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Drei Fälle am Donnerstag

Immer wieder Fahrerflucht auf Salzburgs Pisten

Was bei Skiunfällen zu tun ist

Ski Unfall Bilderbox
Immer wieder kommt es zu Fahrerflucht nach Skiunfällen. (SYMBOLBILD)

Gleich drei Fälle von Fahrerflucht nach Zusammenstößen auf Skipisten am Donnerstag hat die Salzburger Polizei vermeldet. Insgesamt berichtet die Exekutive von vier Verletzten bei Skiunfällen.

Flachau, Mittersill, Wagrain

In Flachau (Pongau) wurde eine Deutsche von einem Unbekannten von hinten gerammt. Die 57-Jährige kam zu Sturz und verletzte sich. Der Unbekannte fuhr einfach weiter. Der Ehemann, der den Unfall beobachtet hatte, versorgte seine Frau und brachte sie mit dem Lift ins Tal.

Zwei Skiunfälle in Wagrain

Auch in Wagrain wurde eine Skiläuferin von einem Mann von hinten niedergestoßen. In diesem Fall verständigte der Unbekannte zwar noch die Pistenrettung, machte sich danach aber ebenfalls aus dem Staub, ohne seine Daten bekanntgegeben zu haben. Die 53-jährige Belgierin erlitt eine Schulterverletzung. Die Pistenrettung brachte sie ins örtliche Ärztezentrum. Wenige Stunden später kam es erneut in Wagrain zu einer Kollision. Ein Snowboarder fuhr einer 76-jährigen Steirerin über ihre Ski. Die Frau kam zu Sturz und erlitt Verletzungen im Bereich der Rippen.

Im Skigebiet Paß Thurn in Mittersill (Pinzgau) krachten bereits am Vormittag zwei Skifahrer zusammen. Jedoch kümmerte sich der zweitbeteiligte Skifahrer um die 55-jährige Verletzte. Die Frau musste im Anschluss mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus nach St. Johann in Tirol geflogen werden.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Das ist bei einem Skiunfall zu tun

Erste Hilfe bei Skiunfällen ist nicht nur geboten, sondern auch Pflicht. APA/GEORG HOCHMUTH
Erste Hilfe bei Skiunfällen ist nicht nur geboten, sondern auch Pflicht.

Erste Hilfe ist bei Skiunfällen nicht nur geboten, sondern auch Pflicht. Wir zeigen euch auf, was als Ersthelfer zu tun ist.

Pisten sind Unfallhotspots. Skifahren zählt zu den Sportarten mit den meisten Sportunfällen. Laut Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit verletzen sich jedes Jahr rund 24.400 Personen beim Skifahren und 5.000 Snowboarder. Damit der Ausflug auf die Piste nicht im Krankenhaus endet, können Wintersportler einiges beachten.

Wolfgang schreiber ÖRK/Markus Hechenberger
Rot-Kreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber.

Kopfverletzungen bei Skiunfällen häufig

Das beginnt bereits bei der richtigen Ausrüstung und Vorbereitung. "Besonders häufig sind Kopfverletzungen. Schützen Sie sich mit einem Helm", rät Rot-Kreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber in einer Aussendung. Wichtig sei auch den Körper rechtzeitig auf die Skisaison vorzubereiten und sich vor der ersten Abfahrt warm zu machen. "Kurze Aufwärm- und Dehnübungen senken das Verletzungsrisiko", sagt Schreiber.

Erste Hilfe bei Skiunfällen

Passiert dennoch ein Unfall, ist "das Einzige, was man in der Ersten Hilfe wirklich falsch machen kann, nichts zu tun", versichert Schreiber. Das Wichtigste für Ersthelfer sei es, schnell zu reagieren um das Unfallopfer bestmöglich versorgen zu können.Für Beteiligte ist Erste Hilfe nicht nur geboten, sondern auch Pflicht. Jeder Wintersportler sollte über die richtigen Maßnahmen nach Skiunfällen Bescheid wissen. "Zunächst ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern", erklärt Schreiber.

Unfallstelle auf Skipiste mit Stöcken absichern

Je nach Gelände sind in ausreichender Entfernung oberhalb der Unfallstelle Skier und Stöcke über Kreuz in den Schnee zu stecken. Die Rettung ist unter 144 erreichbar, die Bergrettung unter 140. Sollte es keinen Empfang geben, das Handy aus- und wieder einschalten und den Euro-Notruf 112 wählen. Falls nach wie vor kein Empfang besteht, den Standort wechseln.

Vor Unterkühlung schützen

"Wenn Hilfe angefordert ist und der Verunglückte atmet, so lange bei ihm bleiben, bis die Rettungskräfte eintreffen", sagt Schreiber. "Ist der Betroffene ansprechbar, unterstützen Sie ihn bei der Helmabnahme und bringen Sie ihn in eine Position, die für ihn am angenehmsten ist. Decken Sie ihn gut zu, um Unterkühlung oder Erfrierungen zu verhindern bis die Rettungskräfte eintreffen. Gut geeignet sind Alu-Rettungsdecken aus dem Erste-Hilfe-Koffer", weiß Schreiber.

Bei ausbleibender Reaktion und Atmung sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Bei Bewusstlosigkeit und Atmung, den Verunfallten in die stabile Seitenlage bringen und Atmung regelmäßig kontrollieren.

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