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Trockenheit hat Folgen

Henndorf könnte Woerle den Wasserhahn zudrehen

Flachgauer Gemeinde sucht nach Lösungen für Knappheit

symb_wasserhahn PIXABAY
Wenn das Wasser weiter knapp bleibt, könnte die Gemeinde Henndorf der Firma Woerle den Wasserhahn teilweise zudrehen. (SYMBOLBILD)

Die Gemeinde Henndorf kämpfte zuletzt mit akutem Wassermangel, forderte die Haushalte auf, den Verbrauch einzuschränken. Nun sollen Maßnahmen ergriffen werden, um das Problem kurz- und langfristig zu lösen. Das könnte auch den Großverbraucher Woerle treffen.

Henndorf am Wallersee, Seekirchen am Wallersee

Der extrem heiße Sommer hat bereits Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Salzburger Gemeinden. Besonders davon betroffen ist der Flachgau. Die Gemeinde Henndorf am Wallersee wandte sich bereits Anfang August, mit der Bitte Wasser einzusparen, an die Bevölkerung. Zum Autowaschen und Gartengießen sollte kein Trinkwasser verwendet werden. Da sich wohl nicht alle an den Aufruf gehalten haben dürften, musste die Gemeinde diesen Mittwoch eine weitere Warnung ausrufen. Der Pegelstand des Hauptbrunnens wäre in diesem Zeitraum von rund einem Meter auf einen halben Meter gesunken. „Wir hoffen, diese schwierige Zeit zu überstehen“, so Henndorfs Bürgermeister Rupert Eder (ÖVP) am Freitagmorgen gegenüber SALZBURG24.

Henndorf_Wasserknappheit Screenshot/Gemeinde Henndorf
Die Gemeinde Henndorf am Wallersee ruft zum Wassersparen auf.

Wasserverbrauch in Henndorf geht zurück

Eder konnte jedoch auch leichte Entwarnung geben. „Der Regen der letzten Nacht brachte leichte Erholung. Unser Hochbehälter ist wieder zu 100 Prozent gefüllt.“ Die täglichen Beobachtungen würden zudem zeigen, dass der Verbrauch leicht zurückgeht. Dennoch spricht Eder von einer „Ausnahmesituation“, weshalb Henndorf bereits Maßnahmen ergriffen hat. Die meisten sind allerdings Zukunftslösungen. Eine davon ist der Ausbau der Leitung vom Wasserverband Plainfeld nach Henndorf. Diese bestehe zwar bereits, es müsse jedoch die Leistung erhöht werden, um die benötigte Menge Wasser an die Wallersee-Gemeinde zu liefern.

 

Ähnliche Sorgen plagen derzeit Seekirchen am Wallersee, das laut Eder bereits seine volle Kapazität vom Wasserverband Plainfeld ausschöpfe. In Henndorf suche man indes nach weiteren Brunnen, um langfristig für derartige Ausnahmezustände gewappnet zu sein. Dennoch brauche es auch kurzfristige Lösungen, um der Wasserknappheit Herr zu werden. Auch, weil sich für die kommende Woche wieder trockenes Wetter ankündigt.

Woerle ist Henndorfs Großverbraucher

Denn während die Haushalte zum Wassersparen aufgerufen werden, verbraucht der Molkereibetrieb Woerle weiterhin gewaltige Mengen. „Der Großverbraucher hat den Verbrauch in der Gemeinde um einiges gesteigert“, so Eder. 400 bis 500 Kubikmeter ziehe der Käsehersteller täglich aus dem Wassernetz. Besonders seit dem Ausbau 2019 sei der Verbrauch deutlich angestiegen. „Es ist ganz schwierig, denn ohne Wasser geht in so einem Betrieb gar nichts“, zeigt das Gemeindeoberhaupt Verständnis für die Situation, fügt aber an: „Ich glaube Woerle hat den Verbrauch durch den Umbau unterschätzt“.

 

Wasserversorgung für Molkereibetrieb einschränken

Da Henndorf bereits im Frühjahr mit Wasserknappheit zu kämpfen hatte, suchte man im Mai das Gespräch mit Woerle. Laut S24-Informationen versicherte der Betrieb beim Ausbau, sich um eine eigene Wasserversorgung zu kümmern. Aktuell sollen Lkw Wasser anliefern. Woerle war dazu auf Anfrage von S24 für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erst am Mittwoch gab es erneut Gespräche zwischen der Gemeinde und der Firma Woerle. Dabei dürfte es in Anbetracht der prekären Situation schon heftiger zur Sache gegangen sein. „Eventuell muss Woerle die Produktion oder einen Teil davon einschränken“, drohte der Bürgermeister an, den Wasserhahn zuzudrehen oder zumindest zu drosseln.

Ganz so leicht fällt so ein drastischer Schritt sicherlich nicht – noch dazu bei so einem wichtigen Betrieb für die Region. Weshalb Rupert Eder auch auf eine Entspannung der Situation hofft. „Die eine oder andere Regentonne hat sich hoffentlich wieder gefüllt.“

(Quelle: SALZBURG24)

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