Jetzt Live
Startseite Salzburg
Salzburg

Einladung für Fahrraddiebe: Fahrräder werden kaum gesichert

Fahrräder werden nicht ordnungsgemäß verschlossen und daher oft geklaut. Bilderbox
Fahrräder werden nicht ordnungsgemäß verschlossen und daher oft geklaut.

Fahrrad weg? Mehr als 70 Fahrräder werden durchschnittlich pro Tag in Österreich gestohlen. Nicht verwunderlich, denn wie eine aktuelle Erhebung des VVO (Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs) zeigt, werden Fahrräder in Österreich oft nur sehr unzureichend gesichert.

1.917 Fälle von Fahrraddiebstahl wurden im Jahr 2013 in Salzburg zur Anzeige gebracht. In Österreich waren es insgesamt 26.652. "Das bedeutet, dass im Jahr 2013 durchschnittlich pro Tag rund 73 Fahrräder entwendet wurden. Ein großer Teil, der bei der Polizei angezeigten Fahrraddiebstahlsdelikte werden im urbanen Raum begangen", erklärt Herwig Lenz von der Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes.

Fahrraddiebstahl in wenigen Sekunden

"Längst nicht jeder Fahrraddiebstahl ist professionell durchgeführt - auch hier gilt: Gelegenheit macht Diebe", so Lenz und nennt damit gleich eine der häufigsten Ursachen für den ungewollten Radverlust. "Bei Fahrrädern liegt die Hemmschwelle zum Diebstahl meist nicht besonders hoch und ein nicht oder schlecht gesichertes Rad wird oft als Einladung verstanden", betont der Experte.

Fahrräder oft nicht gesichert!

Wie eine aktuelle Erhebung des VVO zeigt, verzichtet jeder fünfte Fahrradbesitzer (21 Prozent) gänzlich auf die Sicherung seines Rades. "Die Sicherung ist zu zeitaufwändig" oder "Mein Fahrrad ist schon alt" sind häufig genannte Gründe der Befragten. Nicht immer spielt der Bereicherungsvorsatz eine Rolle. Viele Täter entwenden ein Fahrrad einfach, um von einem Platz zum anderen zu kommen, und lassen es dann zurück, so der VVO.

Männer sind vorsichtiger als Frauen

Die am häufigsten verwendete Sicherungsmaßnahme gegen Fahrraddiebstahl ist das Fahrradschloss. Mehr als 90 Prozent der Befragten nutzen diese Sicherungsvariante. 17 Prozent geben an, als Sicherungsmaßnahme einen sicher gelegenen Stellplatz zu wählen. Nur 7 Prozent befestigen ihr Fahrrad bewusst an einem fix verankerten Gegenstand. Wenn es um die Qualität des Schlosses geht, greift die klare Mehrheit, nämlich 70 Prozent, auf kostengünstigere aber weniger sichere Nummern-, Spiral- oder Kabelschlösser zurück (diese Schlösser können innerhalb von 3 bis max. 15 Sekunden geknackt werden). Die Besitzer hochwertiger Schlösser (Bügel-, Ketten-, Panzerschlösser) sind klar in der Minderheit (30 Prozent). Grundsätzlich sichern Männer ihre Fahrräder nicht nur häufiger als Frauen (Männer 74 Prozent sichern immer/oft vs. Frauen 65 Prozent sichern immer/oft), sie greifen auch verstärkt auf hochwertige Schlösser zurück (34 Prozent der Männer vs. 23 Prozent der Frauen).

Geringes Gefahrenbewusstsein vorhanden

Ob und wie gut man sein Fahrrad sichert, hängt natürlich auch mit der Einschätzung des Diebstahlrisikos zusammen. Je höher die (subjektiv empfundene) Diebstahlgefahr, desto wahrscheinlicher ist die Nutzung von Sicherungsmaßnahmen. Insgesamt wird die Diebstahlgefahr von den meisten Radfahrern als gering eingestuft. Rund 70 Prozent der Befragten halten es für eher bzw. sehr unwahrscheinlich, dass ihnen ihr Fahrrad gestohlen wird.

Fahrradpass: Informationen immer griffbereit

Im Falle eines Diebstahls stellt sich häufig das Problem, dass viele Fahrradbesitzer ihr eigenes Rad gar nicht ausreichend genau beschreiben können: Während die Farbe (97 Prozent), Marke (74 Prozent) oder den Preis (70 Prozent) noch sehr viele, der vom VVO befragten Fahrradbesitzer wissen, so können Fragen nach Rahmen- oder Codierungsnummer gerade einmal 30 Prozent der Befragten beantworten. "Wenn ein Fahrrad entwendet wird, ist es besonders wichtig, den Diebstahl sofort bei der örtlichen Polizei zu melden. Legen sie sich einen Fahrradpass an, in dem die wichtigsten Daten - vor allem Seriennummer, Marke und Farbe ihres Fahrrades eingetragen werden. Im Falle eines Diebstahls haben Sie so die Informationen gleich zur Hand!", so Lenz.

Fahrräder richtig schützen!

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen, um nicht selbst Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden, müssen von den Radfahrern selbst getroffen werden. Stellen Sie das Fahrrad nach Möglichkeit immer in einem versperrbaren Raum (Fahrradraum) ab. Und benutzen Sie qualitativ hochwertige Fahrradabstellanlagen - vor allem wenn Sie Ihr Fahrrad länger abstellen! Sperren Sie Ihr Fahrrad immer an einen fix verankerten Gegenstand und verwenden Sie dabei immer Qualitätsschlösser, empfiehlt das .BK. Darüber hinaus sollten teure oder moderne Fahrräder nicht immer am selben Platz abgestellt werden. Fahrradabstellanlagen, in denen bereits viele beschädigte oder demontierte Fahrräder stehen, sollten gemieden werden, sie geben potenziellen Dieben das Gefühl, dass sich dieser Ort gut für einen Diebstahl eignet.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 26.02.2021 um 07:35 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/einladung-fuer-fahrraddiebe-fahrraeder-werden-kaum-gesichert-45040441

Kommentare

Mehr zum Thema