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Lokalaugenschein im SOS Clearing House

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller machte sich am Freitag ein Bild vom SOS Clearing House in der Rainerkaserne in Elsbethen, wo minderjährige Flüchtliche untergebracht sind.

Von der Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge des SOS Clearing House in Räumlichkeiten der Rainerkaserne in Elsbethen machte sich am Freitag Landeshauptfrau Gabi Burgstaller gemeinsam mit dem neuen Militärkommandanten für Salzburg Heinz Hufler, ein Bild. "Mit vereinten Kräften ist es gelungen, die jungen Asylwerberinnen und Asylwerber zwischenzeitlich in der Rainerkaserne unterzubringen. Viele dieser Kinder und Jugendlichen haben eine traumatische Flucht hinter sich und müssen entsprechend fürsorglich betreut und begleitet werden", betonte Burgstaller bei der Besichtigung.

Insgesamt rund 45 Jugendliche in SOS Clearing House

Derzeit sind im SOS Clearing House 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Betreuung, 27 sind in der Rainerkaserne untergebracht, weitere 18 in Außenwohnungen. Im Jänner 2011 trat der Leiter des SOS Clearing House, Johann Svager, an die Landeshauptfrau heran und berichtete von der schwierigen Herbergsuche für seine Schützlinge. Hintergrund waren dringend notwendige Sanierungsarbeiten im Stammhaus in Salzburg-Aigen, die nicht mehr aufgeschoben werden konnte. Da ein Ersatzquartier bis dahin nicht gefunden wurde, drängte die Zeit. Mit Unterstützung von Bundesminister Norbert Darabos und dem Militärkommando Salzburg konnten im Frühling eine Lösung erzielt werden und die Vorbereitungen für eine temporäre Umsiedlung in die Räumlichkeiten der Rainerkaserne beginnen.

10 Jahre SOS Clearing House

Das SOS Clearing House wurde 2001 als erstes Projekt von SOS-Kinderdorf für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eröffnet. 560 junge Flüchtlinge wurden im SOS Clearing House in den vergangenen Jahren aufgenommen und betreut. Die Jugendlichen, die nach einem Kurzaufenthalt in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen und der Zulassung zum Asylverfahren ins Clearing House Salzburg kommen, sind seelisch und oft auch körperlich von Krieg, Folter und der Ungewissheit, was ihre Familien im Heimatland betrifft, gezeichnet. "Die Mitarbeiter des SOS Clearing House geben den Betroffenen Halt und helfen dabei, sich in einem neuen Land zu orientieren und Perspektiven für die Zukunft zu erarbeiten. Damit leistet das SOS Clearing House einen wesentlichen Beitrag zur Betreuung und Integration der minderjährigen Flüchtlinge", so Landeshauptfrau Burgstaller. Vor allem in der Ankommensphase ist eine intensive psychosoziale Betreuung notwendig, um die jungen Menschen bei der Verarbeitung ihrer erlittenen Traumata und der Stabilisierung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und damit einer Retraumatisierung vorzubeugen. Schwerpunkte der Betreuung sind psychosoziale und medizinische Grundversorgung, psychologische Hilfe, altersgerechte Tagesstruktur, Deutschunterricht und Hilfe in Asylfragen. Die Sanierungsmaßnahmen in Aigen werden voraussichtlich im Frühjahr 2012 beendet, danach kehren die jungen Flüchtlinge wieder in das Gebäude in der Schwanthalerstraße zurück. Die Arbeit des SOS Clearing House wird über die Grundversorgung des Landes sowie durch Tagsätze unterstützt.
(Quelle: S24)

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