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Carina Edlinger nimmt Kurs auf die Paralympics

Mit gerade einmal 19 Jahren hat Carina Edlinger schon vieles erreicht: Sie ist zweifache Weltmeisterin sowie WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin, feierte vier Weltcupsiege und holte sich heuer im März als erste Österreicherin den Gesamtweltcup-Sieg im Para-Langlauf. Edlinger ist stark sehbehindert, Bruder Julian ist ihr Guide. Nun will sie die Leistungen aus der vorigen Saison bei den Paralympischen Spielen in Pyeongchang/Südkorea wiederholen.

Bei der Leonidas-Sportgala 2017 wurde Edlinger mit dem Goldenen Löwen als "Rookie of the Year" ausgezeichnet. Derzeit trainiert die Ausnahmesportlerin aus Fuschl (Flachgau) gemeinsam mit ihrem Bruder für die Paralympics. Carina Edlinger besucht die Ski-Akademie Schladming und bereitet sich parallel zum Sporttraining auf die Matura vor. Seit zwei Jahren läuft sie gemeinsam mit ihrem um zwei Jahre älteren Bruder Julian im Behindertensport Langlaufrennen. Dieser ist auch Leistungssportler und hat das Nordische Ausbildungszentrum in Eisenerz absolviert.

Team Edlinger auf der Erfolgsspur

Julian Edlinger ist für die technischen Details und die Organisation zuständig. Trainiert wird unter der Woche gemeinsam und am Wochenende dann einzeln. Betreut wird das Geschwisterteam Edlinger vom Olympiazentrum in Rif. "Ich bin sehr froh und dankbar, dass Julian an meiner Seite ist. Er gibt mir Anweisungen, wo ich hinlaufen muss, und auch Hinweise zur Technik. Meine Sehkraft verändert sich ständig und ist stark tagesabhängig. Das ist auch psychisch eine ziemliche Belastung. Vor vier Jahren habe ich 20 Prozent an Sehkraft verloren, das hat mich stark aus der Bahn geworfen. Denn man merkt, dass man zum Beispiel etwas, was man vor einem Monat noch gut konnte, jetzt eben nicht mehr so gut kann", schildert Carina Edlinger. Aufgrund eines Gendefekts in der Netzhaut reduzierte sich Carinas Sehvermögen ab ihrem 13. Lebensjahr auf inzwischen nur noch zwei Prozent.

Edlinger: "Kennen uns als Geschwister in und auswendig"

"Vor dem Start eines Wettkampfes gehe ich mit ihr die Strecke nochmals durch, die Kurven, Abzweigungen etc. oder wenn es Streckenänderungen gibt. Unser großer Vorteil gegenüber den anderen ist, dass wir uns als Geschwister in und auswendig kennen und perfekt harmonieren", erklärt Julian Edlinger.

"Carina Edlinger ist eine beeindruckende, starke junge Frau und eine Ausnahmesportlerin. Mit ihren 19 Jahren ist sie schon zweifache Para-Langlauf-Weltmeisterin. Wie sie ihre herausfordernde Lebenssituation gemeinsam mit ihrem Bruder meistert und aus dem Sport Kraft schöpfen kann, ist einzigartig", sagte Sportreferentin Martina Berthold (Grüne).

Die Saison 2016/17 verlief für Carina Edlinger äußerst erfolgreich: Nach zwei Weltcupsiegen konnte sie beim Saisonfinale in Sapporo in Japan sowohl das Rennen in der Mitteldistanz als auch das in der Kurzdistanz für sich entscheiden und sicherte sich so auch den Gesamtweltcup. Zuvor kürte sich Edlinger bei der Weltmeisterschaft Para Sport Nordisch in Finsterau in Deutschland zur Doppel-Weltmeisterin (Sprint, 15 Kilometer Klassischer Stil) und errang beim Mitteldistanz-Rennen (7,5 Kilometer Freie Technik) die Bronze-Medaille. Bereits als noch sehende Langläuferin feierte die Fuschlerin in der Jugend etliche Erfolge und gewann im Jahr 2015 noch den österreichischen Meistertitel in der Staffel. Unterstützung erhalten beide durch die Sportförderung des Landes.

Sportbudget auf 5,6 Millionen Euro erhöht

Für den Salzburger Sport stehen ab 2018 zusätzlich 250.000 Euro zur Verfügung. Das Sportbudget wird damit auf 5,6 Millionen Euro erhöht. "Das Sportland Salzburg wird mit den zielgerichteten Investitionen weiter gestärkt. Von den zusätzlichen Mitteln profitieren vor allem Kinder, Jugendliche und Hochleistungssportlerinnen und -sportler. Gleichzeitig wird das erfolgreiche Projekt der Trainerinnen- und Trainerförderung um die Sportarten Tennis und Klettern erweitert", betont Berthold.

Diese fünfprozentige Steigerung des Sportbudgets kommt vor allem drei Schwerpunkten zugute: Einerseits gibt es mehr Geld für den Jugendsport in den Vereinen und für Prämien für vorbildliche Kinder- und Jugendsportarbeit. Weiters wird das seit 2015 bestehende Programm Trainerförderung in den Fachverbänden ausgebaut. Und drittens werden die Landesgelder für das Olympiazentrum aufgestockt und damit die sportwissenschaftlich fundierte Betreuung der Hochleistungssportlerinnen und -sportler gestärkt. Darüber hinaus werden im kommenden Jahr über das außerordentliche Budget 1,8 Millionen Euro in den Umbau des Universitäts- und Landesportzentrums Rif investiert.

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