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Preuner will Tierquäler ausfindig machen

Nach dem Schockvideo der Tierschützer in Bergheim (Flachgau) kündigt Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) Konsequenzen an. Ein Landwirt ist hingegen anderer Meinung: "In Wirklichkeit schaut's anders aus“, sagte er den Salzburger Nachrichten (SN) und kritisiert die Tierschützer.

Nach dem schockierenden Video der Tierschützer kündigt Preuner scharfe Kontrollen an. Ein Landwirt relativiert indes die Szenen.

Salzburger geschockt über Skandal

Viele Salzburger waren schockiert, als sie die Szenen in dem Video aus dem Gemeindegebiet Bergheim gesehen haben. Der Verein gegen Tierfabriken zeigt auf, wie Tiere getreten, beim Schwanz gezogen und geschlagen werden, um sie von einem Lkw in den nächsten zu verfrachten. Kälber wurden in Niederösterreich eingesammelt, in Bergheim umgeladen und in einem 90-Stunden-Trip nach Italien und Spanien transportiert.

Preuner kündigt Konsequenzen an

Die Vorfälle haben nun auch Konsequenzen: Vizebürgermeister Harald Preuner will die handelnden Personen ausfindig machen. "Dann müssen wir das an die italienischen Behörden abtreten", sagt Preuner in den SN. Die Kontrollen würden auf jeden Fall verstärkt. "Wir werden uns am Montag alles vor Ort ansehen. Diese Triebstöcke, die da verwendet wurden, werden wir über das Veterinäramt bei Kälbern verbieten lassen", erklärt Preuner.

Naderer fordert Videoüberwachung

Helmut Naderer (Team Stronach) fordert indes eine 24-Stunden Videoüberwachung für den Bereich der „Bergheimer Rindermeile“. Ein Zuschalt- und Ansichtsrecht sollen alle Amtstierärzte erhalten. „Damit wäre sichergestellt, dass die „Schlagstock-Attacken“ gegen die wehrlosen Kälber und Rinder eingestellt werden“. Das Thema wird den nächsten Arbeitsausschuss der Salzburger Landesregierung beschäftigen. Naderer sieht für das Land Salzburg erhöhten Handlungsbedarf.

Landwirt: "Wirklichkeit schaut anders aus"

Landwirt Hasan Smajic, der den Handelsstall Bergheim mitbetreut, relativiert die Aussagen aus dem Video gegenüber den SN: "In Wirklichkeit schaut's anders aus. Das ist nicht so, wie es in diesem Bericht hergezeigt worden ist." Schwarze Schafe gebe es überall, meint er. Dass man Kälber mit dem Stock haue, sei "totaler Blödsinn". Das gehöre verboten und sei brutal. Allerdings sei ein "Busserl hin, Busserl her"-Umgang auch nicht möglich.

 

 

Vieh muss man leiten

"Laut Tierschutz musst du das Kalb mit einem Kübel anlocken. Da kannst du eine Stunde warten, bis es verladen ist. Wenn ich heute ein Kalb anlange, dann ist das nicht grob fahrlässig", sagt Smajic. "Wer heute von Vieh eine Ahnung hat, der weiß, wie's zugeht. Einer, der sich auskennt, der versteht's auch." Das Vieh müsse man leiten. Bei einer Kuh könne man das mit dem Strick machen, aber nicht bei einem Kalb.

Smajic kritisiert Tierschützer

"Kälber sind schwierig zu treiben. Aber wie rühre ich es dann richtig an? Beim Schwanz darf ich es nicht nehmen, beim Ohr auch nicht. Also, wie dann? Tierschutz ist für mich, wenn ich weiß, dass es den Tieren schlecht geht." Tierschützer sollten seiner Meinung nach auch in Wohnungen nachsehen, in denen zwei bis drei Hunde oder Katzen verwahrlosen. "Da sollte man hinschauen, aber nicht beim Schlachthof. Denn lieber habe ich ein kurzes und schönes Leben, als ein langes und elendiges."

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(Quelle: S24)

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