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"Der Pass": Dreharbeiten zu Serienmörder-Drama von Sky in Salzburg

Der Bezahlsender Sky setzt weiter auf aufwendige Eigenproduktionen. In Salzburg finden derzeit Dreharbeiten für die achtteilige Dramaserie "Der Pass" statt, die Anfang 2019 ausgestrahlt werden soll.

Die Manager des Senders stecken dabei hohe Erwartungen in das Projekt. Und die Produzenten versprachen bei einem Pressetermin eine Qualität, die man bei Serien in Deutschland bisher kaum gesehen habe.

"Der Pass": Winterliche Alpen als Kulisse

"Der Pass" entführt die Zuseher in die winterlichen Alpen. An der deutsch-österreichischen Grenze wird eine grausam in Szene gesetzte Leiche entdeckt. Beide Länder entsenden Ermittler. Für Ellie Stocker (Julia Jentsch) aus Berchtesgaden ist es die erste große Herausforderung ihrer Karriere, während der Kollege Gedeon Winter (Nicholas Ofczarek) aus Österreich mit seinem Polizisten-Dasein längst abgeschlossen zu haben scheint. Doch schon bald werden weitere, symbolisch am Tatort arrangierte Leichen gefunden.

Dreharbeiten in Salzburg sorgen für Aufregung bei Passanten

Am Donnerstag wurde im Bereich des Designer Outlets in Wals-Himmelreich (Flachgau) gedreht. Das Film-Set sorgte bei einigen Passanten für kurze Aufregung: Aufgrund der vielen Eisatzwägen von Polizei, Cobra, Feuerwehr und Rettung vermuteten einige einen tatsächlichen Großeinsatz.

Film-Ermittler dringen in Wälder und Bräuche ein

"Winter ist ein Gescheiterter. Aber er bekommt wieder Mut zum Ermitteln, als er begreift, dass er es möglicherweise zum ersten Mal mit einem Serienkiller zu tun hat. Und dass er diesem vielleicht auch einen Schritt voraus sein kann", sagte Ofczarek bei einem Pressetermin am Mittwochabend zur APA. Bei der Jagd nach dem Mörder (Franz Hartwig) dringen die beiden Ermittler immer tiefer in die dunklen Täler und Wälder und archaischen Bräuche der Region ein und stoßen auf einen Täter, der nicht nur den nächsten Mord, sondern etwas weit Größeres plant.

Dreharbeiten in meterhohem Schnee

Die Grundidee der Geschichte ist dabei an die skandinavische TV-Serie "Die Brücke" angelehnt. "Wir haben dann aber etwas völlig Neues entwickelt", sagte Cyril Boss, der gemeinsam mit Philipp Stennert das Drehbuch geschrieben hat und Regie führt. In den Bergen habe man viel im Freien gedreht, teilweise in meterhohem Schnee. "Der Wahnsinnswinter heute ist für die Atmosphäre des Films sehr gut, für die Crew aber entsprechend anstrengend. Doch je schlechter das Wetter, desto schöner die Bilder."

Auf den Einsatz deutsch-österreichischer Klischees habe man verzichtet. "Durch die Figuren und ihre Dialekte entsteht genug Dynamik. Die Unterschiede kommen aus dem Dreh heraus, man muss sie nicht noch auch nach vorne stellen", so Boss. Gedreht wird "Der Pass" zu etwa gleichen Teilen in beiden Ländern. Film-Locations in Österreich sind ein aufgelassener Baumarkt bei Salzburg, der Dachstein, das Roßfeld und der Hohe Göll nahe der Staatsgrenze, Schladming und die Ramsau, der Grundlsee, Graz und Wien. Rund 55 Drehtage sind absolviert, rund 30 habe man noch vor sich.

"Zuseher soll in das kranke Hirn des Täters blicken"

"Wir wollten bei der Geschichte bis in die Details präzise und authentisch sein", erklärte Produzent Quirin Berg. "Der Zuseher soll auch in das kranke Hirn des Täters blicken und ihn ein Stück weit auch verstehen." Als Berater habe man dazu den bekannten deutschen Fallanalytiker Alexander Horn mit ins Team geholt.

"Der Pass": Sky will neue Zielgruppen gewinnen

"Der Pass" ist auch Beleg einer Kurskorrektur, der sich der Bezahlsender Sky derzeit unterzieht. "Wir wollen ein Stück weit weg von der alten Welt des Fußballs und der Männer. Wir wollen neue Zielgruppen gewinnen", betonte Carsten Schmidt, Chef von Sky Deutschland am Mittwoch. Neu im Fokus stehen vor allem Frauen und ein jüngeres Publikum. Darum setzt der Sender - trotz harter Konkurrenz von Netflix oder Amazon - auch verstärkt auf Serienproduktionen. "Der Markt wird umkämpfter, aber er wächst", sagte Schmidt. Und setzte sich ein klares Ziel. "Wir wollen die Nummer 1 bei deutschen Serienproduktionen werden." Man sehe sich dabei als Kreativtreiber in der Szene. "Wir sind sicher der mutigste Veranstalter, der momentan am Markt Stoffe nachfragt."

Dabei habe man klar Vorteile gegenüber öffentlich-rechtlichen Sendern, die viel stärker auf konsensorientierte und breitentaugliche Inhalte setzten müssen. "Wir können Kreativität und Grenzen austesten - aber prüfen natürlich auch, ob ein Produkt nicht zu nischig wird", so Schmidt zur APA. Zugleich denke man globaler als nationale Sender. "Ein fesselndes Fernseherlebnis funktioniert überall." Regionale Settings hätten sich zuletzt international als sehr erfolgreich herausgestellt. "Weil sie authentisch sind."

Weitere Serienproduktionen im Programm

Nach dem Erfolg der Serie "Babylon Berlin", die der Bezahlsender im vergangene Oktober erstmals ausgestrahlt hat, kommen sukzessive weitere Serienproduktionen ins Programm. Neben "Der Pass" (Österreichischer Koproduzent ist die epo-film) dreht Sky Deutschland die Endzeit-Serie "Acht Tage" (Regie: Stefan Ruzowitzky) und ist in der Post-Production der Serienadaption von "Das Boot" (Regie: Andreas Prochaska) - einer Fortsetzung des U-Boot-Dramas von Wolfgang Petersen aus 1981. Zudem versucht sich Sky Deutschland 2019 mit "Hausen" erstmals im Horrorgenre. Wie viel Geld Sky für seine Serienoffensive in die Hand nimmt, ließ sich Schmidt nicht entlocken - auch für "Der Pass" nicht.

(APA)

Aufgerufen am 18.12.2018 um 12:36 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/der-pass-dreharbeiten-zu-serienmoerder-drama-von-sky-in-salzburg-57981442

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