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Electric Love Festival

Das auffallendste Zelt am Gelände

Es ist 240 Quadratmeter groß, ist zu großen Teilen aus Holz konstruiert – und eigentlich besteht es aus drei Zelten, die zu einem riesigen zusammengebaut wurden. Jenes Zelt, das als Rezeption für das Comfort Camping am Electric Love Festival fungiert, sticht definitiv ins Auge. SALZBURG24 hat sich davon selbst ein Bild gemacht – und sich mit Max Schade, einem der Architekten, getroffen.

Plainfeld

Das Areal am Electric Love Festival ist von stattlicher Größe, dennoch fällt es schwer, die Reception für das Comfort Camping zu übersehen. Das in hellen Tönen gehaltene Riesenzelt fällt zum einen durch seine Größe, aber auch sein Design mit dem spitz zulaufenden Dach auf. Zwei vor dem Eingang platzierte Palmen lassen Ankömmlinge gleich in Urlaubsstimmung kommen. Gemeinsam mit Max Schade, dem Geschäftsführer der Strohboid GmbH, die die Zelte entwickelt, konstruiert und vertreibt, nehmen wir auf einer Schaukel im Zelt Platz.

Ein besonderes Zelt beim Electric Love

Im Zuge seiner Diplomarbeit hat sich der studierte Architekt gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Fritz Walter mit einem Konstruktionsprinzip beschäftigt, das ursprünglich in den Siebzigern erforscht wurde. „Es nennt sich Holzgitterschale und war früher sehr kompliziert zu planen, heute geht es aufgrund der Fortschritte in der Technologie leichter“, erläutert Schade. Er und Walter entwickelten das System weiter und starteten vor drei Jahren ihre erste eigene Variante mit Zelten.

Die Form ergibt sich aus der Natur

Diese sind acht Meter mal acht Meter vierzig  groß und haben eine Firstlänge von zwölf Metern. Ein Zelt bietet 70 Quadratmeter Platz. Das besondere am Zelt am Electric Love? „Wir haben hier drei Zelte zusammengebaut und haben inklusive Verbindungsstück insgesamt 240 Quadratmeter Platz“, berichtet der Architekt.

Getreu dem Leitspruch „Form follows Nature“ ergebe sich die Form der Konstruktionen häufig aus der Natur des Materials. „So wie sich das Holz biegt, ist die Statik am besten“, erklärt der Entwickler.

Aufbau dauerte zwei Tage

Das Gerippe bilden zwölf Meter lange durchlaufende Stäbe aus Buchenholz, die nach dem Scherengitterprinzip funktionieren. „Das heißt man kann sie auseinander- und wieder zusammenziehen“, erläutert Schade. Gefertigt wird das Konstrukt von Schades Firma, die mittlerweile zehn Mitarbeiter umfasst, und jeden Arbeitsschritt selbst durchführt.

„Wir haben ein eigenes Aufbauteam, weil der Aufbau relativ kompliziert ist. Das Zelt ist in einem Stück, das bedeutet man, muss es auch immer in einem Stück bewegen. Dazu gehört viel Teamwork und eine eingespielte Truppe“, weiß der Entwickler. Für das Riesenzelt am Electric Love haben zwei Teams zu je zwei bis drei Personen zwei Tage für den Aufbau gebraucht.

„Es passt gut zur Atmosphäre“

Bereits im Vorjahr war Schades Firma mit einem Zelt vertreten, heuer sind es bereits drei. Dass sein Konstrukt in diesem Jahr als Reception fungiert, freut Schade: „Ich finde, dass es gut zur Atmosphäre hier passt.“ Insgesamt zehn Zelte hat Strohboid zur Verfügung, sie alle werden für Veranstaltungen vermietet.

Holz statt Aluminium

Nachhaltigkeit wird bei der Produktion der Zelte ebenso groß geschrieben. „Wir versuchen so ökonomisch wie möglich zu bauen. Daher sind die Elemente im Zelt nicht aus Aluminium, sondern aus Holz. Bei den Textilien schauen wir, dass sie recyclebar sind oder aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt wurden. Unser Problem ist eher, dass es noch nicht alle Produkte gibt, die wir benötigen, um zu hundert Prozent ökologisch zu bauen“, erzählt Schade.

Zukunft im Hausbau

Aufgrund der komplett neuen Form und des Baumaterials heben sich seine Zelte von anderen ab, behauptet Schade. Dazu sticht die Optik ins Auge. „Es ist komplett durchdesignt. Ich bin am Ende immer wieder erstaunt, wie schön es aussieht“, findet der Architekt. Die Zukunft seiner Firma sieht er allerdings nicht unbedingt in der Konstruktion von Zelten. „Sie sind ein erster Schritt. Langfristig planen wir, strohgedämmte Passivhäuser zu bauen.“

(Quelle: SALZBURG24)

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