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Konzepte liegen vor

Fitnessstudios hoffen auf Öffnung im Mai

Bewegungsmangel als Gesundheitsrisiko

20210111_PD8259.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Salzburgs Fitnessstudios hoffen auf ein Aufsperren im Mai, die Konzepte dafür sollen bereits vorliegen.

Ähnlich wie Gastronomie und Tourismus werden auch Fitnessbetriebe in der Corona-Krise bei etwaigen Öffnungsschritten hinten angestellt. Uns hat der Salzburger Spartensprecher Christian Hörl erzählt, wie die Stimmung in der Branche ist und warum er trotz Schließung positive Impulse für die Zeit nach der Pandemie sieht.

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns in Österreich seit rund 13 Monaten. Nur fünf Monate davon konnten die Fitnessbetriebe öffnen und Kunden empfangen. Dieser Mangel an Bewegung wirke sich auf die körperliche Verfassung der Menschen aus, so werde derzeit von einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von fünf Kilo ausgegangen, teilt Christian Hörl, Geschäftsführer von Vita Club und MYGYM, im Gespräch mit SALZBURG24 mit.

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Christian Hörl ist Branchensprecher der Salzburger Fitnessstudios sowie Geschäftsführer von Vita Club und MYGYM.

Hörl vermisst Lerneffekt bei Politik

"Immer lauter werden nun die Stimmen derer die sagen, es ist verheerend, dass man den Leuten die Bewegung genommen hat, weil jetzt die Krankheitslast und die Folgeschäden durch den Bewegungsmangel und Muskelschwund immer sichtbarer werden", so Hörl. Er kritisiert dabei, dass es im Bezug auf die Maßnahmen seitens der Politik "überhaupt keinen Lerneffekt" gebe und – abgesehen vom Handel – entweder komplett geöffnet oder komplett geschlossen werde. "Hier geht es ja nicht nur um Aussehen und Figur, das ist ein massives Gesundheitsthema."

 

Fitnessstudios für Öffnung gerüstet

Die Konzepte für den Betrieb in den Fitnesstudios seien jedenfalls bis ins Detail ausgearbeitet. Hygiene sei im Sport grundsätzlich Thema, auch Abstandsregeln könnten einfach eingehalten werden. Laut Hörl sei die Fitness-Branche auch bestens für Contact Tracing gerüstet: "Wir wissen genau, wer zu welcher Uhrzeit und wie lange da war, auch mit wem trainiert wurde." Er nennt dies auch als Grund dafür, dass es in den fünf Monaten der Öffnung keinen einzigen Cluster gab, der auf einen Fitnessbetrieb zurückgeführt werden konnte.

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Keine Neukunden

Eine erhöhte Kündigungswelle blieb laut Hörl in der Fitness-Branche weitgehend aus, neben dem normalen Abgang von Kunden konnten in den vergangenen Monaten allerdings keine Neukunden akquiriert werden. Diese mache sich nun auch in den Betrieben bemerkbar, die dank staatlicher Unterstützungsleistungen bislang weitgehend ohne Entlassungen durch die Krise kamen. "Die Betriebe kommen nun an ihre Grenzen. Wir verhandeln derzeit intensiv, um auch nach der Öffnung Unterstützungen zu erhalten, da wir nicht sofort mit einer vollen Auslastung rechnen." Zudem sei in der warmen Jahreszeit mit weniger Kunden zu rechnen.

 

Online-Angebote zur Kundenbindung

In der corona-bedingten Auszeit setzen die Betriebe auf Online-Angebote. Diese würden auch nach der Pandemie bleiben, ist sich Hörl sicher. "Es ist allerdings nur ein Teil des gesamten Angebotes, das damit abgebildet werden kann. Und das Training zu Hause ersetzt das Training im Club nicht, hier gibt es einfach ganz andere Möglichkeiten." Online-Trainings seien für die Betriebe somit eher zur Kundenbindung geeignet.

Hoffen auf Öffnung im Mai

Mit sinkenden Infektionszahlen und fortschreitender Impfkampagne zeichnen sich aus derzeitiger Sicht Öffnungsschritte für Mitte Mai ab. Branchensprecher Hörl zeigt sich optimistisch, gemeinsam mit Gastronomie und Tourismus öffnen zu können.

Positive Entwicklung für Fitnessbetriebe?

Auch wenn die Pandemie den Fitnessbetrieben viel abverlangt, so erwartet Hörl für die Zeit nach der Krise eine positive Entwicklung, da das Thema Gesundheit nun in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert eingenommen habe. "Die nächsten Wochen und Monate aber werden nochmals eine Herausforderung", so der Branchensprecher.

(Quelle: SALZBURG24)

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