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Straßenverkehr

Lungau erreicht Ziel "Null Verkehrstote"

49 Todesopfer innerhalb von fünf Jahren im Flachgau

Rotes Kreuz, Notarzt, rettung, SB APA/JAKOB GRUBER
Notärzte rückten besonders im Flachgau sehr oft zu Verkehrsunfällen aus. (SYMBOLBILD)

Der Salzburger Lungau erreichte im Vorjahr das Ziel „Null Verkehrstote“. Die meisten Todesopfer in Salzburg gab es innerhalb der letzten fünf Jahre im Flachgau.

Erstmals erreichte im Vorjahr ein Salzburger Bezirk das Ziel „Null Verkehrstote“, nämlich der Lungau, informiert der VCÖ. Im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre gab es im Bezirk Salzburg Umgebung die meisten Verkehrstoten zu beklagen, wo 49 Menschen im Straßenverkehrs ums Leben kamen. Mit Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet und Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen kann die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden, betont der VCÖ. Darüber hinaus sind verstärkte Maßnahmen gegen Schnellfahren sowie Handy am Steuer nötig.

In Österreichs 102 Bezirken und 14 Statutarstädten starben in den vergangenen fünf Jahren 2.016 Menschen bei Verkehrsunfällen. Der VCÖ analysierte auf Basis von Daten der Statistik Austria, dass allein in fünfzehn Bezirken ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle passierte.

Flachgau in Statistik vorne dabei

In Salzburgs fünf Bezirken und in der Landeshauptstadt Salzburg wurden in den vergangenen fünf Jahren 161 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet. 17.138 Menschen wurden verletzt, das sind mehr als Saalfelden Einwohnerinnen und Einwohner hat, verdeutlicht der VCÖ. Im Coronajahr 2020 erreichte erstmals in Salzburg ein Bezirk, nämlich Tamsweg, das Ziel „null Verkehrstote“, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die Reduktion des Kfz-Verkehrs infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie hat auch Österreichweit die Zahl der Bezirke ohne tödliche Verkehrsunfälle von 19 auf 28 erhöht.

Verkehrssicherheit in Landeshauptstadt höher

In den vergangenen fünf Jahren verloren neun Menschen im Lungau bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Die Stadt Salzburg hat über sieben Mal so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie der Lungau, die Zahl der Verkehrstoten war mit 13 um die Hälfte höher als im Lungau. „In Städten ist natürlich insgesamt die Verkehrssicherheit höher. Hier ist das Tempo des Verkehrs deutlich geringer und es werden mehr Alltagswege zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, was ebenfalls die Verkehrssicherheit erhöht“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Flachgau trauriger Spitzenreiter

Auffallend ist, dass in Salzburg in den vergangenen fünf Jahren 30 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle in einem einzigen Bezirk waren, nämlich im Flachgau, so die VCÖ-Analyse. Im Flachgau kamen in den Jahren 2016 bis 2020 insgesamt 49 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, das ist im Österreich-Vergleich der zweithöchste Wert. Im Bezirk Zell am See wurden 39 Menschen im Straßenverkehr getötet, im Bezirk St. Johann im Pongau 31. 

Hohes Unfallrisiko in Österreich

„Im Vergleich zu den verkehrssichersten Staaten Europas ist das Unfallrisiko in Österreich hoch. Es braucht daher neben der konkreten Arbeit vor Ort, wie etwa die Entschärfung von Gefahrenstellen, auch bundesweite Maßnahmen. In der Vergangenheit wurden zwar viele Maßnahmen gesetzt, die im Fall eines Unfalls die Verletzungsschwere reduzieren, aber zu wenige Maßnahmen, die überhaupt den Unfall vermeiden“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Zu unfallvermeidenden Maßnahmen zählen eine sichere Infrastruktur für das Gehen und Radfahren, der verstärkte Einsatz von Anrufsammeltaxis und Discobussen in den Regionen sowie niedrigere Tempolimits.

Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet gefordert

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat diese Woche die Einführung von Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet gefordert. Der VCÖ unterstützt diese Forderung. Tempo 30 statt 50 reduziert den Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg). Ein Pkw, der bei Tempo 30 einen Anhalteweg von 11 Metern hat, hat bei Tempo 50 einen Anhalteweg von 24 Metern. Nach elf Metern hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 49 km/h. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo angefahren, ist das Risiko schwerster oder gar tödlicher Verletzungen extrem hoch.

Temporeduktion auch im Freiland

Für die Reduktion der schweren Verkehrsunfälle in den Regionen ist zudem Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen eine wichtige Maßnahme. Ein Sicherheitsrisiko in den Regionen sind fehlende sichere Geh- und Radverbindungen zwischen Siedlungen und dem nächst gelegenen Ortsgebiet. „Baulich getrennte Geh- und Radwege verhindern schwere Unfälle. Der Ausbau der Rad-Infrastruktur ist daher nicht nur aus Umweltsicht, sondern auch aus Sicht der Verkehrssicherheit sehr zu begrüßen“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 28.07.2021 um 07:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/lungau-erreicht-null-verkehrstote-meiste-todesopfer-im-flachgau-104058463

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