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Fleissige Bienen

150.000 Kilometer für ein Kilo Honig

Für die rund 2.570 Imkerinnen und Imker im Land Salzburg herrscht nun Hochsaison. Sie stecken mitten in der Ernte. Im Schnitt gibt es pro Volk etwa 15 bis 20 Kilo Honig, weiß der Landesobmann der Imker, Wilhelm Kastenauer.

Koppl

Schätzungen zufolge leben in Salzburg an die 28.700 Bienenvölker. "Größere Völker können bis zum Sommer auf bis zu 60.000 Bienen anwachsen", erklärt Kastenauer. Die rund 2.570 Imkerinnen und Imker betreuen demnach bis zu einer Milliarde Bienen in den fünf Bezirken. "Wir können davon ausgehen, dass wir in Salzburg eine flächendeckende Bestäubung haben", so Kastenauer. Eine Biene ist übrigens ein treues Tier. Sie fliegt fast immer dieselbe Blütenart an. Für ein Kilo Honig müssen ca. zwei Millionen Blüten besucht bzw. 150.000 Flugkilometer zurückgelegt werden. Letzteres entspricht der Strecke von dreieinhalb Mal um die Erde.

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700 Wildbienenarten in Österreich

Bis Ende Juli gilt es nun für die Imkerinnen und Imker die Ernte einzusammeln. Danach – im Spätsommer – müssen sie bereits wieder ans Überwintern denken. Pro Volk überwintern ca. 7.000 bis 12.000 Tiere, weiß der langjährige Imker Kastenauer. Wichtig sei es, auf Varroamilbe zu achten, die als Parasit wie eine Zecke an Honigbienen lebt.

Es gibt in Österreich jedoch auch knapp 700 verschiedene Wildbienenarten, zu denen zum Beispiel auch die Hummel zählt. Im Gegensatz zur Honigbiene, die mehrjährige Staaten bildet und die ganze warme Saison ausfliegt, würden ihre wild lebenden Artgenossen grundsätzlich sehr früh und nur wenige Wochen fliegen. Ein Großteil lebe einzeln, ohne Familienbund. "Sie suchen sich Ast-, Erd- oder Mauerlöcher und sind besonders auf solche Plätze und wilde Wiesen angewiesen, denn um die Wildbienen kümmert sich niemand."

Was kann ich für die Bienen tun?

Aber sind Bienenhotels nützlich, die man im eigenen Garten aufstellt? "Ich würde sagen, das ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein", so Gregor Glaser, Zweit-Geschäftsführer vom Imkerhof in Koppl (Flachgau). "Nützlicher sind sicherlich ein paar Quadratmeter wilde Wiese, die ich in meinem Garten ungemäht lasse. Auch Beerensträucher bieten für Insekten und Bienen einen weit größeren Lebensraum, als so kleine Kästchen", weiß er. Wo jedoch tagtäglich der Mähroboter fahre, könne natürlich kein Insekt wohnen. "Was für den einen ungepflegt aussehen mag, ist ein Paradies für Bienen und Insekten", ergänzt Kastenauer.

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Gregor Glaser vom Imkerhof in Koppl bei einer Führung mit Kindergartenkindern.

Was hilft bei Bienenstichen?

Beim Königinnenfest am Imkerhof (13. Juli) kann man sich weitere Tipps holen. Während sich Imkerinnen und Imker beim Markt eine neue Königin für ihr Volk (eine Königin wird bis zu fünf Jahre alt, eine Sammelbiene nur sechs Wochen) aussuchen, können Besucher unter anderem "Bienen streicheln". Dazu werden Drohnen aus dem Stock genommen, welche sich Unerschrockene auf die Hand setzen lassen können. "Diese haben keinen Stachel, da kann nichts passieren", versichert Glaser.

Angst vor Bienenstichen brauche man auch sonst nicht haben, betonen die beiden: "Bienen stechen nur zur Verteidigung. Von sich aus angriffslustig sind die Tiere nicht." Am unruhigeren Verhalten könne man aber ein aufziehendes Gewitter erkennen, weiß Kastenauer. Ganz ohne Bienenstiche gehe es für die Imker allerdings auch nicht ab. Laut Glaser helfe dann ein altes Hausmittelchen gegen Schwellung und Juckreiz am besten: "Einfach eine frisch aufgeschnittene Zwiebel auf die Einstichstelle legen und kühlen."

(Quelle: SALZBURG24)

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