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Müll und Unrat sorgen für Ärger am Mondsee

Umweltverschmutzung am Mondsee in St. Gilgen. S24/Leserreporter
Umweltverschmutzung am Mondsee in St. Gilgen.

Lagerfeuer, Griller und die Überreste menschlicher Exkremente – im Gemeindegebiet von St. Gilgen (Flachgau) am Südufer des Mondsees äußern Anrainer derzeit ihren Unmut über die vorherrschenden Zustände. Die Gemeinde ist ratlos und bei der hiesigen Bezirkshauptmannschaft macht sich allmählich Verzweiflung breit.

Das hochsommerliche Wetter lockt die Massen verständlicherweise an die Seen. Weit ab von privaten Strandbädern kann es sich jeder an öffentlichen Badestellen gemütlich machen. Doch gerade diese Orte werden oftmals als Müll-Schlachtfeld hinterlassen – wie auch das Südufer am Mondsee im Gemeindegebiet von St. Gilgen.

Parkverbote werden ignoriert

Der Vorwurf vieler Anrainer: Autofahrer würden Parkverbote ignorieren und wegen fehlender sanitärer Anlagen hinterlassen einige Besucher ihre Notdurft sogar im Wald. Zudem werden bei der derzeitigen Trockenheit trotz Feuerverbots Lagerfeuer und Griller mitunter achtlos zurückgelassen, berichten S24-Leserreporter.

Der Gemeinde St. Gilgen seien die Hände gebunden. "Das Problem ist uns seit Jahren bekannt, doch wir können auch nur auf Missstände hinweisen", heißt es dazu auf SALZBURG24-Anfrage. Grundeigentümer sind die Bundesforste, diese würden laut Gemeinde bisweilen gar nicht oder nur zaghaft auf die Vorwürfe reagieren.

Müll und andere Hinterlassenschaften am Seeufer. /S24/Leserreporter Salzburg24
Müll und andere Hinterlassenschaften am Seeufer. /S24/Leserreporter

35 Lagerfeuer in einer Woche

Besorgniserregend sind die vielen Feuerstellen, die in manchen Fällen achtlos hinterlassen wurden. In St. Gilgen wurden allein in der vergangenen Woche insgesamt 35 Lagerfeuer gezählt. Anzeigen stellen können lediglich die Bundesforste als Eigentümer oder die Polizei. Im Nachhinein etwaige Zündler oder Umweltverschmutzer auszuforschen, sei jedoch ein Ding der Unmöglichkeit.

Nur stichprobenartige Kontrollen

In diesem Landschaftsschutzgebiet ist das Parken der Autos generell verboten, doch nicht nur einige Wenige ignorieren das schlichtweg. Kontrollen würden hier stichprobenartig von ehrenamtlichen Helfern der Berg- und Naturwacht durchgeführt, die aber immer wieder mit dem Unverständnis aggressiver Besucher konfrontiert werden.

Ein zurückgelassener Griller am Mondsee. /S24/Leserreporter Salzburg24
Ein zurückgelassener Griller am Mondsee. /S24/Leserreporter

Bei der Naturschutzbehörde der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung fehlt indes das Geld: "Wir können nur empfehlen, aber nicht fordern", erklärt Rupert Höller im S24-Gespräch. Im Frühjahr habe es noch eine "Aktion scharf" zur Aufklärung gegeben, doch "die Lage hat sich heuer extrem verschlechtert", sagt Höller.

Suche nach der gemeinsamen Lösung

"Es kann nur eine gemeinsame Lösung geben und das vermisse ich bislang leider", gibt der Naturschutzbeauftragte zu Protokoll. Es müsse eine Infrastruktur aus Parkplätzen und sanitären Anlagen entstehen. Doch das scheitere wie so oft an der Finanzierung, denn niemand wolle dafür Geld investieren.

Im nächsten Frühjahr will Höller alle Beteiligten – auch jene aus Oberösterreich – an einen Tisch zusammenbringen, um endlich eine gemeinsame Lösung zu forcieren. Bis dahin könne er nur an die Vernunft aller appellieren, jeden Ort so zu hinterlassen, wie man ihn auch vorgefunden. "Niemand kann dieses Problem alleine lösen", bringt es Höller auf den Punkt.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 11:10 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/muell-und-unrat-sorgen-fuer-aerger-am-mondsee-60071971

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