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Chefin eines Salzburger Hundehotels wegen Betruges vor Gericht

Die Chefin eines Hundehotels stand am Freitag in Salzburg vor Gericht. Sie musste sich wegen Betruges verantworten. dpa/A3512 Roland Wehrauh
Die Chefin eines Hundehotels stand am Freitag in Salzburg vor Gericht. Sie musste sich wegen Betruges verantworten.

Hat eine Betreiberin eines Hundehotels im Salzburger Flachgau nur vorgetäuscht, sie hätte einige Fundtiere aufgenommen, nur um dem Land ein Fördergeld von insgesamt rund 7.000 Euro für die Quartierkosten herauszulocken? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Freitag ein Salzburger Einzelrichter am Landesgericht Salzburg. Der Prozess wurde aber vertagt.

Die beschuldigte Frau hatte bisher ihre Unschuld beteuert.

Dem Strafantrag zufolge hat die Hotelbetreiberin dem Land vorgegaukelt, dass es sich bei rund einem Dutzend Hunde und Katzen um aufgefundene, ausgesetzte oder zurückgelassene Tiere gehandelt hätte. Sie habe deshalb zu Unrecht das Geld verrechnet. Beispielsweise seien vier Hunde der international noch nicht anerkannten Rasse "Kangal" nicht aufgefunden worden, sondern ihrem Besitzer von der oberösterreichischen Behörde in Linz abgenommen und der Tierrettung übergeben worden.

Hundehotel-Chefin ändert Aussage

Die Beschuldigte revidierte am Freitag in dem fortgesetzten Prozess ihre ursprüngliche Aussage über die vier türkischen Hirtenhunde. Auf die Frage von Richter Philipp Grosser, ob es stimme, dass sie die Hunde angebunden am Zaun des Hotels vorgefunden hätte, antwortete die Betreiberin: "Ich habe das mit anderen Tieren verwechselt, da ist mir ein Fehler passiert, dafür entschuldige ich mich. Die Tierrettung hat aber nicht gesagt, woher die Kangalen kommen." Der Richter hielt ihr auch vor, dass damals auf ihrer Homepage als Fundort die Gemeinde angegeben war, in der sich das Hundehotel befinde, und zudem der Vermerk "ausgesetzt am 1. Oktober 2011" gestanden sei.

Sie habe damals angenommen, es seien Fundtiere gewesen, betonte die Angeklagte. "Die Kangalen - ein Weibchen und drei Rüden - haben erbrochen, ich habe mich um sie gekümmert, sie gesäubert und ihnen zu fressen gegeben." Wenn sie 30 Tage lang gefundene, ausgesetzte oder zurückgelassene Tiere auf ihrer Anlage betreue, dürfe sie 500 Euro plus Mehrwertsteuer dem Land verrechnen. Ein Zeuge meinte allerdings, die Frau habe gewusst, dass die Kangalen seinem Besitzer im Auftrag der Behörde abgenommen wurden.

Weitere Zeugen einvernommen

Der Prozess am Salzburger Landesgericht musste erneut vertagt werden. Es werden noch weitere Zeugen einvernommen. Als nächster Termin wurde der 28. März festgesetzt, wie Gerichtssprecherin Christina Rott erklärte. (APA)

(Quelle: S24)

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