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Mega-Bahnprojekt

Bürger-Initiative in Köstendorf formiert sich

In Köstendorf (Flachgau) gibt es trotz kommender Bürgermeister- und Gemeinderatswahl derzeit nur ein Thema: Der geplante Bau der ÖBB-Hochleistungsstrecke mit 16,5 Kilometer langem Tunnel. Am Montag fand erneut ein Info-Abend statt, eine Bürger-Initiative steht kurz vor der Gründung.

Köstendorf

"Mittlerweile haben ca. 180 Bürger eine Absichtserklärung unterzeichnet", sagt Bürgermeister Wolfgang Wagner (ÖVP) im SALZBURG24-Gespräch; 200 sind nötig um Parteienstellung zu erreichen. Tätig werden kann die Bürger-Initiative erst, wenn das UVP-Verfahren öffentlich ist. "Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Monaten soweit ist", so der Ortschef. Die ÖBB hatten kurz vor Weihnachten 2018 die Umweltverträglichkeitserklärung beim Verkehrsministerium eingereicht, das ist gleichbedeutend der Auftakt für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

wagner Köstendorf Gemeinde Köstendorf
Wolfgang Wagner (ÖVP), Bürgermeister der Gemeinde Köstendorf.

Wagner: "Müssen zusammenarbeiten, sonst bleiben wir über"

Der Baustart ist für 2026 angedacht. Dass man das Projekt nicht verhindern könne, scheint für Wagner fix. "Frühere Varianten waren ortszerschneidend. Würde man im Flachgau fragen, ist die Zustimmung zum Tunnelbau mit Sicherheit groß. In Köstendorf hingegen überwiegen die Ängste und Sorgen", so der Bürgermeister.

Für die Köstendorferinnen und Köstendorfer gehe es mitunter um den Flächenverbrauch und die Frage: Kann ich als Landwirt weiter existieren? Der erhöhte Baustellenverkehr gefährde aber auch die Sicherheit im Ort, gibt Wagner zu bedenken. "Ich suche das konstruktive Gespräch, will relevante Thematiken für die Bevölkerung aufzeigen und Verbesserungen erreichen", erklärt der Politiker. "Wenn wir nicht miteinander kommunizieren und mit der ÖBB zusammenarbeiten, werden wir wahrscheinlich überbleiben", sagt er.

Köstendorf SALZBURG24/BERGER
In Köstendorf fand am Montag ein Info-Abend statt.

Großes Interesse an Info-Abend in Köstendorf

Beim Info-Abend am Montag ging es neben Verkehrsbelastungen auch um mögliche Strahlengefahr durch natürliches Radon. Strahlenschutz-Experte Wolfgang Ringer von der Agentur für Gesundheit (AGES) konnte in Köstendorf die ein oder andere Sorge nehmen. So seien "keine signifikanten Expositionen der Bevölkerung zu erwarten". Er rät jedoch zu begleitenden Messungen. Dafür will sich auch Bürgermeister Wagner einsetzen.

(Quelle: SALZBURG24)

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