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Flachgauertunnel

Deponiestandort Karlsreith zur UVP eingereicht

Im Grenzgebiet von Köstendorf und Seekirche

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Der Deponiestandort Karlsreith liegt im Grenzgebiet der Gemeinden Köstendorf und Seekirchen.

Wie soll mit dem Tunnelausbruchmaterial beim Bau des Flachgauertunnels umgegangen werden? Einen Plan dafür stellte die ÖBB-Projektleitung Mittwochabend den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Köstendorf und der Bürgerinitiativen vor.

Köstendorf, Seekirchen am Wallersee

Als umweltverträgliche sowie technisch machbare und zugleich auch wirtschaftlichste Lösung kristallisierte sich nach Ansicht des Planungsteams im Laufe der Planungen der Deponiestandort Karlsreith heraus. Diese Variante wird nun bis Jahresende detailliert aufbereitet und im Zuge des erteilten Verbesserungsauftrages des Ministeriums (UVP-Genehmigungsbehörde) zur Umweltverträglichkeitsprüfung nachgereicht. Der ursprünglich geplante Deponiestandort im Steinbachgraben in Oberösterreich war aufgrund eines Vorkommens an geschützten Steinkrebsen nicht genehmigungsfähig.

Der Deponiestandort Karlsreith liegt im Grenzgebiet der Gemeinden Köstendorf und Seekirchen. Geplant ist der präzise und naturnahe Einbau des Tunnelausbruchmaterials auf einer Grundfläche von ca. 40 ha. Dieser vorgesehene Standort liegt zudem nahe der geplanten Baustelleneinrichtungsfläche Weng und bietet Platz für deutlich über zwei Millionen Kubikmeter Tunnelausbruchmaterial.

Sechs Standorte unter der Lupe

Zwei Flächen für eine Deponierung des Materials vor Ort und vier Standorte für die in der Region teilweise geforderte Bahnverfuhr lagen am Tisch. Anhand einer umfassenden Matrix wurden alle sechs Varianten bewertet. Berücksichtigt wurden die Themenbereiche Raum und Umwelt, Verkehr und Technik sowie Wirtschaftlichkeit, aufgegliedert in knapp 30 thematische Unterpunkte. Im zweistufigen Verfahren fiel die Entscheidung letztlich zwischen der Deponie Karlsreith und einer Bahnverladeanlage parallel zur Landesstraße bei Weng mit anschließender Bahnverfuhr und externer Materialdeponierung. Für die Deponie Karlsreith gaben schließlich drei Argumente den Ausschlag:

Wiedereinbau des Materials

Eine Deponie ist jedenfalls erforderlich. Entweder vor Ort oder am anderen Ende der Bahnverfuhr. Bei einer Entscheidung für die Bahnverfuhr würden wesentliche Fragen offenbleiben, etwa wo das Material aus dem Flachgau endgültig hingebracht werden würde und welche Auswirkungen das auf Mensch und Natur am dortigen Standort hätte.

 
Verkehr und Technik

Der nächtliche Abtransport des Tunnelausbruchmaterials per Bahn mit rechtzeitiger Rückführung erforderlicher Leerzüge auf der ohnehin schon stark belasteten Weststrecke würde neben den verkehrlichen Belastungen die Logistik der Baustelle und des Bahnbetriebes auf der Bestandsstrecke negativ beeinflussen.
 
Wirtschaftlichkeit 

Die zur Auswahl gestandene Variante der Bahnverfuhr wäre laut Kostenschätzung rund 100 Millionen Euro teurer als der nun gewählte Deponiestandort Karlsreith.

 Wie angekündigt erfolgte die Entscheidungsfindung begleitet von regelmäßigem Informationsaustausch zwischen ÖBB-Projektleitung, Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Bürgerinitiativen.

Der weitere Zeitplan

Bis zur behördlich gesetzten Frist zur Erfüllung des Verbesserungsauftrages mit Jahresende 2020 werden die Pläne und Unterlagen nun im Detail ausgearbeitet und eingereicht. Daraufhin werden die von der Behörde beauftragten Sachverständigen die Entscheidungsgrundlagen für die Deponie nochmals überprüfen. Voraussichtlich 2021 folgt erneut eine öffentliche Auflage der Unterlagen, eine öffentliche Erörterung sowie eine öffentliche UVP-Verhandlung, bei der Anrainerinnen und Anrainer mit Parteienstellung die Möglichkeit haben werden, ihre Einwendungen einzubringen.

(Quelle: SALZBURG24)

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