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„Strottner-Drechsler 31“

Salzburger schießt erstes Bild von planetarischem Nebel

Astrofotograf Rochus Hess gelingt einzigartige Aufnahme

Die weltweit erste Aufnahme eines neu entdeckten planetarischen Nebels kommt von einem Salzburger. Astrofotograf Rochus Hess aus Straßwalchen hat das Bild auf der Sternwarte vom Haus der Natur in Nußdorf am Haunsberg geschossen.

Nußdorf am Haunsberg

Rochus Hess, Mitglied der astronomischen Arbeitsgemeinschaft am Haus der Natur, liefert die weltweit erste Aufnahme eines neu entdeckten planetarischen Nebels. „Strottner-Drechsler 31“ ist ein spektroskopisch bestätigter planetarischer Nebel im Sternbild Schlange. Er wurde 2020 vom deutsch-französischen Forscherteam Marcel Drechsler und Xavier Strottner entdeckt, informiert das Haus der Natur in einer Aussendung am Montag.

Salzburger wird Namensgeber von Himmelsobjekt

Der Salzburger Astrofotograf kann der Welt nun zeigen, wie dieses Himmelsobjekt aussieht. Seine Aufnahme von „StDr31“ ist auf der „VEGA-Sternwarte Haus der Natur“ in Nußdorf am Haunsberg (Flachgau) entstanden. Hess wurde nun sogar zum Namensgeber des Nebels. Der Eigenname des planetarischen Nebels „StDr31" lautet jetzt „Rochus’ Blossom Nebula“ („Rochus’ Blütennebel“).

Was ist planetarischer Nebel?

Planetarische Nebel markieren das letzte Stadium sterbender Sterne. Sie sind – in kosmischen Dimensionen gedacht – flüchtige Erscheinungen und existieren nur einige zehntausend Jahre. Seit 2019 katalogisieren die beiden Amateurastronomen Xavier Strottner und Marcel Drechsler planetarische Nebel in einer frei zugänglichen Datenbank. Inzwischen haben sie etwa 140 dieser Objekte dokumentiert.

Das Aussehen bleibt aber weiterhin völlig im Dunklen. Um sich ein Bild der entdeckten planetarischen Nebel machen zu können, arbeiten die beiden mit den weltweit besten Astrofotografen zusammen – einer von ihnen ist der Salzburger Rochus Hess.

Hess seit über 25 Jahren Astrofotograf

Rochus Hess ist langjähriges Mitglied der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur und betreibt seit über 25 Jahren Astrofotografie auf wissenschaftlichem Niveau. Er konzentriert sich vor allem auf Objekte außerhalb unseres Sonnensystems, wobei ihm das leistungsstarke 1-Meter-Spiegelteleskop auf der 2018 errichteten „VEGA-Sternwarte Haus der Natur“ neue Möglichkeiten eröffnete.

Zweite besondere Aufnahme in kurzer Zeit

„Rochus’ Blossom Nebula“ ist die zweite Aufnahme innerhalb kurzer Zeit, die in der internationalen Fachwelt für Anerkennung sorgt. Im Juni 2020 erhielt Hess die Koordinaten des Nebels von Marcel Drechsler. Da dieses Objekt in unseren Breiten nie sehr hoch über dem Horizont steht und nur in den Monaten Juni und Juli gut zu beobachten ist, war es nicht einfach, genügend Belichtungszeit zu sammeln – die Nächte im Sommer sind kurz.

So hat sich dieses Projekt zwar über zwei Jahre ausgedehnt, die Gesamtbelichtungszeit der Aufnahme beträgt aber insgesamt nur 4,5 Stunden, ein niedriger Wert in der Astrofotografie. „Die kurzen Nächte und der tiefe Stand des Nebels über dem Horizont waren eine echte Herausforderung. Als ich schon fast aufgeben wollte, hat Marcel Drechsler mich nochmal motiviert, weiter zu machen“, freut sich Hess.

Wie entsteht planetarischer Nebel?

Die Aufnahme zeigt eine leuchtende Gaswolke, erzeugt von einem sterbenden Stern, der an seinem Lebensende seine äußeren Hüllen nach und nach ins All abstößt. Im selben Maß, mit dem der Stern schrittweise seinen immer heißeren Kern freilegt, wechselt seine Farbe von orange über gelb bis hin zu weiß und schließlich blau. Wenn seine Oberfläche rund 30.000 Kelvin heiß ist, werden hochenergetische Photonen ausgesendet, die das ausgeworfene Gas ionisieren.

Gashülle wird sichtbar

Die Gashülle wird sichtbar, der Stern im Zentrum hat das Stadium eines Weißen Zwergs erreicht. Genau das beeindruckt Hess: „Das Unsichtbare sichtbar zu machen ist für mich ist so faszinierend an der Astrofotografie. Erst durch die enorm langen Belichtungszeiten kommen die wunderschönen Farben und Strukturen zum Vorschein.“ Im Sommer 2022 konnte Hess das Projekt erfolgreich abschließen. Strottner, Drechsler und Hess werden jedoch auch in Zukunft Jagd auf bisher unbekannte Objekte des Weltalls machen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 26.09.2022 um 11:49 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/flachgau/planetarischer-nebel-salzburger-rochus-hess-mit-erstem-foto-126008737

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