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Irre Aktion am Mattsee

Salzburger taucht 45 Meter unter Eis

Rund 45 Meter unter Eis durchtauchen: Was für die einen verrückt und extrem klingt, ist für den Salzburger Christian Prey entspannend. Im eiskalten Mattsee (Flachgau) hat Prey vor kurzem diesen Tauchgang unternommen. Wir haben nachgefragt, wie es zu der Aktion kam.

Mattsee

Sechs Löcher hat Prey gemeinsam mit zwei Freunden in die Eisdecke des Mattsees gebohrt. Vor zweieinhalb Wochen entstand das erste Loch, dann wurde die Strecke Schritt für Schritt ausgeweitet. Geht es um kalte Temperaturen, hat Prey viel Erfahrung und ist abgehärtet: „Das Eisschwimmen mache ich schon seit ein paar Jahren“, erzählt er im Gespräch mit SALZBURG24.

After my „6 hole freedive“ under ice without wetsuit and socks at 3 degrees water temperature I was so deeply satisfied...

Gepostet von Christian Thomas Prey am Sonntag, 24. Februar 2019

45 Meter im eisigen Mattsee

Die Strecke unter Wasser hatte rund 45 Meter – da gehe aber noch mehr, sagt der Salzburger: „Wir sind auf Nummer sicher gegangen. Wenn man weiter taucht, braucht man eine Sicherung unter Wasser, also Freitaucher, die auch die entsprechenden Rettungskenntnisse haben.“ Durch die Löcher und die gewählte Länge hätte man im Notfall jederzeit eingreifen können. Prey: „Wenn das Eis noch ein, zwei Wochen halten würde, hätten wir weitermachen können. Aber es kracht schon überall.“

Vorbereitet haben sich die drei sowohl körperlich als auch mental auf die Aktion. Kleine Schritte seien dabei wichtig, betont Prey. Deshalb seien die täglichen kleinen Tauchgänge zuvor sehr hilfreich gewesen.

Playground ???? Preparation in front of hole ???? number 6 before diving to hole ???? number 1 more than 40 Meters away under ice...

Gepostet von Christian Thomas Prey am Donnerstag, 21. Februar 2019

Prey: "Körper ist taub"

Im Vordergrund steht der Genuss: „Es ist kein Wettkampf, man soll mit einem guten Gefühl auftauchen und nicht mit Atemnot.“ Deshalb müsse man zum richtigen Zeitpunkt auftauchen. „Die Angst vor dem Erstickungstod ist die größte Angst, die der Mensch hat.“

Das Wasser hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 2,4 Grad. Den eigenen Körper spüre man bei dieser Kälte nicht mehr: „Da ist der Körper eigentlich taub und das ist ganz angenehm“, beschreibt er das Gefühl unter Wasser.

Eistauchen nichts für Ungeübte

An die Temperatur sollte man sich langsam herantasten. Prey: „Wenn ein Ungeübter einfach ins Wasser hüpft, wird er Probleme mit Herz und Kreislauf bekommen.“ Dazu gibt es auch Atemtechniken, um die Körpertemperatur zu halten bzw. zu steigern. 80 Prozent würden aber im Kopf stattfinden. „Wenn ich im Eiswasser trainiere, trainiere ich auch, mich von meinen Alltagsproblemen zu trennen und mich nur auf das Freitauchen zu konzentrieren.“

Mental sei er beim Eintauchen ins Wasser ruhig. Der Herzschlag beruhige sich und man könne sich wirklich entspannen: „Adrenalin ist kontraproduktiv beim Freitauchen, man ist eher in einem meditativen Zustand.“

Completely focused ???? - Mental strength and the right breathing techniques are essential for diving under Ice (and some...

Gepostet von Christian Thomas Prey am Dienstag, 19. Februar 2019

Reiz am Extremen

Laut Prey sei das Eistauchen auch gesund: Es stärke das Immunsystem und beuge Panik- und Angstattacken vor. Der Reiz liegt für den Salzburger darin, das eigene Potenzial auszutesten und die eigenen Grenzen immer wieder zu verschieben: „Zu sehen, was man eigentlich leisten kann, wenn Körper und Geist im Einklang sind, das ist sehr spannend.“

Aufgerufen am 23.03.2019 um 03:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/mattsee-salzburger-taucht-45-meter-unter-eis-66422611

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