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Energiekrise

Haslauer und VdB besuchen Gasspeicher Haidach 5

Salzburg-AG-Anlage zu 90 Prozent gefüllt

"Ich hoffe, dass wir trotz allem über den Herbst und Winter kommen", erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei einem Besuch des Gasspeichers Haidach 5 im Salzburger-Oberösterreichischen Grenzgebiet. Der von der Salzburg AG betriebene Speicher sei zu 92 Prozent gefüllt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstagnachmittag gemeinsam mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) den Gasspeicher Haidach 5 der RAG Austria AG im Grenzgebiet zwischen dem Flachgau und Oberösterreich besucht und auf die nicht gesicherte Gasversorgung für die kommende Monate hingewiesen. "Ich hoffe, dass wir trotz allem über den Herbst und Winter kommen und nächstes Jahr wirklich ernst machen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien", sagte er in einem knappen Statement gegenüber den Medien.

Volle Gasreserven in Haidach 5

Haidach 5 wird aktuell exklusiv von der Salzburg AG genutzt, die auch zehn Prozent der Anteile an der RAG hält. Bei der Anlage handelt es sich nicht um den vielfach größeren Speicher Haidach nur wenige Kilometer entfernt, an dem der russische Staatskonzern Gazprom das Gros der Nutzungsrechte hielt. Nach einer Novelle des Gaswirtschaftsgesetzes Ende Juni war es der heimischen Regulierungsbehörde E-Control nun möglich, die von Gazprom ungenützten Speicherkapazitäten an ein anderes Unternehmen zu vergeben. Wie heute bekannt wurde, soll die Befüllung am 1. August starten.

Gasspeicher Haidach APA/BARBARA GINDL
Die Gasspeicherstation Haidach in Straßwalchen.

Befüllung von Gasspeicher Haidach startet bald

Der Erdgasspeicher Haidach in Straßwalchen soll ab 1. August befüllt werden. Das teilte das Klimaschutzministerium am Dienstag mit.

Haslauer sieht Salzburg aus derzeitiger Sicht auf den Winter und die Heizsaison vorbereitet: „Die Salzburg AG hat gut vorgearbeitet, ihre Speicher sind gut gefüllt. Wir haben uns seit längerer Zeit von der russischen Abhängigkeit gelöst und einen höheren Anteil an norwegischem Gas. Das entbindet uns aber nicht von der Verpflichtung in erneuerbare Energien, Photovoltaik, Windkraft, Wasserstoff, Wasserkraft zu investieren und vor allem auch die Verfahren zu beschleunigen. Das politische Ziel ist unabhängiger und autarker zu werden. Dazu gehört auch, Energie zu sparen, woimmer und wannimmer es möglich ist.“

"Nur 40 Prozent kommen asus Russland"

„Die Salzburg AG verfügt über den Speicher Haidach 5 und wir haben derzeit einen Speicherstand von 92 Prozent, werden voraussichtlich bis Mitte oder Ende August hier voll werden. Wir haben eine geringere Gasabhängigkeit von Russland als der Rest Österreichs. Nur 40 Prozent kommen aus Russland, weitere 40 Prozent kommen aus Norwegen und 20 Prozent aus dem Inland. Unsere Kunden können wir über den Winter hinaus versorgen“, so Salzburg AG-Generaldirektor Leonhard Schitter in einer Aussendung. „Österreichweit muss man aber alle Anstrengungen unternehmen, die Speicherstände zu erhöhen, da ja 20 Prozent des Stroms aus Gas erzeugt werden und aus der Gaskrise auch eine Stromkrise werden könnte“, warnt Schitter.

Angesichts der Komplexität des Themas - es gehe letztlich um komplizierte Geschäftsverbindungen zwischen Unternehmen, denen die Regierung oder die Behörden nicht einfach eine Weisung erteilen können, solle man sich aber keine schnellen Antworten erwarten, mahnte Van der Bellen beim Besuch der Anlage ein. "Auch von der Bundesregierung nicht, von der ich den Eindruck habe, dass sie sich redlich bemüht."

Befüllung geht weiter

Die RAG betreibt etwa im Grenzgebiet von Salzburg und Oberösterreich mehrere ehemalige Erdgaslagerstätten als Erdgasspeicher. Dabei wird das Gas verdichtet und über Bohrlöcher und Stollen in natürliche Gesteinsschichten eingepresst. Wird das Erdgas wieder entnommen, muss es entsprechend aufbereitet werden. Während Haidach 5 mit einem Arbeitsvolumen von 16 Mio. Kubikmetern Erdgas derzeit fast vollständig gefüllt ist, ist der von Gazprom genutzte Teil des Großspeichers Haidach mit insgesamt 2.900 Mio. Kubikmetern Volumen leer.

RAG-Austria-CEO Markus Mitteregger sagte heute zur APA, dass die Befüllung am Montag weitergehen werde. Theoretisch wäre eine vollständige Füllung des Großspeichers bis zum 1. November möglich. Woher das Gas dafür kommen wird, könne er nicht sagen. "Wir stellen die Speicherkapazität zur Verfügung und befüllen im Auftrag der Kunden. Soweit wir wissen, handelt es sich aber nicht nur mehr um russisches Gas."

Gasspeicher Haidach Thema in Bayern

Gazprom als Partner der Joint-Venture-Anlage in Haidach habe man schon länger mitgeteilt, dass die Speicher gefüllt werden sollten. "Und dass es klug wäre, sie dem Markt zuzuführen, wenn man sie nicht nutzt." Gazprom wisse das und wisse nun auch, dass eine staatliche Regelung kommt. "Die Reaktion aus Russland direkt kenne ich noch nicht. Ich hoffe, dass man Verständnis dafür hat, dass wir die Speicher jetzt brauchen. Gazprom wird als Mieter auch keine Mietrechnung zahlen, wenn den Speicher jemand anderer nutzt."

Zudem versuchte Mitteregger die bayerische Regierung zu beruhigen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die deutsche Bundesregierung heute zu vertraglichen Vereinbarungen mit Österreich über den für Bayern wichtigen Gasspeicher Haidach bei Salzburg gedrängt. "Es wird auch weiterhin der Hauptteil ins internationale Netz eingespeist werden - auch wenn ein Anschluss ans österreichische Netz kommt. Wichtig ist, dass der Speicher gefüllt ist. Dann ist auch in Bayern die Nutzung weiterhin im gewohnten Ausmaß möglich", sagte der RAG-Chef.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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