Jetzt Live
Startseite Salzburg
Salzburg

Erhöhte Feinstaubbelastung beschäftigt auch Salzburger

Die erhöhte Feinstaubbelastung, die derzeit in Teilen Österreichs herrscht, beschäftigt offenbar auch immer mehr Salzburger. Die Feinstaubbelastung im Bundesland Salzburg ist derzeit durchschnittlich aber eher gering.

Seit Ende Oktober werden an zahlreichen Messstellen in Österreich Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte gemessen. Durch die in den letzten drei Wochen vorherrschenden Wetterbedingungen kam es vor allem in tiefer gelegenen Gebieten im Norden und Osten Österreichs zu hohen Feinstaubkonzentrationen. Bevorzugt sind derzeit Gebiete oberhalb der Inversionsschicht. Besonders benachteiligt durch die anhaltende Hochdruckwetterlage mit einer flachen Inversionsschicht und niedrigen Windgeschwindigkeiten, wie sie seit Ende Oktober 2011 vorherrscht, sind vor allem die außeralpinen Gebiete im Norden und Osten Österreichs. In den letzten Wochen wurden hier flächenhaft Tagesmittelwerte über 50 µg/m³ beobachtet. Dort bildet sich eine Inversionsschicht, die dafür sorgt, dass kaum ein Austausch der Luftmassen stattfindet. Diese schlechten Ausbreitungsbedingungen für die Emissionen aus überwiegend regionalen Quellen – Hausbrand, Verkehr und Industrie – schlagen sich in hohen Feinstaubkonzentrationen nieder. Der Süden Österreichs und die alpinen Täler weisen aufgrund der großräumigen südlichen Strömung, die teilweise zu Föhn führt, vergleichsweise günstige Ausbreitungsbedingungen auf. So wurden im November 2011 in Graz niedrigere PM10-Belastungen als in Wien beobachtet, Kärnten war kaum von Überschreitungen betroffen. Ähnlich hohe Feinstaub-Konzentrationen wie im November 2011 wurden im letzten Winter wie auch im Jahr davor und im Winter 2005/2006 festgestellt, deutlich niedriger hingegen fiel die PM10-Belastung im Winter 2008/09 und 2007/08 aufgrund günstigerer Wetterbedingungen aus. „Bei den herrschenden Wetterbedingungen reichen die Maßnahmen, die in den letzten Jahren gesetzt worden sind, nicht aus, um die Grenzwerte einzuhalten“, erklärt Jürgen Schneider, Programmleiter Wirtschaft & Wirkung im Umweltbundesamt. „Bei Ausbreitungsbedingungen, die derzeit herrschen, verbleiben die Emissionen der Fahrzeuge besonders lang in bodennahen Luftschichten und damit unserer Atemluft.“ Aktuell empfiehlt der Experte, das Auto stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Mittelfristig sollten für die Reduktion der Feinstaubbelastung der Städte deutlich weniger Fahrzeuge, die hohe Feinstaubemissionen aufweisen, in den Städten unterwegs sein.

Feinstaubbelastung: Verursacher und Maßnahmen

Hauptverursacher für PM10 sind der Verkehr, der Hausbrand und die Industrie. Beim Verkehr stammt der Großteil von Diesel-Kfz und der Aufwirbelung von Straßenstaub. Alte, mit Holz oder Kohle betriebene, Einzelöfen sind beim Hausbrand die Hauptverursacher. Bei der Industrie stammt ein wesentlicher Teil in den Städten aus der Bauwirtschaft, lokal auch aus industriellen Prozessen. Feinstaubpartikel werden einerseits direkt ausgestoßen, entstehen aber andererseits auch durch luftchemische Prozesse aus gasförmig emittierten Vorläufersubstanzen (z. B. Ammoniak, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide). Für Maßnahmen gegen erhöhte Feinstaubbelastungen sind die jeweiligen Landeshauptleute gefordert. Wenn es also - wie es derzeit der Fall ist - zu massiven Überschreitungen der Grenzwerte kommt, müssen Maßnahmen von den Landeshauptleuten gesetzt werden. "Sie müssen Programme erstellen, um die Einhaltung der Grenzwert sicherzustellen", so Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt (UBA) im Gespräch mit der APA.   Weitere Infos zum Thema gibt es HIER Zum Luftgütebericht des Landes Salzburg
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 03.03.2021 um 07:08 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/erhoehte-feinstaubbelastung-beschaeftigt-auch-salzburger-59288179

Kommentare

Mehr zum Thema