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Oberndorf

Hilferuf nach schlimmem Schicksalsschlag

Mutter und fünf Kinder plötzlich alleine

Der unerwartete Tod des erst 38-jährigen Familienvaters Thomas riss eine nicht zu schließende Lücke in das Leben von Romana Hofstetter. Die Mutter von fünf Kindern im Alter von fünf bis 15 Jahren steht vor scheinbar unüberwindbaren Hürden und bittet um Hilfe: "Meinen Kinder soll es an nichts fehlen", erzählt die 32-Jährige beim Besuch von SALZBURG24 in Oberndorf (Flachgau).

Oberndorf bei Salzburg

Sonntagabend – am 13. Oktober 2019 – starb Thomas Hofstetter trotz rascher und intensiver Reanimationsmaßnahmen an den Folgen eines Herzkreislaufversagens. Zu diesem Zeitpunkt war Romana Hofstetter mit den fünf Kindern zuhause. "Nach dem Anruf aus dem Spital bin ich mit seiner Zwillingsschwester und seinem Bruder hingefahren, während sich eine Freundin derweil daheim um die Kinder kümmerte", sagt sie gegenüber S24.

Thomas Hofstetter litt an Hautkrebs. Der 38-Jährige wurde zuvor erfolgreich im Salzburger Landeskrankenhaus behandelt, der Krebs konnte entfernt werden. Nach etwa sechs Wochen Aufenthalt im Spital bekam er immer wieder hohes Fieber, bei einem Lungeninfarkt wurde sein Herz in Mitleidenschaft gezogen. "Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben", erzählt Hofstetter unter Tränen. "Irgendwann wird er schon wieder heimkommen."

Frühe schwere Schicksalsschläge

Romana Hofstetter musste schon als Kind schnell erwachsen werden. Mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder ist sie beim Vater in der Stadt Salzburg aufgewachsen. Als Fünfjährige sah sie ihre Mutter daheim sterben. "Als mein Papa zur Arbeit gefahren ist, wollten Mama und ich gemeinsam frühstücken. Dann ist sie ins Schlafzimmer gegangen, eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht." Als die Rettung kam, hat sie die Wiederbelebungsversuche bei ihrer eigenen Mutter miterlebt. "Als Fünfjährige versteht man doch nicht, was gerade passiert. Und dann ist der schwarze Sarg rausgefahren."

Advent: Familie Hofstetter, Oberndorf SALZBURG24 / Marcel Wurzer
Romana Hofstetter erzählt S24-Redakteur Thomas Pfeifer ihre Geschichte.

Einige Zeit später hat ihr Vater eine neue Frau kennengelernt, die eine Tochter mit in die Beziehung brachte: "Ich habe mich viel um meinen Bruder kümmern müssen." Während der Hauptschulzeit wurde ihr ein Eierstock wegen eines Unterleibstumors entfernt und als 14-Jährige überstand die Salzburgerin eine Gehirnoperation. Eine Beziehung zur Stiefmutter habe es de facto nicht gegeben: "Wir haben uns sehr oft schlimm gestritten." Nach einer weiteren heftigen Auseinandersetzung verließ sie schließlich ihr Zuhause, kam in einer Notschlafstelle unter und musste plötzlich auf eigenen Beinen stehen.

Familienglück in Oberndorf

Hofstetter machte schließlich eine Lehre und lernte ihren Thomas kennen. 2004 kam Tochter Jessica als Erstgeborene auf die Welt. Natalie (13), Michelle (12) und Jenny (11) folgten rasch und sechs Jahre später vervollständigte Leon (5) das Familienglück. Seit 2014 ist Oberndorf der Lebensmittelpunkt.

Hofstetter kommt nicht ans Ersparte

Doch dann kam der schicksalsträchtige 13. Oktober 2019. Trotz der langen Krankheit gab die Familie nie die Hoffnung auf. Bevor die 32-Jährige realisieren konnte, was gerade überhaupt passiert, prasselte es schon unaufhaltsam auf die junge Familienmutter ein. Zumal sie es ihren Kinder erklären musste, dass "ihr Papa nicht mehr wiederkommt und man keine Erklärung dafür hat." Wegen des unerwarteten Todesfalls wurde auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und eine Obduktion angeordnet: "Bislang hatte ich keine Kraft, mich darum zu kümmern", erklärt Hofstetter.

Advent: Familie Hofstetter, Oberndorf SALZBURG24 / Marcel Wurzer
Zum Vatertag bekam Thomas dieses herzzerreißende Bild von seinen Kindern geschenkt.

Bis die Erbangelegenheiten geklärt sind, ist das gemeinsame UND-Konto bei der Bank gesperrt, Hofstetter hat derzeit keinen Zugriff auf das Ersparte. "Bis sich die Erbangelegenheiten klären, kann es bis zu einem halben Jahr dauern." Und weil ihr Ehemann eine Zeit lang in Deutschland arbeitete, könne sich das gesamte Prozedere nochmals in die Länge ziehen.

Schnell musste also ein Sparbuch eröffnet werden, weil alle Konten gesperrt sind. "Um alle laufenden Kosten, wie Miete, Versicherungen und sonstige Rechnungen hat sich Thomas gekümmert. Ich muss bei null anfangen." Die gelernte Einzelhandelskauffrau arbeitet derzeit Teilzeit in einer Oberndorfer Bäckerei.

Salzburger Gemeinde hält zusammen

Für den Pickerl-Termin musste dringend das Auto repariert werden und am Tag nach dem unerwarteten Schicksalsschlag ging die große Couch im Wohnzimmer kaputt. Dank Unterstützung aus der Familie und von Freunden konnten die Fixkosten vorerst gedeckt werden. Rasch spendete die Freiwillige Feuerwehr Geld und der Lions Club übernahm einen Anteil der Beerdigungskosten. "Eine Frau hat von unserer Geschichte gehört und uns unter Tränen ihr altes Sofa geschenkt", sagt Hofstetter. "Wir sind unglaublich dankbar."

Advent: Familie Hofstetter, Oberndorf SALZBURG24 / Marcel Wurzer
Familienhund Mimi gibt den Kindern Halt und Sicherheit.

Die Solidarität ist groß in Oberndorf. "Ich bin davon überzeugt, dass sowas in der Stadt Salzburg untergehen würde, denn der Zusammenhalt am Land ist sicher größer", sagt Schulfreundin Astrid Handl, die sich fürsorglich und aufopferungsvoll um die sechsköpfige Familie kümmert: "Niemand kann und will sich diese Situation vorstellen."

Was die Familie jetzt braucht

Den Winter gut zu überstehen, ist nun das Wichtigste. Neben der tristen Jahreszeit feiern Romana und Thomas am 6. Dezember ihren Hochzeitstag, am 10. hat er Geburtstag und einen Tag vor Weihnachten wird sie 33 Jahre alt. Neben den Miet- und Betriebskosten für das Haus kommen Weihnachtswünsche der Kleinen. "In erster Linie soll es ihnen an nichts fehlen", sagt die fünffache Mutter. "Ich wünsche mir, dass sie trotzdem eine schöne Kindheit haben und groß werden."

So könnt ihr der Familie helfen

Wenn ihr der jungen Oberndorfer Familie in der Weihnachtszeit unter die Arme greifen und helfen wollt, dann könnt ihr Romana Hofstetter für Sachspenden HIER ein E-Mail schicken oder Geld für das Nötigste spenden:

Romana Hofstetter
IBAN: AT71 2040 4000 0415 7848 (Salzburger Sparkasse)

(Quelle: SALZBURG24)

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