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2.500 Kilometer in 90 Stunden: Tierschutzverein zeigt Tierverladestation in Bergheim an

Wegen Gewalt bei der Be- und Entladung, zu langen Fahrtzeiten und nicht eingehaltenen Ruhepausen hat der Verein gegen Tierfabriken Anzeige gegen den Betreiber einer Tierverladestation in Bergheim (Flachgau) erstattet.

Wie bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien bekannt gegeben wurde, werde man auch gegen ein Bozner Tiertransportunternehmen eine Sachverhaltsdarstellung einbringen.

Kälber rund 90 Stunden in Lkw gepfercht

Seit Juni diesen Jahres dokumentierte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) mithilfe von versteckten Kameras, Infrarot- und GPS-Technologie die Beförderung, Verladung und Haltungsbedingungen bestimmter Tiertransporter.

"Diese Tour startet jeden Sonntagabend im nördlichen Niederösterreich, auch in der Steiermark und Westösterreich werden Kälber eingesammelt. Anschließend werden sie zur Verladestation nach Bergheim gebracht", erklärte VGT-Obmann Martin Balluch das Vorgehen. Von Bergheim aus übernehme ein Bozner Transportunternehmen die Fracht, von Bozen aus werden die Tiere anschließend weiter in die spanische Stadt Vic transportiert und von dort aus auf ganz Spanien verteilt.

Pro Lkw werden so etwa 250 Tiere verfrachtet, wöchentlich gelangen auf diese Weise rund 1.500 österreichische Kälber in den Süden Europas. "Bis die letzten Tiere in Spanien verteilt sind, ist es Donnerstagnachmittag, die Tiere sind dann 90 Stunden lang unterwegs", so Balluch. Laut EU-Verordnung müssen hier Ruhezeiten von neun Stunden für Jungtiere und 14 Stunden für ältere Tiere eingehalten werden, was laut Balluch vor allem beim Transfer von Bozen nach Vic nicht der Fall sein soll. Während des Transportes sollen die Kälber zudem enormer Gewalt ausgesetzt sein. "Die Treiber haben Schläuche, mit denen sie die Tiere schlagen, damit sie sich schneller bewegen. Teilweise werden sie in den Schwitzkasten genommen, zu Boden geworfen und getreten. Das alles ist in der EU-Verordnung explizit verboten", erklärte Balluch.

Kälber bei Transport gequält und falsch ernährt

Einige der Kälber seien zudem nicht wie erforderlich mindestens zwei Wochen alt gewesen. "Das sind ganz junge Tiere, die erst vor Kurzem von der Mutter getrennt wurden. Wir haben gesehen, wie sie brutal an den Schwänzen aus dem Lkw geschliffen wurden. Hier herrscht das Motto: 'Zeit ist Geld'", schilderte Balluch. Problematisch sei außerdem, dass diese jungen Kälber noch mit Milch genährt werden und kein Wasser aus der Tränke der Transporter - die ohnehin defekt waren - vertragen. Um die Situation der Frachttiere zu verbessern, fordert der VGT daher unter anderem eine maximale Transportdauer von acht Stunden, mehr Platz in Langstreckentransporten und das Verbot der Beförderung von Säugetieren, die noch nicht von der Muttermilch entwöhnt sind.

Jährlich werden laut GVT etwa 80.000 Kälber von Österreich nach Südeuropa transportiert. Es handelt sich dabei vorwiegend um männliche Tiere aus der Milchindustrie, denn diese sind wirtschaftlich kaum nutzbar. Im Süden Europas werden sie entweder in Kälberboxen zur Fleischproduktion oder in Stiermasten untergebracht.


(APA)

(Quelle: S24)

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