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Salzburg verschiebt Firmungen auf Herbst

Traditionen zu Pfingsten mit neuen Regeln

Kirchenglocken, Glockenturm, Salzburg, SB APA/BARBARA GINDL/Archiv
Zu Pfingsten wird die Tradition der Firmung heuer aufgrund des Coronavirus nicht stattfinden. (SYMBOLBILD)

Die katholische Kirche feiert an diesem Wochenende Pfingsten. Für Christen ist es das Fest des Heiligen Geistes und feierlicher Abschluss des Osterfestkreises. Es gehört normalerweise zur Tradition, dass zu diesem Termin das Sakrament der Firmung gespendet wird. In Salzburg werden Firmungen nun auf Herbst verschoben.

Das Sakrament der Firmung gilt als Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter. Wegen der aktuellen Regeln wurde ein Großteil auf den Herbst oder das Jahr 2021 verschoben. In der Erzdiözese Wien sind alle Firmungen bis 5. Juli ausgesetzt. Die Diözesen Innsbruck und Gurk-Klagenfurt haben diese gleich auf 2021 verschoben. Die Erzdiözese Salzburg plant nach derzeitigem Stand Firmungen ab Herbst.

Corona-Regeln auch zu Pfingsten

Grundsätzlich gelten in allen Kirchen auch zu Pfingsten die entsprechenden Regeln, um die Ansteckungsgefahr so niedrig wie möglich zu halten. Demnach müssen pro Person zehn Quadratmeter der Gesamtfläche des Gottesdienstraumes zur Verfügung stehen, wobei ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten ist. Weiters ist ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend.

50 Tage nach Ostern

Der Name Pfingsten kommt vom griechischen Wort "Pentecoste" und bedeutet der 50. Tag (gemeint nach Ostern). Die Kirche feiert am Pfingstfest das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes. Es soll daran erinnern, dass Jesus bei der Kirche und durch sie bei der Menschheit in der Gestalt des Heiligen Geistes verbleibt.

Der Heilige Geist ist nach kirchlicher Lehre in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu in der Geschichte lebendig zu halten. Die Bibel spricht vom Heiligen Geist in vielen Bildern. Sie wählt dafür ein Wort, das zugleich "Atem, Hauch, Wind" heißt. Sein Wirken wird u.a. wie "Feuer" oder "lebendiges Wasser" beschrieben.

Wurzeln liegen im Judentum

Die Wurzeln des heutigen Pfingstfestes liegen im Judentum, das ursprünglich ein Erntedankfest feierte. Zur Zeit Jesu wurde dieses Fest auch auf die Geschichte des Volkes Israel, im Besonderen auf Gesetzgebung bzw. Bundeserneuerung bezogen.

Vom zweiten Jahrhundert an gibt es Hinweise, dass Christen ein eigenes Fest feierten, das sich inhaltlich an den Berichten der Apostelgeschichte orientiert. Im vierten Jahrhundert setzte sich das Pfingstfest, das bis dahin mit Christi Himmelfahrt zusammenfiel, als eigenständig durch.

Bräuche für den Frühling

Die Pfingstbräuche haben häufig mit dem christlichen Festgedanken von der Herkunft des Heiligen Geistes nicht viel zu tun. Sie sind zum großen Teil eigentlich Frühlings- und Maibräuche. Bis heute werden überall die Kirchen mit frischem Grün ("Maien") geschmückt. Weiters gibt es den Brauch, vor den Häusern und in den Fenstern Birkenzweige aufzustellen. Auf diesen soll sich der Heilige Geist nieder lassen, um den Menschen seine Gnade zu bringen.

Von der Taube bis zum Pfingstlümmel

Früher wurde die Herabkunft des Heiligen Geistes sehr handfest zelebriert: Vom "Heiligengeistloch" im Kirchengewölbe wurde eine Taube herabgelassen. "Aufgeputzt wie ein Pfingstochse" heißt es noch heute und bezieht sich auf die festlich geschmückten Rinder und anderen Tiere. In der Steiermark ist der Brauch des "Pfingstschnalzen" (Peitschenknallen) der Burschen am Samstag noch immer üblich. Wer am Sonntag zu spät aus den Federn kommt, gilt als "Pfingstluken, Pfingstnigl, Pfingstlümmel oder Pfingstochs". Ledige Mädchen müssen den "Pfingstlotter" fürchten, eine Strohpuppe, die sehr anzüglich geschmückt sein kann.

(Quelle: APA)

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