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Corona-Cluster

Maskenpflicht in Strobl und St. Gilgen

Touristen in Salzburg beunruhigt

57 Coronavirus-Infizierte zählt der Cluster in St. Wolfgang (Bez. Gmunden) am Sonntag. Das sorgt in den benachbarten Salzburger Orten für Beunruhigung, vor allem in St. Gilgen (Flachgau). Leo Bauernberger vom SalzburgLand Tourismus erklärt, dass die Zahl der Covid-19-Tourismus-Screenings in den nächsten zwei Wochen von 3.000 auf 5.000 steigen soll. Auch, um den Touristen Sicherheit gewährleisten zu können.

Sankt Gilgen, Sankt Johann im Pongau, Strobl

Von dem Cluster sind derzeit drei Personen mit Wohnsitz im Bezirk Salzburg-Umgebung betroffen. In St. Gilgen kommt bereits zu Stornierungen, erklärt Brigitte Winkler, Leiterin des Tourismusbüros, auf Anfrage von SALZBURG24. Die Gäste machen sich sichtbar Sorgen. Allerdings sei die Situation vor Ort „nicht so dramatisch. Wir hatten bisher nur einen Fall und der ist in Quarantäne“, schildert Winkler. Trotzdem werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Eine für Mittwoch geplante Veranstaltung wurde abgesagt. Die hätte zwar im Freien stattgefunden, aber „man muss es nicht herausfordern“, betont sie. Zudem würden die Menschen wieder vermehrt Masken tragen.

Bei der Hotline 1450 wird geprüft, ob der Anrufer sich zuletzt im Salzkammergut aufgehalten hat.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 27. Juli 2020

Wieder Maskenpflicht für Tourismus-Mitarbeiter

Das wird für viele in St. Gilgen, aber auch in Strobl, ab heute wieder zur Pflicht. In einer Aussendung vom Montag sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP): „In Anbetracht der Entwicklungen in der Wolfgangsee-Region wird in den Orten Strobl und St. Gilgen eine Maskenpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismus verhängt, welche direkten Kontakt mit Gästen pflegen.“ Das empfiehlt er auch allen anderen Betrieben der Freizeitbranche im Bundesland Salzburg.

Die Verordnung werde noch heute von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung für die Gemeinden Strobl und St. Gilgen erlassen und gelte vorerst bis Ende August, sagte ein Sprecher des Landeshauptmanns zur APA. Ein Fahrplan zur Prävention und Eindämmung von Corona-Infektionen in der Sommersaison wurde laut Land Salzburg bereits erarbeitet, er sei „alltagstauglich“, wie betont wird.

Besorgte Gäste-Anfragen

Bisher läuft es im Salzburger Tourismus deutlich besser als erwartet. „Die Auslastung wird zunehmend besser, sowohl in der Stadt, als auch in den Regionen“, weiß Leo Bauernberger, Geschäftsführer des SalzburgerLand Tourismus, im Gespräch mit S24. Die Stimmung sei allgemein gut. Aber: „Wie labil die Lage ist, sieht man an St. Wolfgang“, sagt der Touristiker. Er stellt eine „erhöhte Sensibilität“ bei den Gästen fest, es gäbe mehr besorgte Anfragen in den Orten nahe der Salzkammergut-Gemeinde. Der Cluster ist für ihn ein Vorbild: „Jeder Ort, der so etwas erlebt, ist ein Lernbeispiel.“

St. Johann: "Virus ist da, aber keine Angststimmung"

Doch nicht nur in der näheren Umgebung machen sich Touristiker aufgrund des neuen Clusters Gedanken. In St. Johann im Pongau gibt es Notfallpläne für den Fall, dass es zu einer Covid-19-Infektion kommt. „Man ist nie gefeit, hofft aber, dass man nicht betroffen ist“, erklärt Stefanie Mayr, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, im Interview mit SALZBURG24. Insgesamt seien die Gäste aber in positiver Stimmung ­– trotz Maskenpflicht in der Liechtensteinklamm. „Das Virus ist da, es herrscht aber keine Angststimmung.“

Covid-19-Tests im Tourismus erhöhen

Laut Bauernberger unterstütze man die Tourismusbetriebe darin, dass sie Sicherheit gewährleisten können. Dazu gehören auch die Corona-Testungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Juli laufen sie im ganzen Bundesland. Letzte Woche seien 3.000 Tests durchgeführt worden, diese Woche sollen es 4.000 werden. „Vielleicht schaffen wir nächste Woche schon 5.000“, ist er zuversichtlich.

