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Pläne für Bahnhof Steindorf: "Zur Not setzen wir uns auf die Gleise"

Die SPÖ Straßwalchen sammelt in Steindorf Unterschriften. SPÖ Straßwalchen
Die SPÖ Straßwalchen sammelt in Steindorf Unterschriften.

Der Bahnhof Neumarkt/ Köstendorf (Flachgau) soll 2019 zum Fernverkehrsknoten für den Flachgau umgebaut werden. Land Salzburg, Verkehrsverbund und ÖBB haben sich damit gegen eine Aufwertung des Bahnhofs Steindorf (Flachgau) entschieden. Das will man in Straßwalchen nicht einfach so hinnehmen.

1.600 Unterschriften hat die SPÖ Straßwalchen deshalb gegen die „Degradierung des Bahnhofs Steindorf“ gesammelt.

Kreer: „Sind nicht gegen Ausbau in Neumarkt“

Dabei betont sie, dass man keineswegs gegen einen Ausbau in Neumarkt sei, sondern für einen Erhalt des jetzigen Steindorfer Bahnhofs einträte. „Vor Jahren wurde uns noch ein Halbstunden-Takt versprochen, jetzt werden Züge gestrichen. Das verstehen wir nicht“, erklärt Tanja Kreer von der SPÖ Straßwalchen im Gespräch mit SALZBURG24.

Was genau ist geplant?

Einblick in die Pläne für die Region gibt Christian Höss, Projektleiter für das Bundesland Salzburg bei der ÖBB Infrastruktur AG. „Der Bahnhof Neumarkt wird komplett neu gebaut, dazu kommt ein Busterminal und ein Park-and-Ride-Parkplatz mit rund 300 Stellplätzen. Mit einem dritten Gleis verlängern wir die Braunau- bzw. Mattigtalbahn bis Neumarkt“, sagt Höss gegenüber SALZBURG24. Auch der Bahnhof Steindorf wird barrierefrei umgebaut, doch fahrplanmäßig wird sich einiges ändern. In Steindorf werden zwar weiterhin Regionalzüge und S-Bahnen halten, aber weniger als jetzt. Mit der geplanten Elektrifizierung der Zugstrecke bis zum Bahnhof Friedburg (Bezirk Braunau) werden die S-Bahnen nicht mehr wie bisher zwischen Straßwalchen Bahnhof und Freilassing geführt, sondern zwischen Freilassing und Friedburg.

Aufwertung von Straßwalchen West

Höss: „Die Haltestelle Straßwalchen West wird zu Ungunsten des Bahnhofs Straßwalchen aufgewertet, weil sie näher am Gemeindezentrum ist.“ Die Aufregung in Straßwalchen sei nachvollziehbar, aber man müsse auch beide Seiten sehen, so Höss: „Die Menschen in Neumarkt freuen sich, dass sie bald bessere Anschlüsse nach Wien, Linz und Salzburg haben. Man kann es nicht jedem Recht machen, aber das ist ein sehr gut abgestimmtes Konzept, das die Region positiv beeinflussen wird.“ Die Entscheidung für Neumarkt und gegen Steindorf fiel aufgrund von Analysen zur Fahrgastentwicklung und, weil Neumarkt das größere Einzugsgebiet ist. Außerdem sei die Umsetzung so günstiger, erklärt Höss.

Winklhofer: „Sehr bedauerlich“

In Straßwalchen ist man damit nicht glücklich: „Für unsere Gemeinde ist das sehr bedauerlich, wir können das aber nur zur Kenntnis nehmen“, so Vizebürgermeistern Liselotte Winklhofer (Liste Straßwalchen). Zumindest einen Inselbahnsteig habe man für Steindorf erreicht, geplant war ein Randbahnsteig. Auch sie betont, dass ein Fernverkehrsknoten in Neumarkt Vorteile für die Region bringen wird. Die Aufwertung der Haltestelle West sieht sie allerdings kritisch: „Dort gibt es keinen großen Parkplatz, weil wir keinen Verkehr durch ein stark besiedeltes Gebiet wollten.“

Gemeinde geschlossen dagegen

Alle Fraktionen der Gemeinde haben gegen die Degradierung des Bahnhofs in Steindorf unterschrieben. „Die Gemeinde hat sich immer für den Bahnhof eingesetzt, leider hat das wenig Früchte getragen“, so Winklhofer. Die SPÖ hat noch nicht resigniert und plant weitere Demonstrationen. „Wenn nichts mehr hilft, setzen wir uns auf die Gleise“, meint Kreer.

Infoabend am 22. Februar

Insgesamt werden die Kosten für den Umbau 45 Millionen Euro betragen. Aufgeteilt werden sie zwischen Land Salzburg, den Gemeinden und den ÖBB. Die Fertigstellung des Projekts ist 2021 geplant. Am 22. Februar veranstaltet die ÖBB in Turnhalle der NMS-Straßwalchen einen Informationsabend zu den geplanten Umbauten der Bahnhöfe.

(Quelle: S24)

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