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Jagdstatistik

Fast 600 Hasen starben auf Salzburgs Straßen

VCÖ und WWF fordern stärkeren Schutz von Grünräumen

symb_hase symb_feldhase APA/dpa/Julian Stratenschulte
Fast 600 Hasen kamen 2020 auf Salzburgs Straßen ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher sein. (SYMBOLBILD)

Im Vorjahr sind in Salzburg laut Jagdstatistik 588 Feldhasen und Wildkaninchen dem Kfz-Verkehr zum Opfer gefallen, fast so viele wie im Jahr davor, berichten VCÖ und WWF.

In Salzburg ist das Straßennetz mehr als 9.000 Kilometer lang, der Verkehr beansprucht bereits eine Fläche von 101 Quadratkilometer. VCÖ und WWF fordern einen stärkeren Schutz von Grünräumen vor dem Aus- und Neubau von Straßen.

Feldhasen im Frühjahr besonders aktiv

Die Feldhasen sind jetzt im Frühjahr besonders aktiv. Es ist Paarungszeit. "Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. Das große und dichte Straßennetz schränkt den Lebensraum der Tiere stark ein", erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Im Schnitt durchschneiden 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen. In Salzburg gibt es neben den 144 Kilometer Autobahnen auch mehr als 9.000 Kilometer Landes- und Gemeindestraßen.

Hohe Dunkelziffer zu erwarten

Die Folgen: Im Vorjahr wurden laut offiziellen Daten der Jagdstatistik auf Salzburgs Straßen 588 Hasen und Wildkaninchen von Lkw und Pkw erlegt, um sechs weniger als im Jahr 2019, informieren VCÖ und WWF. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist höher.

Im Bundesländer-Vergleich fielen in Niederösterreich die meisten Hasen dem Straßenverkehr zum Opfer, nämlich 11.713, berichtet der VCÖ. Es folgen Oberösterreich (5.461), Burgenland (2.986), Steiermark (2.481) vor Salzburg (588) und Kärnten (524).

Wachsendes Straßennetz kostet Tierleben

"Pro Minute werden in Österreich fast 100 Quadratmeter Boden verbaut. Auch das dichte Straßennetz ist stark gewachsen und zerschneidet immer stärker den Lebensraum der Feldhasen. Allein seit dem Jahr 2015 hat der Flächenverbrauch durch den Straßenverkehr laut Umweltbundesamt um mehr als 40 Quadratkilometer zugenommen", sagt Hanna Simons, Programmleiterin des WWF Österreich. Der WWF fordert einen eigenen Bodenschutzvertrag und einen Bodenschutz-Gipfel unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers. "Wir müssen die Raumordnung und das Steuersystem vollständig ökologisieren, um falsche Anreize für neue Verbauungen zu stoppen. Zusätzlich braucht es dringend eine große Naturschutz-Offensive", fordert Hanna Simons.

"Wir brauchen einen sorgsameren Umgang mit der Natur. Fauna und Flora brauchen mehr Schutz. Und wir haben auch die Verantwortung, unseren Kindern und Enkelkindern eine intakte Umwelt zu übergeben. Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung", stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. Österreich hat bereits ein dicht ausgebautes Straßennetz. Angesichts der zunehmenden Klima- und Biodiversitätskrise ist ein weiterer Ausbau nicht mehr gerechtfertigt, betonen VCÖ und WWF.

Bodenversiegelung wird zum Umweltproblem

Bodenversiegelung ist ein wachsendes Umweltproblem. Böden sind wichtige Wasserspeicher, die gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit sehr wichtig sind. Bei Hitze haben Böden eine abkühlende Wirkung, während Asphaltwüsten zu einem regelrechten Hitzestau führen. Und Böden nehmen bei Starkregen Wasser auf, während versiegelte Böden die Folgen von Starkregen verschärfen, weisen VCÖ und WWF auf die Folgen hin.

Eine Ursache für den zunehmenden Flächenverbrauch ist die Zersiedelung, die zusätzlich auch zu deutlich mehr Autoverkehr führt. Die Stärkung der Ortskerne verringert den Flächenverbrauch und ermöglicht der Bevölkerung mehr Alltagswege gesund und klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, betont der VCÖ.

(Quelle: SALZBURG24)

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