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Ein Drittel aller Autofahrer nützt Handy am Steuer – trotz Verbots!

Laut einer Umfrage nutzt ein Drittel aller Autofahrer das Handy am Steuer. Bilderbox/Symbolbild
Laut einer Umfrage nutzt ein Drittel aller Autofahrer das Handy am Steuer.

In England versucht die Polizei mit Schockvideos gegen Handy am Steuer vorzugehen, die Asfinag in Österreich hat vor etwas mehr als zwei Wochen die Info-Kampagne „Hallo Leben“ gestartet. Der Grund: Ein Drittel aller Autofahrer nützt das Handy am Steuer – obwohl es verboten ist.

Ablenkung ist die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle. Grund ist insbesondere das Handy. Obwohl acht von zehn Lenkern selbst sagen, dass das Schreiben oder Lesen von Nachrichten ablenkt, nützt ein Drittel das Handy am Steuer – und das, obwohl es verboten ist. Das ergab eine Umfrage des Ifes-Institus im Auftrag der Asfinag. Der Autobahnbetreiber startet nun die Info-Kampagne "Hallo Leben".

Verkehrssicherheit eine Frage des „Wollens“

Jeder Zehnte gab sogar an, häufig das Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung zu nützen. Insbesondere im Stop-and-go-Verkehr greift jeder Vierte oft zum Handy, kam bei der Umfrage unter 1.000 Autofahrern, durchgeführt im April, heraus. Verkehrssicherheit sei "absolute Teamarbeit" und "keine Frage des Wissens, sondern des Wollens", sagte Karin Zipperer, Vorstandsdirektorin der Asfinag bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien. "Die teuerste Sicherheitseinrichtung nützt nichts, wenn viele im Blindflug mit dem Smartphone unterwegs sind", sagte Zipperer.

Was macht man mit dem Handy beim Autofahren?

Mehr als die Hälfte der Unter-30-Jährigen gab sogar an, während der Fahrt bereits Videos oder Fotos aufgenommen zu haben. Besonders "beliebt" sind Naturereignisse wie Sonnenauf- und Untergang oder Regenbögen, dies haben 19 Prozent der Befragten bereits abgelichtet. Dahinter folgen besondere Wetterverhältnisse wie Wintereinbruch oder die Temperatur am Display mit 16 Prozent und mit 14 Prozent Landschaft und Tiere. "Das ist im höchsten Maße verantwortungslos", sagte Zipperer. Das Ablenkungsrisiko wird wissentlich in Kauf genommen, das eigene Fahrkönnen wiederum stark überschätzt, konstatierte die Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer.

2017 starben auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen 56 Personen. Durch Unachtsamkeit oder Ablenkung passierten 17 tödliche Unfälle, bei denen 19 Menschen ums Leben kamen - also ein Drittel aller Todesopfer.

ARBÖ Salzburg: 37 Prozent der Unfälle durch Ablenkung

Diese Zahlen bestätigt auch ARBÖ-Salzburg-Sprecherin Renate Eschenlohr: „37 Prozent aller Unfälle passieren durch Ablenkung.“ Ablenkung könne aber Vieles sein, auch beispielsweise Essen oder Trinken am Steuer, sagt Eschenlohr im Gespräch mit SALZBURG24. Wie viele der Unfälle exakt durch Handy am Steuer verursacht würden, dazu gebe es aktuell jedoch keine Zahlen.

Ablenkung beim Autofahren Salzburg24
Ablenkung beim Autofahren

Jüngere greifen eher zum Handy als Ältere

Wie die Asfinag-Umfrage auch ergab, musste knapp die Hälfte der Österreicher in den vergangenen zwölf Monaten in einer gefährlichen Situation voll abbremsen, weil er oder sie abgelenkt war. Viele seien der Meinung, sie könnten SMS am Steuer lesen oder schreiben und dies durch langsameres Fahren kompensieren, erläuterte Verkehrspsychologin Schützhofer. Insbesondere junge Lenker "führen im Schnitt doppelt so viele ablenkende Tätigkeiten aus als ältere", sagte die Expertin.

Die Konsequenzen werden vielfach unterschätzt. Bewusstseinsbildung "muss in der Ausbildung beginnen", sagte sie. Obwohl Handygebrauch am Steuer seit fast 20 Jahren verboten ist, wurde es für viele bereits zur alltäglichen Gewohnheit, erklärte die Psychologin. Diese Gewohnheit muss durchbrochen werden, "das Verhalten zu ändern ist der schwierigste Schritt".

1,3 Millionen Euro lässt sich die Asfinag die Kampagne "Hallo Leben" kosten. Seit dem 8. Mai warnen 200 Plakate, dutzende Zeitungsinserate sowie Spots in Radio und TV vor der Handybenützung am Steuer.

(SALZBURG24/APA)

(Quelle: S24)

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