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EUNADICS-AV

Einzigartige Flugsicherheits-Übung in Salzburg

In der Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim (Flachgau) findet noch bis Freitag die internationale Übung EUNADICS-AV statt. Dabei werden die Auswirkungen von Naturkatastrophen wie etwa einem Vulkanausbruch auf den Flugverkehr ausgewertet. Bei einem Medientermin am Mittwoch gaben die Beteiligten einen genauen Einblick in das Projekt.

Wals-Siezenheim

An einem europaweit einzigartigen Projekt arbeiten derzeit die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Universität Salzburg und das Bundesheer in der Schwarzenberg-Kaserne zusammen. Ausgangspunkt für diese Übung war der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island im Jahr 2010. Damals hatte eine gigantische Aschewolke den Flugverkehr in mehreren Teilen Europas zum Erliegen gebracht.

EUNADICS-AV: Ausweichrouten bei Vulkanausbruch

Um künftig Kosten im Milliardenbereich einzusparen, wird bei dem Projekt EUNADICS-AV versucht, im Falle eines Vulkanausbruchs Ausweichrouten für den Flugverkehr zu finden. Als Übungsannahme dient hier ein Ausbruch des Ätnas auf Sizilien. Dabei werden Daten erhoben und ausgewertet, die den genauen Verlauf der Aschewolke und die Aschekonzentration berücksichtigen. Das Ziel ist es, das Streichen von Flügen möglichst zu vermeiden und eine Route zu wählen, die sicher ist und wirtschaftlich am wenigsten Schaden für die Fluglinie bedeutet.

Daten laufen in Schwarzenberg-Kaserne zusammen

In der Projekt-Zentrale in der Schwarzenberg-Kaserne laufen dann alle erhobenen Daten zusammen und es wird ein Bild der Lage erstellt: "In dieser Übung haben wir die Möglichkeit, die Daten aller Beteiligten in unseren Flugverkehrssimulator einzubinden", so Carl-Herbert Rokitansky von der Universität Salzburg beim Pressegespräch am Mittwoch. So könne man die Erhebungen der Meteorologen, der Piloten und Flugplaner, des Air-Traffic-Management sowie der Air-Traffic-Controler berücksichtigen und die gesamte Entscheidungskette durchspielen.

Katastrophenübung auch für Bundesheer interessant

Was daraus folgt ist eine Flugroutenerstellung, welche die Ausbreitung der Aschewolke sowie Treibstoffverbrauch und eventuelle Schäden an den Triebwerken berücksichtigt. Interessant ist ein richtiger Umgang mit einer solchen Situation natürlich auch für das Bundesheer. Die Luftstreitkräfte müssen unabhängig von Naturkatastrophen ihren Auftrag zu Landesverteidigung erfüllen können, wie Oberstleutnant Hardt-Stremayr im Gespräch mit SALZBURG24 angibt. Wichtig seien demnach auch die Erfahrungswerte, die hier im Umgang mit Big Data und in der Zusammenarbeit mit zivilen Organisationen gewonnen werden.

Realisierung in den nächsten fünf Jahren

Bei der aktuellen Übung dient ein Ausbruch des Ätnas als Übungsannahme, grundsätzlich können die Modelle aber auch für andere Katastrophen wie radioaktive Wolken, Saharastaub oder große Waldbrände verwendet werden. Laut Gerhard Wotawa von der ZAMG soll das Projekt EUNADICS-AV im April in Brüssel vorgestellt werden. Die Beteiligten erhoffen sich, ihre Modelle in die Praxis umzusetzen.

(Quelle: SALZBURG24)

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