Insgesamt arbeiten im ganzen Bundesland 40.000 Menschen in der Tourismusbranche, davon etwa 14.000 in der Hotellerie. Das Ziel wäre, 10.000 bis 12.000 Covid-19-Tests pro Woche durchzuführen. Nach einem schleppenden Start ist das für Bauernberger durchaus noch realistisch, die Infrastruktur stehe. Nun sei es „notwendig, dass die Betriebe ihre Mitarbeiter für die Tests motivieren.“ Schon jetzt sei Salzburg in Österreich jenes Bundesland, in dem im Tourismus am meisten getestet wird. „Aber wir haben noch Luft nach oben.“

Hoffnung in St. Gilgen

Brigitte Winkler erzählt, dass die Tests in St. Gilgen sehr gut angenommen würden. Grundsätzlich sei die Stimmung in der Gemeinde am Wolfgangsee positiv. Wer ängstlich ist, reise freilich ab. „Das Verständnis bei den Zimmergebern ist da. Wir hoffen jetzt das Beste.“

(Quelle: SALZBURG24)

St. Wolfgang wehrt sich gegen Ischgl-Vergleich

St. Wolfgang, Coronavirus APA/BARBARA GINDL
In St. Wolfgang gibt es in mehreren Tourismusbetrieben Coronavirus-Infektionen.

In Oberösterreich sieht man nach dem Corona-Ausbruch in der Tourismusgemeinde St. Wolfgang derzeit keine Notwendigkeit für weitere, verschärfte Maßnahmen. Der Tourismusverein ist - vorbehaltlich Hunderter noch ausständiger Testergebnisse - optimistisch, dass der Cluster eingegrenzt wurde. Gegen einen Vergleich mit Ischgl wehrt man sich, man sei nicht "der Partyort in den Alpen".

Wie Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) im Ö1-Morgenjournal sagte, halte sie weitere Maßnahmen wie Hotelschließungen oder eine Quarantäne für den Ort derzeit nicht für nötig. Allerdings sei am Montag eine Verordnung über "verkehrsbeschränkende Maßnahmen für St. Wolfgang" in Kraft getreten. Demnach müssten Gäste bei ihrer Abreise ein Formular ausfüllen und angeben, woher sie kommen, wohin sie fahren etc. Zuvor waren die Daten freiwillig von den Hotels erhoben worden.

53 Corona-Fälle in St. Wolfgang

Dass die Zahl der Infektionen im Bezirk Gmunden, die auf der Website des Landes Oberösterreich ausgewiesen wurden, nur bei 33 (Stand Montagfrüh) liegt, obwohl alleine in St. Wolfgang 53 Personen positiv getestet wurden, erklärt sich damit, dass die Betroffenen ihren Heimatbezirken zugeordnet werden. Woher genau die Infizierten - großteils Praktikanten - genau stammen, war aber nicht bekannt, laut Land Oberösterreich allerdings aus dem Inland.

Wie Haberlander vorrechnete, wurden in St. Wolfgang bisher 1.183 Test durchgeführt. 764 davon wurden bereits ausgewertet, das Ergebnis von 419 am Sonntag durchgeführte Tests soll im Laufe des Montags vorliegen. Arno Perfaller, der die betroffenen Hoteliers medial unterstützt, zeigte sich optimistisch, dass die Infektionszahlen nicht mehr eklatant steigen werden: Die ersten Testreihen unter den Betrieben haben 44 Positive ergeben, in der letzten zeigte sich nur mehr eine Infektion. "Wir schließen daraus, dass der Cluster eingefangen werden konnte." Insgesamt wurden - vom Tourismusverband organisiert - 628 Tests durchgeführt und ausgewertet. Zu diesen hatten Mitarbeiter ebenso Zugang wie Gäste oder Ortsbewohner. Die restlichen Tests werden von der Behörde - also der BH Gmunden - veranlasst.

St. Wolfgang weist Ischgl-Vergleich zurück

Die betroffenen Praktikanten seien großteils von den Erziehungsberechtigten abgeholt worden, schilderte Perfaller. Personalmäßig sei die Situation natürlich herausfordernd, "weniger Schultern tragen mehr Last zur Zeit". Aber nicht nur die Praktikanten, auch einige Gäste sind wohl abhandengekommen: "Es gibt Betriebe, wo die Hälfte der Gäste abgesagt hat, und welche mit 10 bis 15 Prozent", es gebe aber auch neue Nachfragen. Nach dem Urlauberschichtwechsel am Wochenende sei die neue Schicht zwar etwas kleiner, aber: "Es gibt keine leeren Betriebe in St. Wolfgang", betonte er.

 

Einen Vergleich mit Ischgl, wie er in der internationalen Presse immer wieder auftaucht, weist man in St. Wolfgang zurück: "Wir haben auf eine sehr flotte und transparente Information gesetzt", so Perfaller, "in Ischgl waren es zehn Tage und bei uns zehn Stunden". Zudem gebe es in St. Wolfgang keine Nachtbetriebe wie in Ischgl oder am Ballermann, "wir sind nicht der Partyort in den Alpen", sagte Perfaller. Die rund 500 Tourismusmitarbeiter wollen die St. Wolfganger Hoteliers nun jede Woche testen lassen. Das sei organisatorisch möglich und zähle zum Screening-Programm des Ministeriums.

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