicht von Termin zu Termin kommt, ohne aber dabei ins Schwitzen zu kommen."

Seit dem Aufkommen des Booms kommt es aber auch immer wieder zu Unfällen. So ist in der Nacht auf Sonntag ein E-Scooter-Fahrer in der Stadt Salzburg gestürzt. Der Betrunkene hatte versucht, mit dem Gefährt über eine erhöhte Gehsteigkante zu kommen. 

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(SYMBOLBILD)

Betrunkener E-Scooter-Lenker bei Sturz verletzt

Schwer betrunken ist in der Nacht auf Sonntag ein E-Scooter-Fahrer in der Stadt Salzburg gestürzt. Der Mann hatte versucht, mit dem Gefährt über eine erhöhte Gehsteigkante zu kommen.

Im Vorjahr gab es in Österreich 2.087 Unfälle mit E-Scooter oder E-Bike – beide Verkehrsmittel werden in dieser Statistik zusammen geführt. Ein E-Tretroller-Lenker kam ums Leben. Im Bundesland Salzburg verunfallten 2019 insgesamt 139 E-Biker oder E-Scooter-Fahrer. In Deutschland wiederum werden die E-Roller-Unfälle extra ausgewertet. Hier gab es im Vorjahr 343 schwerverletzte E-Tretroller-Lenker und fünf Tote.

Studie ermittelt Unfallursachen

Doch wieso kommt es in der Regel zu einem Crash mit dem Elektro-Roller? Laut ÖAMTC war die häufigste Unfallursache eine hohe Geschwindigkeit, gefolgt von falscher Straßenbenützung und vergessenen Abbiegezeichen.

 

Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) aus dem Jahr 2020 verunglücken hauptsächlich männliche, unter 40-jährige E-Scooter-Fahrer. Unfälle ereignen sich überwiegend tagsüber auf Gehsteigen, Gehwegen und Radfahranlagen, im Regelfall ohne Fremdverschulden. Neben überhöhter Geschwindigkeit sind Stürze vor allem auf Rotlichtmissachtung, Fehleinschätzung der Bodenbeschaffenheit, Alkoholkonsum und Selbstüberschätzung zurückzuführen. Knochenbrüche, Sehnen- und Muskelverletzungen, Abschürfungen und Prellungen sind die Folge.

Tipps für E-Scooter-Fahrer

Seit 2015 steigen die E-Scooter-Unfallzahlen in Österreich kontinuierlich. Das hat oft auch mit Unwissen zu tun. "Viele kennen die aktuellen Regeln nicht", erklärt Aloisia Gurtner vom ÖAMTC im Gespräch mit SALZBURG24.

Was rät die Expertin Menschen, die sich auf einen E-Scooter stellen? "Am besten man probiert an geschützter Stelle einmal aus, wie es sich auf dem E-Roller fährt. So kann man sich an diese Art der Fortbewegung und auch an die Geschwindigkeit gewöhnen." Zudem empfiehlt Gurtner, sich im Vorfeld über die geltenden Regeln zu informieren.

Blinker und Helmpflicht gefordert

Denn rechtlich sind die E-Roller im Wesentlichen Fahrrädern gleichgestellt. Das betrifft auch die verpflichtende Anzeige der Richtungsänderung, etwa ein Handzeichen beim Abbiegen. Genau das erhöht aber die Sturzgefahr, weil die Roller, wenn sie mit einer Hand gelenkt werden, instabil werden. Der ÖAMTC fordert daher Blinker für E-Tretroller bereits ab Werk.

Der ARBÖ setzt sich indes für eine gesetzliche Verankerung der Helmpflicht für das Benutzen der Elektro-Roller ein. "Damit wäre ein wichtiger Schritt im Sinne der Verkehrssicherheit gesetzt", so Sprecherin Renate Eschenlohr, die zudem darauf hinweist, dass die Beleuchtung des Gefährts oft schlecht ausfällt. "Lediglich bei schlechter Sicht oder Dunkelheit ist die Verwendung eines weißen Lichtes nach vorne und eines roten Lichtes nach hinten verpflichtend." 

E-Scooter-Verleih in der Stadt Salzburg?

Der E-Scooter-Boom ist vor allem in den urbanen Gebieten zu spüren. In Wien, Linz oder Innsbruck etwa gibt es ein Verleihsystem für die Roller. Anders ist die Situation in Salzburg. "Hier ist das Thema nicht so groß wie beispielsweise in Wien", erläutert Gurtner. So hat sich die Stadt Salzburg im Vorjahr trotz zahlreicher interessierter Anbieter gegen einen E-Scooter-Verleih entschieden.

Argumentiert wurde damals damit, dass es bereits jetzt schon viele Stellen in der Stadt gebe, wo Fußgänger und Radfahrer gefährlich eng zusammenkommen. Zudem würde der Verleih vor allem Touristen ansprechen, womit eine Gruppe potentiell ungeübter Fahrer die Altstadt unsicher machen würden. Diese Meinung vertritt die Stadtpolitik auch aktuell noch: "Unser Standpunkt ist hier unverändert", heißt es am Montagvormittag aus dem Büro von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) auf S24-Anfrage.

Die E-Scooter-Regeln im Überblick

  • Grundsätzlich gelten alle für Radfahrer geltenden Verhaltensvorschriften
  • Abstellen nur erlaubt, wenn der Gehsteig breiter als 2,5 Meter ist. Sonst auch überall, wo Fahrräder abgestellt werden dürfen.
  • Es gilt die 0,8-Promille-Grenze
  • Der E-Scooter darf nur von einer Person benützt werden
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.09.2021 um 09:13 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/e-scooter-darum-kommt-es-haeufig-zu-unfaellen-104570464

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