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Gericht widerlegt Vorwürfe gegen Konradinum in Eugendorf

Das Konradinum in Eugendorf soll neugebaut werden. Neumayr/Archiv
Das Konradinum in Eugendorf soll neugebaut werden.

Nachdem die Volksanwaltschaft im Konradinum, einem Heim für Schwerbehinderte, in Eugendorf (Flachgau) Anfang dieses Jahres schwere Mängel festgestellt hat, wurde das Landesgericht Salzburg mit dem Fall befasst. 

Das Konradinum ist eine Wohn- und Tagesheimstätte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer schweren geistigen Behinderung. Einige der derzeit 34 Bewohner sind zugleich teilweise oder komplett gelähmt, kämpfen mit Anfällen und sind blind, seh- oder hörbehindert.

Schwere Vorwürfe gegen Konradinum

Die Volksanwaltschaft hatte im Februar dieses Jahres gegen den Heimträger – dem Land Salzburg – schwerwiegende Vorwürfe erhoben. Auch die Bewohnervertretung vom Verein "VertretungsNetz" sprach von "schlimmen und dramatischen" Zuständen. Die Intim- und Privatsphäre der Bewohner würde „eklatant“ verletzt. Das Gebäude sei nicht barrierefrei und stark überbelegt. Auch die Medikation sowie der Tagesablauf der Bewohner wurden heftig kritisiert. Der Verein hatte die Angelegenheit schließlich vor Gericht gebracht.

Wie Spitals- und Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) am Freitag gegenüber den Medien mitteilte, habe das Landesgericht Salzburg in zwei aktuellen Entscheidungen dem Rekurs des Landes Salzburg stattgegeben. "Das Landesgericht hat bestätigt, dass es in den beiden vor Gericht getragenen Fällen zu keinen Freiheitsbeschränkungen der Bewohnerinnen und Bewohner gekommen ist", verlautete Stöckl.

Konradinum-Neubau werde vorangetrieben

"Das Landesgericht Salzburg hat sich in zweiter Instanz mit der Causa beschäftigt und ist zum Schluss gekommen, dass die in den jeweiligen Fällen notwendige Medikation gering und zulässig und damit keinerlei Freiheitsbeschränkung darstellt. Und der Vorwurf der Bewohnerinnen- und Bewohnervertretung, wonach Bewohnerinnen und Bewohner festgehalten sowie ins Zimmer oder ins Bett geschickt wurden, war ohnehin in erster Instanz vom Bezirksgericht Thalgau schon abgeschmettert worden", erläuterte er weiter.

Nichtsdestotrotz werde man den Neubau des Konradinum rasch vorantreiben, gab Stöckl abschließend bekannt. Einen zeitlichen Rahmen nannte er allerdings nicht.

(Quelle: S24)

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