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Fastenzeit beginnt

Darum wird ab Aschermittwoch verzichtet

Fastenzeit dpa/Andreas Gebert
In vielen Klöstern gab es früher in der Fastenzeit Brot und Starkbier.

Nachdem wir uns am Faschingsdienstag noch schnell ein paar Krapfen genehmigt haben, beginnt am Aschermittwoch der große Verzicht. Der Tag ist der erste der österlichen Bußzeit. Die wichtigsten Fakten zur Fastenzeit im Überblick.

Viele Menschen nehmen die kirchliche Fastenzeit zum Anlass, um zu entschlacken, Gewicht zu reduzieren und körperlich fitter zu werden. Doch nicht nur der Verzicht auf Fleisch, Alkohol und Süßes ist in den 40 Tagen vor Ostern beliebt. Manch einer verzichtet in dieser Zeit auch auf bestimmte Luxusartikel im Alltag.

 

Heringsschmaus und Ascheritus

Auch wenn in der Einführung in das römische Messbuch steh, dass der Aschermittwoch "überall als Fastentag zu halten ist", verspeisen die Österreich an dem Tag gerne einen opulenten Heringsschmaus. Am Aschermittwoch wird aber auch ein weiterer Brauch zelebriert: Der Aschenritus. In der Antike war die Asche nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Waschmittel und Grundlage für die Seifenherstellung. So ist die Asche gleichzeitig Symbol der Trauer und der Reinigung.

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie - in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies - aus dem Gotteshaus gewiesen. Besonders in Gallien war dieser Brauch verbreitet.

Das Aschekreuz in der Kirche/Caroline Seidel dpa/lnw Salzburg24
Das Aschekreuz in der Kirche/Caroline Seidel dpa/lnw

Asche aus Palmzweigen

Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 schrieb Papst Urban II. den Aschenritus für alle Gläubigen vor. Männern wurde solche auf das Haupt gestreut, Frauen zeichnete man ein Aschenkreuz auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert findet sich ein eigenes Gebet für die Aschensegnung. Der Brauch, die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres zu gewinnen, entstand im zwölften Jahrhundert.

"Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst" oder "Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium" lauten die Sätze aus dem Messbuch, die der Priester beim Auflegen des Aschenkreuzes am Aschermittwoch spricht.

Sonntage nicht in der Fastenzeit berücksichtigt

1.000 Jahre alt ist der Brauch, am Aschermittwoch das Altarbild mit einem Fastentuch zu verhüllen. Die Fastentücher sollen mit ihrer biblischen Bilderfolge auf Ostern einstimmen. Das älteste Fastentuch stammt aus dem Jahr 1458, befindet sich im Dom zu Gurk und ist auch das größte in Österreich.

Mit dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige Bußzeit als Vorbereitung auf Ostern, das höchste Fest im Kirchenjahr. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest von Ostern vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich von der Bibel ab, vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus Christus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm. Weil früher an Sonntagen nicht gefastet wurde, werden diese auch heute nicht bei der Zählung der 40 Tage berücksichtigt.

Weltliches Fasten

In der heutigen Zeit wird die Fastenzeit teilweise anders interpretiert. Viele Menschen verzichten dabei nicht mehr auf Essen, sondern auf Handys, Internet oder einkaufen. Es gibt auch Abwandlungen wie Saft- oder Suppenfasten.

(APA)

(Quelle: SALZBURG24)

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