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„Es ist hart – für alle“

So wird in Salzburg um Corona-Patienten gekämpft

Einblick in Covid-Stationen in Zell am See und Schwarzach

Hunderte Pflegerinnen und Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte der Corona-Abteilungen in Salzburgs Spitälern kämpfen tagtäglich um das Leben ihrer Patienten. Das Medienzentrum des Landes Salzburg ermöglicht einen Einblick in das Tauernklinikum Zell am See (Pinzgau) und ins Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach (Pongau).

Zell am See, Schwarzach im Pongau

In Salzburg gab es seit Beginn der Pandemie 771 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19. Im November sind insgesamt 86 Personen an Corona verstorben, rund drei Viertel waren über 75 Jahre alt. Im Dezember sind es derzeit 57 Verstorbene, davon war etwa die Hälfte jünger als 75, zeigen die Zahlen des Landes auf. Derzeit (Stand: Freitag, 8.30 Uhr) befinden sich 133 Covid-19-Patienten im Spital, davon 26 auf der Intensivstation. Der Anteil vollimmunisierter Patientinnen und Patienten auf der Normalstation beträgt 39 Prozent, der Anteil auf der Intensivstation 15.

Spitäler zeigen Alltag auf Covid-Stationen

Das Landesmedienzentrum (LMZ) ermöglicht in einer eigenen Reportage einen Einblick in Salzburgs Spitäler. Wir stellen euch diese hier auf SALZBURG24 zur Verfügung (siehe Video oben).

Es liegt wohl an der Professionalität und an der langen Zeit, die diese Pandemie schon schwerstkranke Menschen und auch Tote fordert, dass es auf der Intensivstation des Kardinal Schwarzenberg Klinikums beim Lokalaugenschein des Landes Salzburg erstaunlich ruhig ist. Jede und Jeder geht seiner Arbeit nach: Am Stützpunkt, wo alle Vitalparameter gesammelt, angezeigt und beobachtet werden oder im virensicheren Schutzanzug mit Maske, Schutzbrille und Handschuhen direkt beim beatmeten Patienten. Was man leise hört, sind die Beatmungsgeräte, die rhythmisch Lauft ausstoßen und ab und zu ein Piepsen der Überwachungsmonitore.

 Oberarzt der Covid-Intensivstation im Klinikum Schwarzach, Dr. Christoph Biedermann Land Salzburg/Bernhard Kern
 Oberarzt der Covid-Intensivstation im Klinikum Schwarzach, Dr. Christoph Biedermann.

Biedermann: „Unnötig aus dem Leben gerissen“

„Wir haben die letzten Wochen und Monaten beobachten müssen, dass fast ausschließlich ungeimpfte Patienten hier lagen und die waren im Schnitt 55 Jahre alt. Mit diesem Alter ist man berufstätig, hat Kinder zu Hause und Covid reißt einen einfach aus diesem Leben“, erzählt der leitende Oberarzt der Covid-Intensivstation im Klinikum Schwarzach, Dr. Christoph Biedermann gegenüber dem LMZ und fügt hinzu: „Ein Unfall kann jeden von uns passieren, aber gegen Covid können wir etwas tun, impfen. Und da denkt man sich als Mediziner schon oft: Das wäre einfach nicht notwendig gewesen.“ Befürchtet wird, dass die Zahlen über die Weihnachtsfeiertage nach oben gehen und auch Omikron die Lage danach verschlimmert. „Wir hoffen, das bewältigen zu können“, so Biedermann mit dem Appell, sich impfen zu lassen und vorsichtig zu bleiben.

 Miriam Langreiter Diplompflegekraft Klinikum Schwarzach Land Salzburg/Bernhard Kern
 Miriam Langreiter, Diplompflegekraft im Klinikum Schwarzach.

Langreiter: „Das hat man lange im Kopf“

Miriam Langreiter ist Diplompflegekraft in Schwarzach, hat erst vor kurzem ihre Ausbildung beendet und schildert eindrucksvoll den Alltag auf der Station: „Man lernt nicht nur die Patienten kennen, sondern auch deren Familien. Sie erzählen einen über sich und ihre Ängste. Wenn sich der Zustand dann verschlechtert, sie nicht mehr selbstständig atmen können, wird es auch für uns belastend. Vor allem dann, wenn sie kurz vor der Intubation stehen, dafür narkotisiert werden müssen, und um den letzten Anruf mit den Angehörigen bitten. Man weiß ja nicht, ob sie wieder gesund werden und aufwachen. Das sind Situationen, die man lange im Kopf hat.“

Prof. Dr. Rudolph Pointner, Ärztlicher Direktor im Tauernklinikum Zell am See Land Salzburg/Bernhard Kern
Prof. Dr. Rudolph Pointner, Ärztlicher Direktor im Tauernklinikum Zell am See.

Pointner: „Es ist hart – für alle“

Im Tauernklinikum Zell am See zeigt sich ein ganz ähnliches Bild. Ärztinnen, Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, alle verfolgen unermüdlich dasselbe Ziel: Leben retten und Gemeinsam gegen das Virus kämpfen. „Wir haben selten so eine Herausforderung in der Medizin gehabt, wie in den letzten Jahren – das war hart“, sagt Prof. Dr. Rudolph Pointner, Ärztlicher Direktor im Tauernklinikum Zell am See. „Es ist nach wie vor hart, vor allem für die Pflege. Sie ist direkt am Patienten, wird emotional extrem gefordert und die Arbeit selbst ist enorm aufwendig“, erläutert Pointner, der damit die Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anspricht und diese mit den Worten „in Plastik eingehüllt - Winter wie Sommer“ beschreibt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 16.05.2022 um 11:00 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/einblick-in-salzburgs-covid-stationen-114163327

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