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Causa Fluglärm: Flughafen Salzburg meldet sich zu Wort

Nun meldet sich der Salzburger Flughafen zu Wort und listet eine Vielzahl an Maßnahmen gegen den Fluglärm auf. Salzburg Airport
Nun meldet sich der Salzburger Flughafen zu Wort und listet eine Vielzahl an Maßnahmen gegen den Fluglärm auf.

Auf den umstrittenen "Anflug"-Verordnungsentwurf des deutschen Verkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) für den Flughafen hat nun der Salzburg Airport am Donnerstag mit einer Leistungsbilanz über lärmreduzierende Maßnahmen reagiert.

Hervorgehoben wurde unter anderem das Landeverbot für lautere "Kapitel III"-Flugzeuge, das Nachtflugverbot und lärmmindernde An-und Abflugrouten. Mittels Durchführungsverordnung will Ramsauer den Anflug über deutsches Bundesgebiet von Norden her auf den Salzburger Flughafen bis auf Notfälle verbieten und einen Südanflug über Salzburger Gebiet erzwingen, der aber technisch nur bei gutem Wetter möglich ist. Die Verordnung würde praktisch das Aus für den Flughafen bedeuten.

Landeverbot für die lautesten Flugzeugtypen

In der Presseaussendung des Airport Salzburg hieß es am Donnerstag: "Bei den Bemühungen und Verbesserungsaktivitäten, die der Flughafen beschreitet, steht der Mensch im Mittelpunkt, doch die topografische Lage des Flughafens und das Wetter bringen viele Grenzen des Machbaren mit sich. Nichtsdestotrotz hat das Flughafenmanagement in Salzburg neue Wege beschritten und innerhalb Europas neue Maßstäbe gesetzt."

"Einzigartig" sei das seit Oktober 2008 geltende Landeverbot in Salzburg für die lautesten der in Europa zugelassenen Flugzeugtypen, beispielsweise für die Tupolew 154M-Klasse und die McDonnell Douglas MD80-Klasse. Diese Passagiermaschinen mit 100 bis 150 Sitzen würden unter das lautere Lärm-Kapitel III fallen, wie Flughafen-Sprecher Alexander Klaus gegenüber der APA erklärte. Das Landeverbot habe alleine an Wintersamstagen eine Lärm-Reduktion von 25 Prozent bei allen Messstellen rund um den Flughafen erwirkt.

Keine Starts mehr nach 23 Uhr

Bei den Betriebszeiten von 6 bis 23 Uhr gebe es trotz gesetzlicher Abfertigungspflicht seit 2010 keine Starts nach 23 Uhr mehr, wurde betont. Bezüglich der Flugrouten sei in diesem Jahr der neue GPS gestützte Sichtanflug hoch über der Stadt Salzburg und Bayern von Austro Control verordnet worden. Dieser würde sowohl die Stadt Salzburg als auch Bayern entlasten.

Auch der „Tauernanflug" aus Süden sei neu verordnet worden. Es handle sich dabei um ein mit GPS-Navigation gestützter Instrumentenanflug, aber nicht um einen Präzisionsanflug - die Piloten müssten dafür spezielle Schulungen aufweisen und es bedürfe technischer Voraussetzungen, die "new state of the art" seien, erläuterte der Flughafensprecher.

Sonder-Förder-Programm für Lärmschutzfenster

Bei der Verteilung von Nord-Süd-Anflügen gebe es zudem erste Schritte in Richtung einer gerechteren Verteilung, hieß es. Bei kommerziellen Maschinen liege das aktuelle Verhältnis zwar nach wie vor bei 90:10. Betrachte man jedoch den Gesamtverkehr des Flughafens, so liege das Verhältnis bei "fast 50:50".

Durch die Einführung eines Sonn- und Feiertagsverbotes im Schulungsbetrieb für Kleinflugzeuge, das im Sommer durch zusätzliche Beschränkungen am Samstag ergänzt wurde, "konnten wesentliche Verbesserungen für die Ruhezeiten im Bereich der Platzrunden erzielt werden". Weiters sei ein Sonder-Förder-Programm für Lärmschutzfenster in Höhe von einer Million Euro auf fünf Jahre eingerichtet worden. "Alleine 2012 wurden 32 Objekte mit 140.000 Euro gefördert." (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 26.05.2019 um 05:07 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/causa-fluglaerm-flughafen-salzburg-meldet-sich-zu-wort-44342182

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