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"schwierige Situation"

Feste in Salzburg fallen trotz Lockerungen aus

Unsicherheit und Ratlosigkeit bei heimischen Vereinen

Kuchler Seefest SALZBURG24/Wurzer
Auf die beliebten Feste werden wir in diesem Sommer wohl verzichten müssen.

Trotz der gestern präsentierten Corona-Lockerungspläne ab Freitag macht sich bei Salzburgs Vereinen Unsicherheit und Ratlosigkeit breit. Die meisten Feste wurden unlängst abgesagt. Gecancelte Veranstaltungen nun kurzfristig doch stattfinden zu lassen, sei keine Option. Wir haben uns im Land umgehört.

Die vorgestellten Lockerungen beinhalten die Öffnung des Kulturbereichs mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Außerdem wird mehr Publikum für Outdoor-Events zugelassen: 100 Personen ab 29. Mai, ab 1. Juli 500 Personen und ab 1. August 750 Personen (wir haben berichtet).

Feuerwehr sagt Feste ab

Beliebte Veranstaltungen, wie die Waldfeste in Hallwang und Lamprechtshausen (beides Flachgau) oder das Zeller Seefest (Pinzgau), wurden bereits abgesagt. Lediglich das Stadtfest Seekirchen wurde auf Anfang September verschoben. Auch wenn Lockerungen der Maßnahmen gegen Covid-19 würden möglicherweise die Abhaltung kleinerer Feuerwehrfeste zulassen würden, haben einige Feuerwehren ihre Feste bereits abgesagt und auf das Jahr 2021 verschoben. "Die derzeitige Situation ist sehr schwierig", gibt der Bezirkssachbearbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Tennengauer Feuerwehren, OVI Pasquale Ascione, gegenüber SALZBURG24 zu bedenken.

"Grundsätzlich wollen die Feuerwehren auf Nummer sicher gehen und zuwarten bis die allgemeine Lage eine ordentliche Durchführung erlaubt. Die Feuerwehren wollen ein Vorbild in der rigorosen Umsetzung der angeordneten Maßnahmen der Bundesregierung sein."

Keine kurzfristigen Veranstaltungen

Die Stimmung bei der Salzburger Landjugend sei trotz der weitreichenden Maßnahmen und geltenden Einschränkungen "grundsätzlich gut", sagt Geschäftsführerin Elisabeth Weilbuchner im S24-Gespräch. "Es ist natürlich schade, dass wir derzeit nichts machen können. Auch der persönliche Kontakt geht ab", gibt Weilbuchner an. Abgesagte Veranstaltungen nun kurzfristig doch stattfinden zu lassen, sei jedoch keine Option, betont Weilbuchner.

Möglichkeiten sieht man bei der Landjugend für Termine im August. Es komme dabei aber immer auf die Art des Festes an: "Was ist dann möglich? Das muss detailliert geprüft werden." Heute zeigte man bei der Landjugend noch unsicher, ob die neuen Lockerungen für Kunst und Kultur auch für ihre Aktivitäten gelten.

"Wir stehen auf dem Abstellgleis"

Bei jedem zünftigen Fest in Salzburg spielt auch die Blaskapelle eine wichtige Rolle. "Ohne Musikkapelle gibt es kein dörfliches Leben", ist Roman Gruber vom Salzburger Blasmusikverband überzeugt. "Das gehört einfach zur Tradition und zum Brauchtum dazu", merkt der Lungauer Bezirkskapellmeister an. Den Musikern gehe es derzeit wie so vielen im Kulturbereich, Events waren bis dato nicht möglich: "Wir stehen auf dem Abstellgleis." Dass die Salzburger Festspiele in verkürzter Form stattfinden, sei ein deswegen "immens wichtiges Signal" für die Kulturlandschaft Österreichs. Nun könne man nach vorne schauen.

Soziale Komponente im Vereinsleben

Wegen der Corona-Maßnahmen waren Proben bislang unmöglich, immerhin konnte man sich mit bis zu zehn Personen treffen. "Die soziale Komponente im Vereinsleben ist völlig weggebrochen", schildert Gruber die aktuell "schwierige Situation. In den letzten Wochen wurden wir vom Land Salzburg großartig unterstützt, um wieder in den Spielbetrieb zurückkehren zu können", führt der Musiker aus, "wir sind sehr dankbar um die finanzielle Hilfestellung."

Einen Kommentar zu den Lockerungen ab Freitag wollte der Orchesterleiter nicht abgeben: "Wir kennen die Verordnung noch nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie sehr strikt geregelt ist." Die Spannung sei: was ist dann realistisch umsetzbar im Hinblick auf Sicherheit und Hygiene? Gruber: "Ich stelle es mir sehr schwierig vor. Die meisten Feste werden von Ehrenamtlichen organisiert, der Aufwand ist riesig."

Altstadtfeste im Sommer fallen aus

In der Landeshauptstadt fehlen heuer bekanntlich die beliebten Altstadtfeste im Kaiviertel und in der Linzergasse. "Diese Termin sind ersatzlos gestrichen", bestätigt Altstadtverband-Pressesprecherin Ursula Maier auf SALZBURG24-Anfrage. Eine Entscheidung über den Rupertikirtag soll im Sommer fallen.

(Quelle: SALZBURG24)

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