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Museum „fahr(T)raum“ in Mattsee zeigt Formel-V-Renngeschichte

Der „VW-Rennwagen für Jedermann“, der Formel V, war für viele spätere Automobil-Weltmeister das Einstiegsmodell in den Rennsport. Ernst Piëch eröffnete am Donnerstag, am 140. Geburtstag seines Großvaters Ferdinand Porsche, eine Sonderschau dieser populären Rennwagenserie in seinem Mattseer Automobilmuseum „fahr(T)raum“. 

Der Amerikaner Hubert L. Brundage, ein Geschäftsmann und Hobbyrennfahrer aus Florida, entwickelte in den 1960er in den USA einen Rennwagen mit Teilen überwiegend aus einem gewöhnlichen VW Käfer. Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein brachte 1965 die ersten zehn Formel-V-Wagen aus den USA nach Deutschland und es entstand die größte Nachwuchsrennserie, die es je gegeben hat. 1970 zählte man rund 3 000 Formel-V-Rennwagen weltweit. Mit dem Ende der Produktion des VW Käfers um 1980 wurde diese Formel wieder eingestellt.

Porsche Alpenstraße war Austro-Vau-Rennsport-Center

Nachdem 1965 in Deutschland das erste Formel-V-Rennen stattgefunden hatte, beauftragte  Ernst Piëch, der damals in der Geschäftsführung von Porsche in Salzburg tätig war, die Porsche-Alpenstraße-Salzburg-Filiale einen Austro-Vau-Rennwagen zu konstruieren. Der ehemalige Motorradrennfahrer Paul „Pauli“ Schwarz wurde von Motorsportchef H.P. Fürst in die Alpenstraße geholt und entwickelte den sehr erfolgreichen Austro-Vau.

1966 hatte Ernst Piëch die Idee, ein Formel-V-Team zu der „Nassau Speed Week“ auf den Bahamas zu schicken, die damals als „inoffizielle Weltmeisterschaft“ angesehen wurde.  Am 2. Dezember 1966 starteten dann der Deutsche unter österreichischer Fahrerlizenz startende Jochen Rindt sowie die beiden Österreicher Günther Huber und Michael Walleczek und gewannen in dieser Reihenfolge auch das Rennen. Die Sensation! Ein österreichisches Team schlägt die Weltelite. Während Rindt bei der Siegerehrung den Pokal entgegen nahm, schwitzten noch die Mechaniker. Denn die Rennkommissare ließen sich die drei österreichischen Formel-V-Rennwagen zerlegen und überprüften jedes Detail, ob es auch regelkonform war. Sie waren es!

Der große Gegner in Österreich hieß Kurt Bergmann

Der Wiener Mechaniker Kurt Bergmann stieg 1966 ins Formel-V-Renngeschäft ein und konstruierte den Formel Kaimann. 1968 hatte er seinen eigenen Rennstall und spätere Größen des Motorsports wie Niki Lauda, Dr. Helmut Marko, Günther Huber, Joe Gartner, Harald Ertl, Helmut Koinigg, Dieter Quester, Jochen Mass und Keke Rosberg fuhren in diesem Kaimann-Team von Bergmann zu ihren ersten Erfolgen. Bergmann ging in die Geschichte des Rennsports als „Masta“ Bergmann ein.

Erinnerungen wurden wach

Ernst Piëch erzählte aus dem Leben seines Großvaters Prof. Ferdinand Porsche, der am 3. September 1875 in Maffersdorf in Böhmen, vor genau 140 Jahren, das Licht der Welt erblickt hatte. Der Bogen seiner interessanten Erinnerungen spannte sich bis zur Rennschmiede in der Alpenstraße und dem legendären Dreifachsieg in Nassau -  Piëch  nahm dabei die Trophäe dieses Triumphes auf den Bahamas in die Hand und hielt sie triumphierend seinen Gästen entgegen.

Karl Holzinger, der am Wochenende 4./6. September 2015 am Salzburgring zu Rennen mit seinem Kaimann Formel Super Vau, Baujahr 1974, antritt, brachte sein Fahrzeug am Eröffnungsabend nach Mattsee. „Masta“ Bergmann startete den Motor und ließ den unverwechselbaren VW-Vau-Sound in den Hallen von „fahr(T)raum“ erschallen. Verbunden mit dem Geruch nach Motoröl und Treibstoff fühlten sich die zahlreichen Gäste, darunter viele, die noch Formel-V-Rennen selbst erlebt hatten, in diese vergangene Motorsport-Ära zurückversetzt.

Hier findet ihr alle Bilder des Eröffnungsabends.

(Quelle: S24)

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