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Eltern ohne Urlaub

Wohin mit euren Kindern in den Sommerferien?

Klambauer will Schließwochen in Kindergärten begrenzen

SB: Kind, Kindergarten, Kinderbetreuung pixabay
Die Kinderbetreuung in den Sommerferien kann zur großen Herausforderung für Eltern werden. (SYMBOLBILD)

In knapp vier Wochen starten in Salzburg die Sommerferien – neun Wochen lang Freizeit für die zahlreichen Schülerinnen und Schüler. Das bedeutet vermutlich auch viel Stress für jene Eltern, die coronabedingt ihren Urlaub oftmals schon aufgebraucht haben. Wo welche Form der Kinderbetreuung in Stadt und Land Salzburg angeboten wird, haben wir unter die Lupe genommen.

Aktuell werden im Land Salzburg mehr als 30.000 Kinder von institutionellen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen oder von Tageseltern betreut und gefördert. Wohin also mit den Kindern, wenn die Eltern in den Ferien arbeiten müssen, keine Großeltern für die Betreuung zur Verfügung stehen und lediglich zwei Wochen für den gemeinsamen Familienurlaub geplant sind? In den neunwöchigen Sommerferien (10. Juli bis 12. September) sind längst nicht alle Kindergärten geöffnet. Das stellt viele berufstätige Eltern vor große Probleme. Das Forum Familie und das Familienreferat des Landes haben einen Katalog mit Fragen und Antworten zur aktuellen Situation zusammengestellt.

Zehntausende Kinder in Salzburg betreut

In den 595 institutionellen Betreuungseinrichtungen im Land Salzburg wurden im Betreuungsjahr 2019/20 insgesamt 21.848 Kinder betreut. Mehr als zwei Drittel davon sind Kleinkinder und/oder Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Zusätzlich werden fast 10.000 Kinder in nicht-institutionellen Betreuungsformen betreut, also etwa von Tagesmüttern oder in schulischer Nachmittagsbetreuung.

 

Das Land erhebt HIER die Sommerferienöffnungszeiten der institutionellen Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen. Für die Stadt Salzburg und den Flachgau waren diese bis dato noch nicht verfügbar. In der Landeshauptstadt wurden bereits erste Maßnahmen, wie die Ausdehnung der Kinderbetreuung der städtischen Einrichtungen über die Sommermonate hinweg, angekündigt. Hier gibt es – wie schon in den letzten Jahren – das StadtFerien-Angebot für Kinder berufstätiger Eltern an insgesamt sechs öffentlichen Schulen sowie das Kinderprogramm im Kolpinghaus. Die Mozartstadt hat weitere Informationen zur Ferienbetreuung in der kommenden Woche angekündigt.

Ausbau auf dem Land gefordert

Auf dem Land stimmen sich hingegen viele Gemeinden untereinander ab, sodass Kinder aus anderen Orten meist auch im jeweiligen Gemeindekindergarten willkommen sind. Einen Ausbau dahingehend fordert die Salzburger Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija): "Auch in den ländlichen Regionen gibt es Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten, nachdem viele Eltern ihre Urlaubstage bereits aufgebraucht haben. Und das nicht nur für die Zeit der Krise, sondern auch danach", so Barbara Erblehner-Swann, Juristin und Sozialberaterin bei kija. Es brauche Strategien, um Familien über die Sommermonate hinweg Möglichkeiten zur Kinderbetreuung im Bundesland Salzburg anzubieten

 

Klambauer: "Schließwochen in Kindergärten begrenzen"

"Mein Ziel ist es, die Schließwochen in den Kindergärten auf maximal fünf im Jahr zu begrenzen", erklärt Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) im Gespräch mit SALZBURG24. "Wir sind auf einem guten Weg und nähern uns diesem Ziel mit jedem Jahr weiter an." Die Rahmenbedingungen für die zahlreichen Träger seien mit den möglichen finanziellen Förderungen in Salzburg gut aufgestellt. "Wir fördern jeden Platz, um Kinderbetreuung leistbar zu machen. Die Qualität darf darunter nicht leiden und das tut sie auch nicht", ist Klambauer überzeugt. Nachholbedarf ortet die Landesrätin bei der institutionellen Nachmittagsbetreuung in Volksschulen. "23 Gemeinden bieten eine solche Abdeckung schon an", freut sich Klambauer und ergänzt: "Der Bedarf dafür ist da."

Feriencamps im Sommer möglich

Mittlerweile gibt es viele, oftmals kostenpflichtige, Ferienbetreuungs-Programme öffentlicher sowie privater Einrichtungen. Auf dem Programm stehen Ausflüge ins Schwimmbad, auf den Sportplatz, in den Zoo oder ein Besuch bei der Feuerwehr. Demnächst werde es auch einen Leitfaden für Sommercamps und andere Ferienbetreuungsangebote geben, teilte das Familienministerium am Dienstag mit. Was die finanzielle Unterstützung für Eltern für die Sommerbetreuung betrifft, verwies ein Sprecher auf die Zuständigkeit der Länder. "Wer berufstätig ist, bekommt Kinderbetreuung", machte Landesrätin Klambauer unlängst deutlich.

Welche Regeln in Corona-Zeiten für die Anbieter von Zeltlagern, Sommercamps etc. gelten, ist mit der 2. Lockerungsverordnungsnovelle des Gesundheitsministeriums klar: Angeboten werden können Feriencamps etc. ab Juni. Bei mehr als 100 Teilnehmern brauchen die Anbieter einen Covid-19-Beauftragten und ein Präventionskonzept. Generell sind die bekannten Hygienemaßnahmen einzuhalten. Bei Übernachtungen in Schlafräumen muss mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten oder für Trennung (z.B. durch Plexiglaswände) gesorgt werden.

Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche ohne Begleitung der Eltern für das Land Salzburg sind in der Feriendatenbank aufgelistet. Kostenfreie Angebote hat die Salzburger Armutskonferenz HIER gesammelt. Eine bundesweite Übersicht für die Ferienbetreuung hat das Bildungsministerium ebenfalls in einer eigenen Datenbank zur Verfügung gestellt. 

(Quelle: SALZBURG24)

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