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Aussage gegen Aussage

Eigene Ehefrau 20 Jahre lang missbraucht

Schwere Vorwürfe gegen Flachgauer in Prozess

Landesgericht Salzburg SALZBURG24/Wurzer
Der Mann bestritt die Anschuldigungen vor Gericht.

Mit schweren Vorwürfen ist am Mittwoch ein Ehemann aus dem Flachgau bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg konfrontiert worden. Der Mann soll seine Ehefrau über einem Zeitraum von 20 Jahren von 1998 bis 2018 körperlich und psychisch misshandelt und mehrmals vergewaltigt haben. Der bisher unbescholtene Salzburger war wegen fortgesetzter Gewaltausübung angeklagt. Er beteuerte seine Unschuld.

Am Mittwochnachmittag wurde der Prozess vertagt. Es werden noch weitere Zeugen einvernommen. Die nächste Verhandlung findet am 14. Oktober statt.

Die Staatsanwältin listete zuvor in der Verhandlung eine ganze Reihe von Anschuldigungen auf. Wenn das Verhalten der Ehefrau nicht den Vorstellungen des Mannes entsprochen habe, wenn beispielsweise das Essen nicht gut genug war oder sie seiner Meinung nach zu viel Geld ausgegeben hat, habe er ihr Stöße oder Faustschläge verpasst, mit der flachen Hand gegen den Kopf geschlagen, sie geboxt und beim Geschirrabwaschen Töpfe ins Spülbecken geworfen, um ihre Hände zu verletzen. "Sie hat Hämatome, Rötungen an der Haut und Prellungen erlitten."

Ehemann dementiert Vorwürfe

Weiters sei der Angeklagte seiner Frau mit dem Einkaufswagen über die Zehen gefahren und mit dem Auto in rasantem Tempo auf sie zugefahren. "Sie konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten", erläuterte die Staatsanwältin. Wenn die Frau beim Autofahren aus Angst geschrien habe, er solle doch langsamer fahren, habe er den Wagen noch beschleunigt und sich dabei amüsiert. Einmal soll er gar eine Blindschleiche in ihr Oberteil gesteckt haben.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. "Ich bekenne mich nicht schuldig", sagte er zur Vorsitzenden des Schöffensenates. Er habe die Frau weder vergewaltigt noch geschlagen noch einen Polster gegen ihr Gesicht gedrückt, damit sie nicht schreien könne. Er habe auch nicht ihren Tagesablauf kontrolliert oder sie in irgendeiner Form in ihrer privaten Freiheit eingeschränkt und ihr auch nicht gedroht, das Auto wegzunehmen. Der Treibstoffverbrauch habe ihn deshalb interessiert, weil er angenommen habe, dass auch der Sohn auf seine Kosten mittankt. "Der Vorfall mit der Schlange ist auch eine glatte Lüge."

Ehe bis Mitte der 1990er-Jahre "perfekt"

Er habe seine Frau auch nicht finanziell eingeschränkt, erklärte der Beschuldigte. Sie habe monatlich rund 400 Euro aus der Familienbeihilfe für die beiden Kinder und zusätzlich noch 300 Euro von ihm erhalten. Diesen Betrag habe er aus Spargründen im Jahr 2011 - bis dahin sei die Mitte der 1990er-Jahre geschlossene Ehe "perfekt" gewesen - auf 100 Euro reduziert. Seinem Vorschlag, ein paar Stunden am Tag arbeiten zu gehen, sei sie nicht nachgekommen. Einkäufe für den Haushalt habe zu 98 Prozent er erledigt. Auch die vielen Behandlungskosten wegen ihrer Schwindelanfälle und anderer körperlichen Beschwerden habe er bezahlt. "Ich habe mein Bestes für die Familie gemacht."

Verteidiger kritisiert fehlende Sachbeweise

Die Anklageschrift basiere nur auf der Aussage der Frau in der kontradiktorischen Einvernahme, kritisierte der Verteidiger. Ihre Aussagen bezeichnete er als falsch, widersprüchlich zum Scheidungsakt, floskelhaft und oberflächlich. "Es gibt in dem ganzen Verfahren keine Sachbeweise. Es steht Aussage gegen Aussage." Es gebe weder Fotos von den vorgeworfenen Verletzungen, noch ärztliche Befunde und Diagnosen, gab der Anwalt zu bedenken. Die Frau sei auch nicht zu einer Opferschutzvereinigung gegangen. Sie sei extrem eifersüchtig und gekränkt wegen einer späteren Affäre des Mannes gewesen. Zu Beginn des Scheidungskrieges habe sie ihn durch "konstruierte Vorfälle" massiv unter Druck gesetzt, "um das Geld zu kriegen, das sie will", und dann Anzeige erstattet.

(Quelle: APA)

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