Jetzt Live
Startseite Salzburg
Wintereinbruch

Erster Schnee stürzt Teile Salzburgs ins Chaos

Straßensperren und Stromausfälle

Hängengebliebene Lkw, von der Straßen abgekommene Pkw, Stromausfälle und viel Arbeit für die Straßenmeistereien – das brachte der erste Schnee, der in der Nacht auf Mittwoch in Salzburgs Täler gefallen ist. Die intensiven Schneefälle haben die Einsatzkräfte vor allem im Lungau beschäftigt.

Teilweise sind bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen, in den höheren Lagen, auch in bewohnten Bereichen, noch weitaus mehr, bis zu 70 Zentimeter. "Die Lage hat sich seit Mittwochmittag kaum entspannt. Es sind zahlreiche Straßen gesperrt, zirka zehn Kinder konnten von der Schule nicht mehr nach Hause, sie kamen bei Verwandten unter und sind wohlauf", fasst Katastrophenschutzreferent Philipp Santner zusammen.

Warnung vor Aufenthalten im Freien

"Wir werden morgen mit dem Hubschrauber die betroffenen Gebiete abfliegen und dann weiter entscheiden", erklärt Santner. Kopfzerbrechen bereitet den Einsatzkräften und den Behörden die Wetterprognose. Es wird wärmer und für Freitag ist ein Föhnsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis 160 km/h vorhergesagt. Und ab Freitag ist auch mit spontan abgehenden Lawinen zu rechnen. "Wir empfehlen daher, dass sich die Menschen nicht zu viel im Freien aufhalten, Parkanlagen, den Wald und Stromleitungen meiden, auch unnötige Fahrten mit dem Auto und das Parken unter Bäumen sollten vermieden werden", so der Katastrophenschutzreferent weiter. 

Feuerwehren mit 580 Mann unterwegs

Auch die Feuerwehren waren gefordert: Das Landesfeuerwehrkommando meldet mit Stand 19.30 Uhr den Einsatz von 40 Feuerwehren mit 552 Mann in 106 Gebieten. Haupttätigkeiten waren das Entfernen von umgestürzten Bäumen, das Freimachen von Verkehrswegen und das Bergen von Fahrzeugen. Die Einsatzkräfte sollten sich die nächsten Tage und auch übers Wochenende erholen können. Es ist warmes Wetter mit bis zu 14 Grad angesagt.

Stromausfälle im Süden Salzburgs

Zudem berichteten Einsatzkräfte vor allem in Pongau und Lungau von viel Baumbruch. Viele Bäume und Äste hielten der Schneelast nicht stand und stürzten auf Straßen. Vereinzelt waren auch Stromleitungen betroffen. Wie die Salzburg AG informierte, wurden die Stromausfälle im Pongau und Pinzgau mittlerweile behoben, im Lungau waren am späten Nachmittag zwischen 800 und 1.000 Haushalte ohne Strom.

Bei Bad Gastein fiel die Sende-Anlage des ORF auf dem Stubnerkogel aus. Große Teile des Gasteiner Tales konnten darum keine Radio- und TV-Programme über Antenne empfangen.

Lungau: Zwei Straßensperren und eine Lawine

Der einwohnermäßig kleinste Bezirk bekam insgesamt am meisten ab: "Mehr als zehn unserer Männer waren mit Schneeräumen und Streuen die ganze Nacht im Einsatz", schilderte Franz Bogensperger, Leiter der Straßenmeisterei Lungau.

Überblick über die gesperrten Straßen

Aufgrund von Lawinenabgängen sind die Muhrer Landesstraße ab dem Ortsteil Hemerach und die Gemeindestraße nach Hintermuhr ab der Ortschaft Muhr sowie wegen Baumbruchgefahr die Göriacher Landesstraße zwischen St. Andrä/Lg. und Göriach, die Prebersee Landesstraßezwischen Tamsweg und der Landesgrenze zur Steiermark, die Bundschuh Landesstraße zwischen Bundschuh und Schönfeld sowie mehrere Gemeindestraßen und Güterwege in Tamsweg, St. Andrä, Mauterndorf, Thomatal und Ramingstein für den gesamten Verkehr gesperrt. Die zwischenzeitlich gesperrt gewesene Turracher Straße zwischen Tamsweg und Madling sowie die Murtalstraße zwischen Tamsweg und Sauerfeld sind wieder für den Verkehr frei gegeben worden. Die Zugverbindung zwischen Tamsweg und Murau ist seit dem Vormittag unterbrochen. Die Steiermärkische Landesbahnen haben einen Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Alle Verkehr-Daten LIVE findet ihr HIER.

Alles unter Kontrolle im Pongau

Umgestürzte Bäume mussten im Pongau an der Gasteiner Straße und an der Hochkönig Straße entfernt werden. 14 Kräfte waren gefordert. "Wir haben alles unter Kontrolle, aber für den Beginn war das schon ziemlich heftig letzte Nacht", fasst Einsatzleiter Martin Katsch zusammen.

Pinzgau: Kettenpflicht über den Dientner Sattel

Im Pinzgau sind derzeit alle Straßen frei und gut zu befahren, informiert Stefan Oberaigner, Leiter der Straßenmeisterei im Bezirk, am Nachmittag. Kettenpflicht für alle Fahrzeuge gilt aber über den Dientner Sattel auf der Hochkönig Straße. In der vergangenen Nacht waren 20 Mann von 2.00 Uhr Früh an im Einsatz, um die Straßen vom Schnee zu befreien und einige umgefallene Bäume zu entfernen. "Der Winterdienst arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, gute Fahrverhältnisse zu garantieren", so Oberaigner.

Routineeinsatz im Tennengau

Ruhiger ist es in den beiden nördlichen Bezirken: Mit acht Fahrzeugen war die Straßenmeisterei Tennengau draußen. "Ein paar Äste auf den Straßen, sonst ist nichts passiert", berichtet Leiter Johann Steiger.

Gaisberg machte Arbeit im Flachgau

Und im Flachgau war man hauptsächlich am Gaisberg und im Raum Hof und Hintersee im Einsatz. "Das konnte aber alles mit dem regulären Turnusdienst erledigt werden", so Herbert Einberger von der Straßenmeisterei. Heute Früh wurde noch der Haunsberg geräumt. Auf dem Gaisberg gilt ab der Zistelalm für Fahrzeuge ab einem Gewicht von 3,5 Tonnen Kettenpflicht.

Immer wieder Unfälle auf Schneefahrbahn

Die tiefwinterlichen Fahrbahnverhältnisse haben bereits für erste Unfälle gesorgt. Schon am Dienstagabend war bei Zederhaus (Lungau) ein 21-jähriger Türke mit seinem Kleintransporter in einer Kurve von der Straße abgekommen und gegen einen Wildschutzzaun geprallt. Bei der Aufnahme des Unfalles stellte sich heraus, dass am Wagen nur schlechte Sommerreifen montiert waren (SALZBURG24 hat berichtet).

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 07:52 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/erster-schnee-bringt-verkehrsprobleme-und-stromausfaelle-79132180

Kommentare

Mehr zum Thema